Kampf gegen die Krise: Bundespräsident Köhler sagt Bankern deutlich die Meinung und warnt vor Protektionismus - wie Finanzminister Steinbrück und dessen US-Kollege Geithner.

Bundespräsident Horst Köhler hat vor protektionistischen Reaktionen auf die Wirtschaftskrise gewarnt. "Abschottung hilft niemandem, sondern richtet nur noch mehr Schaden an", sagte er am Freitag bei der traditionellen Schaffermahlzeit in Bremen. Sich in der Krise nun abzuschotten oder einzuigeln sei die falsche Reaktion.

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Bundespräsident Horst Köhler warnt vor protektionistischen Reaktionen auf die Wirtschaftskrise. (© Foto: dpa)

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Gerade jetzt sei ein klares Signal für Freihandel und gegen Protektionismus nötig. Die Europäische Union solle sich deshalb für den Abschluss der sogenannten Doha-Runde zum Welthandel einsetzen.

Dies wäre ein "eminent wichtiger Impuls für die Weltwirtschaft". Bei den Verhandlungen geht es darum, Hürden für den globalen Handel abzubauen. Das Staatsoberhaupt forderte, auch beim Treffen der Staats-und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrienationen (G 20) kommenden April in London müsse es konkrete Ergebnisse geben.

Wenn der liberale Welthandel als Wachstumstreiber wegbreche, werde das die Weltrezession weiter verschärfen, zeigte sich Köhler überzeugt. Dies werde Deutschland als große Exportnation hart treffen, aber eben auch die vielen Länder, die sich über ihre Integration in die Weltwirtschaft aus der Armut herausgearbeitet hätten und herausarbeiten wollten.

Eine Lehre aus der Finanzkrise sei, dass alle Finanzmärkte und alle Finanzprodukte einer wirksamen staatlichen Aufsicht unterworfen würden. "Manche Banker glaubten, das Leben sei eine Butterfahrt. Nun haben sie uns vor Kap Horn gesegelt", sagte Köhler.

Köhler nahm bereits zum zweiten Mal an der festlichen Tafel in der oberen Rathaushalle Platz. Schon 1994 saß er als Präsident des Sparkassen- und Giro-Verbandes mit am Tisch. Der Veranstalter, das Haus Seefahrt, richtet das Mahl zugunsten bedürftiger Kapitäne im Ruhestand und Kapitänswitwen aus.

Deutschland und USA ziehen an einem Strang

Nach Ansicht von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) ziehen Deutschland und die neue US-Regierung im Kampf gegen die wachsende Marktabschottung an einem Strang. "Wir teilen die Ansicht, dass Protektionismus verhindert werden muss", sagte Steinbrück am Freitagabend nach einem bilateralen Treffen mit seinem amerikanischen Amtskollegen Timothy Geithner in Rom.

Vor einem Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden Industrieländer (G7) sagte Steinbrück weiter, es sei wichtig, dass das neue US-Rettungspaket jetzt in Einklang mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) gebracht werde. "Das ist etwas, was in dieser Situation sehr wichtig ist." Berlin und Washington seien sich zudem "sehr einig, dass der Welt-Finanzgipfel am 2. April in London sehr klare Akzente setzten muss - auch und gerade, um Vertrauen der Märkte zurückzugewinnen".

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(Reuters/dpa/AFP/segi/ihe)