Von S. Höll

"Fragwürdige Verallgemeinerungen": In der Union wächst der Groll auf Guido Westerwelle. CDU-Generalsekretär Gröhe fordert den FDP-Chef zur Mäßigung auf.

In der Union wächst das Unbehagen über die scharfen Attacken des FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle in der Sozialstaatsdiskussion. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe ruft in der Süddeutschen Zeitung die Liberalen unmissverständlich zur Mäßigung auf und geht deutlicher noch als Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Distanz zu dem Koalitionspartner.

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"Fragwürdige Verallgemeinerungen und scharfe Töne": CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe kritisiert FDP-Chef Guido Westerwelle (im Bild). (© Foto: AP)

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"Fragwürdige Verallgemeinerungen und scharfe Töne erschweren nur die notwendige Debatte über die Umsetzung der Hartz-IV-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts", sagte Gröhe der SZ. "Dies ist nicht die Tonlage einer Volkspartei", fügte der Generalsekretär hinzu.

Gröhe machte zugleich deutlich, dass sich die Union in dem Streit über höhere Hartz-IV-Zahlungen als Sachwalter der Interessen von Arbeitslosen als auch jener der Arbeitnehmer mit geringen Einkommen versteht.

"Zu unserem Sozialstaat gehört wesentlich die Solidarität mit denen, die Unterstützung brauchen. Für die Union war zugleich stets selbstverständlich: Wer arbeitet, muss mehr haben als der, der nicht arbeitet." Ein fairer Lohnabstand sei ein Gebot der Gerechtigkeit gegenüber denen, die mit ihren Steuern unseren Sozialstaat erst ermöglichen", sagte Gröhe.

Westerwelle hatte in einem Gastbeitrag für die Welt geschrieben, die Diskussion nach der Karlsruher Hartz-IV-Entscheidung habe "sozialistische Züge". "Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein", erklärte der FDP-Chef.

In den folgenden Tagen legte der Außenminister in mehreren Interviews nach und erklärte, dass er keine seiner Äußerungen zurücknehmen werde. Bereits am Freitag distanzierte sich Merkel von ihrem Vizekanzler. "Das ist sicherlich weniger der Duktus der Kanzlerin", ließ die CDU-Vorsitzende über eine Sprecherin mitteilen.

Im Video: FDP-Chef und Außenminister Guido Westerwelle hat eine Generaldebatte im Bundestag zur Hartz-IV-Gesetzgebung gefordert.

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(SZ vom 16.02.2010/woja)