Monatelang spaltete das BKA-Gesetz die deutsche Politik - den zuletzt gefundenen Kompromiss hat Bundespräsident Köhler nun unterzeichnet. Doch das letzte Wort hat jetzt Karlsruhe.
Das umstrittene BKA-Gesetz und die Reform der Erbschaftsteuer können wie geplant Anfang 2009 in Kraft treten. Bundespräsident Horst Köhler habe beide Gesetze "über die Weihnachtsfeiertage" unterschrieben, teilte das Bundespräsidialamt mit.
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Hat das umstrittene BKA-Gesetz unterzeichnet: Bundespräsident Köhler (© Foto: AP)
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Der Bundespräsident habe bei beiden Gesetzen "keine durchgreifenden Bedenken" gehabt, "die ihn an der Ausfertigung gehindert hätten", sagte ein Sprecher. Die Gesetze können nun im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Sie gelten vom 1. Januar 2009 an.
Das Gesetz zur Ausweitung der Rechte des Bundeskriminalamtes (BKA) war nach jahrelanger Auseinandersetzung am 19. Dezember vom Bundesrat beschlossen worden. Das BKA darf künftig bei Terrorverdacht vorbeugend ermitteln. Erstmals erhält das BKA das Recht, zur Abwehr einer dringenden Gefahr Verdächtige zu überwachen, ihre Wohnungen abzuhören, ihre Computer heimlich auszuspähen und Rasterfahndungen einzuleiten.
Das BKA darf dann tätig werden, wenn eine länderübergreifende Gefahr vorliegt, keine Landespolizeibehörde zuständig ist oder die oberste Landesbehörde um eine Übernahme ersucht. Online-Durchsuchungen bedürfen immer der Genehmigung eines Richters; auch die Durchsicht der sichergestellten Daten steht unter richterlicher Kontrolle.
Die Opposition sowie Vereinigungen von Anwälten, Ärzten und Journalisten kritisierten die neuen Regelungen scharf - und noch nicht alle geben sich geschlagen. So rechnet der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar weiterhin mit einem Scheitern des Gesetzes vor dem Bundesverfassungsgericht. Er habe aufgrund der bisherigen Entscheidungen aus Karlsruhe die Erwartung, "dass von dort auch nochmal eine Eingrenzung kommt", sagte Schaar am Sonntag im Deutschlandfunk.
Trotz nachträglich eingebauter Hürden gebe es bei dem Gesetz "nach wie vor noch das Problem: Wann darf aufgezeichnet werden, wann dürfen Daten - nicht nur bei der Telekommunikationsüberwachung, sondern auch bei der Online-Durchsuchung - dann erst mal auf einen Datenträger gebracht werden, der beim BKA ist".
Der Bundesrat hatte das umstrittene Gesetz, das erweiterte Befugnisse des BKA bei der Terrorbekämpfung festlegt, kurz vor Weihnachten mit nur einer Stimme Mehrheit beschlossen. Sowohl die Grünen-Bundestagsfraktion als auch der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum wollen dagegen in Karlsruhe klagen. Der FDP-Politiker gehörte bereits zu den Klägern, die im Februar in Karlsruhe das nordrhein-westfälische Verfassungsschutzgesetz mit der Möglichkeit der Online-Durchsuchung zu Fall gebracht hatten.
Neue Regeln für Erben
Außerdem unterzeichnete Köhler das Erbschaftsteuergesetz. Vom 1. Januar an sollen nahe Verwandte wie Ehepartner und Kinder deutlich mehr Vermögen steuerfrei erben können. Mehr Steuern zahlen müssen dagegen Erben von entfernteren Verwandten wie Onkeln und Tanten. Bei der Vererbung von Immobilien gelten neue Regeln.
Die Reform der Erbschaftsteuer war im Bundesrat bereits am 5. Dezember verabschiedet worden. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte am Samstag berichtet, Köhler sei "verärgert", weil ihm das Gesetz in "Urschrift" erst am 16. Dezember zur Prüfung vorgelegt wurde. Erst wenn das Staatsoberhaupt ein Gesetz geprüft und unterschrieben hat, kann es im Bundesanzeiger veröffentlicht werden und in Kraft treten.
