Die Überwachungsvideos vom Kölner Bahnhof zeigen zwei tatverdächtige junge Männer - doch die Behörden sind sicher, dass die mutmaßlichen Bombenleger von Koblenz und Dortmund weitere Unterstützer in Deutschland hatten.
Der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, August Hanning, vermutet eine Terror-Gruppe hinter den beiden mutmaßlichen Bombenlegern vom Hauptbahnhof Köln.
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Nach den misslungenen Anschlägen mit Kofferbomben auf Regionalzüge nach Koblenz und Hamm vor drei Wochen müsse man prüfen, ob es Terrorstrukturen in Deutschland gebe, denn die Konstruktion der Bomben setze "einiges handwerkliches Geschick voraus".
"Mein Eindruck ist, dass da schon mehrere mitgewirkt haben", sagte Hanning. Man verfolge aber auch die Spuren in den Libanon.
Bereits früher Terroranschläge geplant
Ähnlich hatte sich die Generalbundesanwältin Monika Harms zuvor geäußert: "Die Umstände begründen den Verdacht, dass weitere und bislang unbekannte Personen sich dauerhaft zu einer Vereinigung zusammengeschlossen haben, um schwere Gewalttaten in der Bundesrepublik Deutschland zu verüben.".
Der Staatssekretär sieht nach der Verhaftung des terrorverdächtigen Libanesen in Kiel eine Verschlechterung der Sicherheitslage in Deutschland: "Die Bedrohung ist ernster geworden. Der Terrorismus hat uns sehr unmittelbar erreicht."
Der Staatssekretär verwies darauf, dass bereits in der Vergangenheit zahlreiche Vorbereitungen für Terroranschläge von den deutschen Sicherheitsbehörden aufgedeckt worden seien.
Die Polizei sucht jetzt vor allem nach dem zweiten Verdächtigen, der am 31. Juli am Kölner Hauptbahnhof einen weiteren Koffer mit einer Bombe in einen Regionalexpress nach Dortmund deponierte. Auch er war auf dem Bahnsteig von Überwachungskameras gefilmt worden.
Neue Details über den Verhafteten
Nach den Worten Hannings gibt es im Kofferbomben-Fall noch keinen neuen Ermittlungsstand hinsichtlich des zweiten Täters. Die bisher gefundenen Spuren wiesen darauf hin, "dass es einen libanesischen Hintergrund gibt"
Unterdessen wurden neue Details über den am Samstag festgenommenen Libanesen Youssef Mohamad E. H. Bekannt. Der 21-Jährige hatte sein Studium der Mechatronik an der Fachhochschule Kiel offenbar noch nicht aufgenommen. Wie ein Hochschulsprecher mitteilte, ist kein Student mit diesem oder einem ähnlichen Namen aus dem Libanon oder einem anderen Land an der FH Kiel eingeschrieben.
Der 21-Jährige besuchte nach Auskunft des Kultusministeriums ein Studienkolleg, wo er am 7. Juli eine Sprachprüfung bestand, die zum Studium an der Fachhochschule berechtigt. Im vergangenen Jahr hatte er demnach so schlechte Noten, dass er das erste Semester an dem Kolleg wiederholen musste.
Die Bundesanwaltschaft hatte zuvor berichtet, er sei seit Februar 2005 in Kiel gemeldet, wo er Mechatronik studiert habe. Der Student stieg nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft in Köln mit einem Bombenkoffer in den Regionalexpress nach Koblenz und verließ an einem Halt kurz darauf den Zug wieder. In einem Waggon ließ er demnach den Sprengsatz stehen. Am Sonntag wurde Haftbefehl erlassen.
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(AP)
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