Nach dem Tod König Fahds ist mit Prinz Abdullah ein Mann an die Macht gekommen, der neuen Ideen gegenüber als relativ aufgeschlossen gilt. Doch bislang konnte er sich nicht durchsetzen - und sein wichtigster Gegner könnte schon bald sein Nachfolger sein.
Mit dem neuen König Abdullah, der die Regierungsgeschäfte seines Halbbruders bereits seit 1996 übernommen hat, ist ein Mann an die Macht gekommen, der als vorsichtiger Reformer gilt. Er bemühte sich um ein gutes Verhältnis zum Westen, insbesondere zu den USA, und zeigte sich Reformen gegenüber aufgeschlossen.
Der neue König Saudi-Arabiens, Abdullah (© Foto: Reuters)
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Immerhin finden auch in anderen traditionellen arabischen Monarchien langsam Veränderungen statt. So dürfen zum Beispiel in Kuwait inzwischen auch Frauen wählen, in den Vereinigten Arabischen Emiraten zeichnet sich die Entstehung einer freien Presse ab. In Saudi-Arabien dagegen dürfen Frauen nicht einmal Auto fahren.
Zwar begrüßte Abdullah die Vorschläge liberaler Akademiker und Journalisten, die 2003 unter anderem ein unabhängiges Gerichtswesen verlangten. Ein Jahr später jedoch ließ sein Halbbruder und Rivale Innenminister Prinz Naif die Reformer verhaften und verurteilen - unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne Rechtsvertretung für die Beschuldigten.
Nie wieder, so die Forderung der saudischen Prinzen um den 72-jährigen Naif, sollte jemand Reformen verlangen. Abdullah schwieg zum Vorgehen seines Halbbruders.
Auch die US-Regierung, die traditionell enge Beziehungen zu dem größten Ölproduzenten der Welt pflegt, ist mit Abdullah in seiner Zeit als Kronprinz nie so richtig warm geworden.
Er spricht nur Arabisch und gilt als konservativ. Auch gehört er nicht zu den im Westen erzogenen so genannten Sudeiri-Brüdern, zu denen der verstorbene König Fahd und auch der neue Kronprinz Sultan zählen und die in der Vergangenheit eine Reihe lukrativer Rüstungsgeschäfte mit US-Konzernen abgeschlossen hatten.
Als Kronprinzen hat Abdullah den bisherigen Verteidigungsminister Sultan (Jahrgang 1927) berufen. Der aber wurde bereits mehrmals wegen eines Krebsleidens operiert - und Abdullah selbst ist nur ein Jahr jünger als der jetzt verstorbene König Fahd. Sehr lange werden wohl beide nicht reagieren.
Nun kommt es also darauf an, wer die Nummer drei wird - und da können sich die Prinzen Naif und Salman gute Chancen ausrechnen. Und beide stehen Reformen mehr als skeptisch gegenüber.
Insbesondere Naif, ein Bruder des verstorbenen Fahd, hat dies als Innenminister bereits bewiesen - sowohl bei dem Konflikt mit den Reformern im letzten Jahr als auch während der Kommunalwahlen 2005. Zwar organisierte er die Teilwahlen zu den Gemeinderäten mit großem Erfolg - von einer echten Demokratisierung kann man jedoch nicht sprechen.
Demonstranten wurden mit Gewalt auseinandergetrieben, überhaupt konnte nur ein Bruchteil der Bevölkerung des Landes wählen - Frauen waren nicht darunter.
Auch hat Naif kein gutes Verhältnis zu den USA. Er bestritt nach dem 11. September monatelang, das die meisten der Attentäter aus Saudi-Arabien kamen und behauptete, die Zionisten versuchten, den Saudis die Verantwortung zuzuschieben. Später gab er zu, den radikalen Islamisten zu viel Unterstützung gegeben zu haben und bekämpft seit dem die saudi-arabischen Qaida-Anhänger - mit relativ großem Erfolg.
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(seuddeutsche.de/dpa)
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