Die Änderung der Erbschaftsteuer war nötig geworden, weil das Bundesverfassungsgericht Immobilien- und Betriebsvermögen gegenüber Kapitalvermögen als zu niedrig bewertet ansah und eine Änderung bis zum 31. Dezember dieses Jahres verlangt hatte.
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(AFP/dpa/ihe/vw)
Das verzeihe ich ihm nie.
und Schäuble sind der Nagel zum Sarg für Deutschland.
Man muß sich allmählich überlegen, von wem eine größere Gefahr ausgeht: Von Terrorverdächtigen, oder von unserer eigenen Regierung?
Eine Regierung, die das eigene Volk, ihren Souverän, durch Bespitzelung und Gängelung terrorisiert, sollte dringend bei der nächsten Wahl abgelöst werden - solange sie uns noch Wahlen erlaubt!
Beide Gesetzte bieten nach Expertenmeinungen genügend Angriffsfläche für den Gang nach Karlsruhe. Schon jetzt darf die Grosse Koalition für sich in Anspruch nehmen, in ihren Gesetzgebungen besonders schludrig gearbeitet zu haben.
Ich bin mir sicher, dass auch Herr Köhler moralisch wie juristisch (er selbst oder seine Berater) Bedenken hatte. Er konnte sich aber auch leicht ausrechnen, dass eine Ablehnung der Gesetze gerade bei der CDU wie eine Bombe eingeschlagen wäre. Und eine erneute Wiederwahl damit äusserst fragwürdig sein würde. Aus taktischen Gründen kann ich ihm deshalb, weil er offensichtlich sein Amt sehr liebt, nicht verdenken, wenn er letzte juristische Bedenken an Karlsruhe weitergibt.
Was ich ihm trotzdem allein unter moralischen Aspekten allerdings verüble, ist seine Unterschrift zum BKA-Gesetz.
Hier muss er doch erkennen, dass er Steigbügelhalter für eine weitere "Schlapphutbehörde" namens BKA geworden ist. Eine Behörde, deren Auftrag nunmehr dehnbar wie Kaugumme ist. Und ohne direkte Parlamentsbeobachtung. Was dort künftig geschieht, wird sich dem Bürger=Souverän gänzlich entziehen.
Und im nächsten Jahr wird sich unser Innenminister kräftig seinem noch offenen Thema widmen: den Einsatz der Bundeswehr im Inneren. Übrigens: wo sin denn die Verfassungsklagen über den m.E. verfassungswiedrigen Einsatz der Bundeswehr in Heiligendamm geblieben. Ich weiß nichts von einer Verfassungsklage.
Solange der Bundespräsident nicht in seinem Amt von der Mehrheit der Bürger gewählt wird, wird sich am Parteiengeklügel nichts ändern.
Aber nur den Bundespräsidenten verantwortlich zu machen, ist zu wenig. Gerade weil die Presse künftig besonders betroffen sein wird, tut Aufklärung für die i.W. uninformierten Bürger not.
Insofern kann ich nur nochmals Herrn Prantl auffordern, sich endlich mit allen Kollegen der Medien zusammen zu schliessen, und Aufklärung über den Datengau zu betreiben.
Und den Bürger kann ich nur auffordern, anstatt der etablierten, im Grunde versagenden Parteien Alternativen wie Freie Wähler in ihre Wahlüberlegungen einzubeziehen.
Herr Prantl, reagieren Sie endlich!!! Auch Sie werden künftig überwacht!!!!
... großes Sorry ... ich habe es eben erst gelesen - ich kann so was noch nicht mal schreiben c&p tat es da oben hinein. Sagenhaft es gibt echt noch so einen Luxus wie Neid?
... den muss ich mir unbedingt leisten, und wenn er besteuert wird!
Paging