Der geplante Sonderfonds von Union und FDP hat nicht nur in Wirtschaft und Wissenschaft Kritik ausgelöst. Inzwischen sprechen auch Politiker von "haushaltspolitischem Betrug" - und in den Reihen der künftigen Koalitionäre gibt es Bedenken.
In Berlin haben Union und FDP am Mittwoch ihre Gespräche über eine Regierungsbildung fortgesetzt. Nach gesonderten Vorgesprächen will eine große Runde am Nachmittag erneut strittige Punkte wie Gesundheitsfonds, Haushaltslage oder dem umstrittenen Sonderfonds erörtern.
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Weiter im Text: Auch heute diskutieren Politiker aus Union und FDP über Steuern und Finanzen. (© Foto: AP)
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Im Vorfeld wurde Kritik an den Plänen der zukünftigen Koalitionspartner für eine Finanzierung durch einen Schattenhaushalt laut. Vor allem Wirtschaftsexperten und Wissenschaftler äußerten sich negativ - doch inzwischen wächst auch der Unmut quer durch die Parteien.
Der Vorsitzende der rheinland-pfälzischen CDU, Christian Baldauf, sagte im Südwestrundfunk, er halte "nichts davon, mit dem Ziel neuer Schulden einen Sonderfonds aufzulegen". Sowohl bei der Arbeitslosenversicherung wie auch in der Gesundheitspolitik seien Einsparungen möglich, mit denen sich der Sonderfonds vermeiden ließe.
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Auch Politiker von SPD und Grünen hatten die schwarz-gelben Pläne scharf kritisiert. Der rheinland-pfälzische Finanzminister Carsten Kühl (SPD) bezeichnete das Vorhaben in der Süddeutschen Zeitung als "eine neue Qualität finanzpolitischer Trickserei". Berlins Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) sprach von "Bilanzfälschung" und fügte hinzu: "Wenn ich in meinem Unternehmen auf diese Weise bilanzieren würde, wäre ich wegen Konkursverschleppung dran."
Der Grünen-Haushaltsexperte Alexander Bonde sagte: "Das ist der größte haushaltspolitische Betrug in der deutschen Geschichte." Aus Sicht des finanzpolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poß, dient der geplante Schattenhaushalt nur dazu, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle ihr Gesicht wahren könnten. Damit sollten Spielräume für die Umsetzung der Wahlversprechen geschaffen werden, sagte Poß dem RBB-Inforadio. Mit solider Haushaltsführung habe das nichts zu tun.
Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Karl Heinz Däke, sagte im Sender MDR Info, es dürfe nicht sein, dass Steuersenkungen mit neuen Schulden finanziert werden. "Das ist eine unseriöse Finanzpolitik." Schattenhaushalte seien der falsche Weg, weil damit nur die Schulden erhöht werden würden. "Statt solcher Tricks sollten Union und FDP jetzt eine ehrliche Steuerpolitik machen", sagte Däke.
Ebenfalls scharfe Kritik am Vorgehen der künftigen Koalition kam aus der Wissenschaft. Der Steuerexperte des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Alfred Boss, sagte der Süddeutschen Zeitung, Union und FDP wollten die Verfassung ignorieren. Durch eine Kürzung der Ausgaben sei es möglich, Steuern zu senken und gleichzeitig der Schuldenbremse Rechnung zu tragen.
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, bezeichnete den Fonds als schwarze Kasse: "Die neue Haushaltsparty auf die große Wirtschaftskrise buchen zu wollen, ist ganz schön kühn", kritisierte Zimmermann.
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Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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Staatsbesuch in Israel
aufbauen. Brauchen könnte ich es schon und lernen möchte ich auch
"Der neue Topf, über den die Spitzenrunde von Union und FDP berät, hat dafür einen entscheidenden buchungstechnischen Vorteil: Bei der neuen Schuldenregel, die seit dem Sommer gilt, fallen solche "Sondervermögen" aus der Berechnung heraus, wenn sie bis Ende 2010 eingerichtet werden. Der neue Finanzminister stünde öffentlich besser da, wenn er den laufenden, noch von SPD-Minister Peer Steinbrück aufgestellten Haushalt 2009 nachträglich künstlich mit Schulden aufbläht, um die Neuverschuldung dann in seiner eigenen Amtszeit absenken zu können."
Quelle: FTD
...die Lasten, die sie der nächsten Generation aufbürden wollen. Es werden ja nicht ihre Nachkommen sein!
Bloß keine Hemmungen entwickeln. Immer schön zugreifen. Warum sollte man, nachdem man urplötzlich das Haushaltsloch gefunden hat auch daran denken dieses zu stopfen.
DerWirtschaftskrise soll entgegengewirkt werden, indem die Steuern gesenkt werden. Dadurch das die Stueren gesenkt werden, steigt das Wirtschaftswachstum, wodurch die Steuereinnahmen steigen und was macht man dann? Genau, man senkt die Steuern noch weiter, jetzt hat man ja das Geld.
Es ist einfach Verantwortungslos, wie Union und FDP mit Hochdruck an der Staatsverschuldung arbeiten und somit gegen die von ihnen selbst beschlossen Schuldenbremse verstoßen.
"Wenn der Opposition in wichtigen Zukunftsfragen nichts Besseres einfällt, als so eine verantwortungslose und fantasielose Kritik, dann tut es mir für sie jetzt schon leid", sagte Ramsauer."
Wie weit weg von der Realität muß man sein, um so einen Satz auszusprechen. Diese Dreistigkeit ist schwer zu toppen. Um Himmels willen! Herr Seehofer, sagen Sie was. Lassen Sie den Typen unter Betreuung mit Einwilligungsvorbehalt stellen. Was auch immer .... Aber tun Sie was!
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