Auf einer gelöschten Festplatte haben Fahnder einen Bomben-Bauplan entdeckt. Nach SZ-Informationen sind die Ermittler sicher, dass die beiden Verdächtigen anhand dieser Anleitung ihre Sprengsätze konstruierten.
Dem Bundeskriminalamt ist es gelungen, den Computer eines der beiden mutmaßlichen Bombenleger von Köln auszuwerten und damit ein weiteres Glied in der Beweiskette zu dem versuchten Attentat zu schließen. Die Experten konnten auf der bereits gelöschten Festplatte Daten rekonstruieren, die zusammengesetzt eine Bauanleitung für eine Bombe ergeben.
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Ein Standbild aus einem Video einer Überwachungskamera zeigt die mutmaßlichen Kofferbombenattentäter Jihad Hamad (vorn) und Youssef Mohamad El Hajdib (hinten li.) (© Foto: ddp)
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Wie die Süddeutsche Zeitung aus Sicherheitskreisen erfuhr, gehen die Fahnder davon aus, dass die beiden verdächtigen und in Haft sitzenden Libanesen Jihad Hamad und Youssef Mohamad el-Haydib sich anhand dieser Anleitung an den Bau der beiden Kofferbomben gemacht haben, die sie im Juli 2006 in zwei Nahverkehrszügen zwischen Dortmund und Koblenz abgestellt haben.
Nur einem handwerklichen Fehler ist es zu verdanken, dass die beiden Bomben nicht explodierten. Wären sie hochgegangen, dann hätten sie, da sind sich die Sprengstoffexperten des Bundeskriminalamtes (BKA) sicher, zum größten Anschlag in der Geschichte der Bundesrepublik und zu zahlreichen Toten geführt.
In den Libanon geflohen
Die libanesischen Behörden haben den Informationen zufolge die Festplatte des in den Libanon geflohenen und dort inhaftierten Hamad, der zuvor in Köln gelebt hatte, bereits vor einigen Wochen dem Bundeskriminalamt übergeben. Bei einem Verhör von Hamad vor einem Ermittlungsrichter im Libanon hatte der Verdächtige schon im September angegeben, er habe Bombenbauanleitungen auf seinem Computer gespeichert.
Damals hatte er die Tat auch grundsätzlich gestanden und erklärt, es sei das Anliegen von ihm und seinem Mittäter gewesen, ,,möglichst viele Menschen zu töten''. Die beiden Libanesen hatten sich mehrere Tage in der Kölner Wohnung von Hamad getroffen, um im Internet nach Anleitungen zum Bombenbau zu suchen, die sie für ihren Anschlag nutzen konnten. Anlass für die Tat war nach Angaben Hamads der Zorn der beiden Muslime darüber, dass westliche Medien Karikaturen des Propheten Mohammed verbreitet hatten.
Den Laptop, den die beiden für ihre Internet-Recherche nach Bombenbauanleitungen nutzten, hatte Hamad bei seiner Flucht aus Köln mit in den Libanon genommen. Die Festplatte des Computers hatte er jedoch gelöscht, kurz bevor er sich auf Anraten seiner Familie den libanesischen Behörden stellte. Den Experten des BKA ist es nun gelungen, die Festplatte zu spiegeln und aus den restlichen Daten ein Puzzle zusammenzusetzen.
Verdächtiger in Konstanz
Die Bundesanwaltschaft ermittelt seit Juli gegen die beiden Verdächtigen wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und der Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens. Sie will vermutlich im Sommer Anklage gegen den in Deutschland in Untersuchungshaft sitzenden Youssef Mohammed el-Haydib erheben.
Der Libanese, der in Lübeck gelebt hatte, hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Gegen einen weiteren Verdächtigen aus Konstanz wird in Karlsruhe ebenfalls noch ermittelt - bisher offenbar ohne greifbare Ergebnisse. Die Ermittler warten seit Monaten auf die avisierten Vernehmungsprotokolle aus dem Libanon, in denen sich Hamad auch zu dem Verdächtigen in Konstanz geäußert hatte.
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(SZ vom 7. März 2007)
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