Gesine Schwan ist gegen eine kategorische Absage der SPD an die Linken. Erste Auftritte der Präsidentschaftskandidatin werden in der Partei unterdessen als äußerst unglücklich empfunden.
Die SPD-Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan ist dagegen, eine Koalition mit der Linkspartei per Beschluss kategorisch auszuschließen. "Die SPD muss aufpassen, dass sie sich mit der Koalitionsaussage für die Bundestagswahl 2009 nicht wieder selbst eine Falle stellt", sagte die Hochschulpräsidentin. Eine Koalitionsabsage müsse inhaltlich begründet werden, fügte sie hinzu. In der SPD werden die ersten Auftritte Schwans als Präsidentschaftskandidatin offenbar als unglücklich empfunden.
Gesine Schwan: Nach SPD-internen Absprachen soll sie ihre Wahlkampfaktivitäten stark einschränken. (© Foto: dpa)
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Schwan sagte dem Berliner Tagesspiegel am Sonntag, die Wahrscheinlichkeit einer Koalition der SPD mit der Linken nach der Bundestagswahl 2009 betrage null Prozent. "Aber es ist besser und richtiger, wenn man das genau inhaltlich begründet, als wenn man kategorisch Abgrenzungsbeschlüsse fällt."
Angriff auf Lafontaine
Parteichef Kurt Beck sprach sich Ende Mai dafür aus, die Ablehnung einer Koalition mit der Linkspartei auf Bundesebene vom Parteitag bestätigen zu lassen. Schwan selbst hatte kurz nach ihrer Nominierung die Linke attackiert. Den Chef der Linken, Oskar Lafontaine, nannte sie einen "Demagogen".
Dennoch verteidigte er nun eine mögliche Wahl der Hochschulprofessorin zur Bundespräsidentin mit den Stimmen der Linken. Seine Partei lasse sich bei solchen Entscheidungen "nicht einmauern", sagte er auf dem Landesparteitag der Thüringer SPD am Samstag in Erfurt. Es könne nicht sein, dass die SPD keine Personalvorschläge machen dürfe, "weil andere diese ja mitwählen könnten". Diese "Ausgrenzungsdiskussion" sei vergleichbar mit dem parlamentarischen Umgang mit den Grünen in den achtziger Jahren. Zugleich kritisierte Beck auch den früheren Koalitionspartner: "Heute können die gar nicht schnell genug mit der Union ins Bett schlüpfen."
Eingeschränkte Wahlkampfaktivitäten
Das Nachrichtenmagazin Spiegel schrieb, Schwans Attacken gegen die Linke würden von Mitgliedern der SPD-Führung als überflüssig empfunden. Schwan sei "wie eine losgelöste Kanone, die ohne Halterung über das Schiffsdeck rollt", wurde ein Spitzenpolitiker zitiert. Mit einem kurzfristig inszenierten Pressegespräch habe Schwan bei der traditionellen Spargelfahrt des Seeheimer Kreises der SPD-Fraktion Beck düpiert. Schwan hatte auf der Fahrt spontan vor Journalisten über demokratietheoretische Fragen doziert.
Nach internen Absprachen solle Schwan nun bis zu ihrem Ausscheiden als Universitätspräsidentin im Oktober ihre Wahlkampfaktivitäten stark einschränken, schrieb der Spiegel. Danach solle ihr ein Stab aus dem Willy-Brandt-Haus zur Seite stehen.
SPD-Fraktionschef Peter Struck bekräftigte unterdessen in der BZ am Sonntag seine Sympathie für Bundespräsident Horst Köhler. Er habe "an der Arbeit von Horst Köhler nichts auszusetzen", sagte er. "Aber ich folge dem Votum des Parteivorstandes, der von seinem guten Recht Gebrauch macht und Gesine Schwan vorschlägt."
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(AP/bön/gal)
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Das ist doch schlau eingefädelt. Man versucht der SPD einzureden, die Linken seien "Schmuddelkinder", mit denen man nichts zusammen machen darf.
Das glauben z.B. die Stones.
Mit welcher Folge? Die SPD bleibt Juniorpartner der CDU oder muss in die Oposition.
Manch einem, dem es um sein Pöstchen geht, wird's gar nicht unrecht sein.
Für das Ziel, soziale Gerechtigkeit wieder bei uns einziehen zu lassen, ist das eine Katastrophe! Für die Habenden ist das einfach toll!
Der SPD und jetzt auch ihrer Kandidatin Schwan ist nicht mehr zu helfen. Sie können es einfach nicht lassen über Abgrenzung oder Koalitionsoptionen mit den Linken zu diskutieren . Alle anderen Parteien, besonders CDU/CSU und die Linken sehen dieser Selbstzerfleischungsdiskussion der SPD mit Freude zu, da sie ihnen stetigen Zuwachs garantiert.
Insbesondere hat die SPD noch nicht kapiert, dass die Koalitionsoption mit den Linken auch von der Koalitionsbereitschaft der Linken abhängt. Oskar Lafontaine ist der einzige Spitzenpolitiker, der glaubhaft belegen kann, dass es ihm - im Gegensatz zu allen anderen - nicht um Posten oder Regierungsmacht geht, sondern einzig und allein um die Durchsetzung seiner Friedens- und Sozialpolitik. Und es wird immer deutlicher, dass ihm dies sogar aus der Opposition heraus gelingt. Denn zum "Hinwerfen aus Überzeugung", wie es Oskar Lafontaine durch seinen Rücktritt und SPD-Austritt vorgemacht hat, fehlt den heutigen SPD-Politikern jegliche Statur (von den anderen Parteien gar nicht zu reden). Dann passt man sich schon mal vorsichtig den Argumenten der Linken an ohne es natürlich ggü. dem Wähler zuzugeben.
Kleinmütig und gefangen in ihren Machtoptionen jagen sie den einzigen aufrechten Spitzenpolitiker Deutschlands, der als "Spielverderber" ihre Klüngelpolitik nicht mitspielt und sie als abhängige Deppen von Lobbyisten dastehen lässt.
Wenn sogar immer mehr Christen (z.B. der Münchner Bischof Marx), direkt oder indirekt erkennen, dass das "C" eigentlich am wahrhaftigsten von den Linken vertreten wird, dann brennt's lichterloh im Lügenpalast der CDU/CSU und SPD.
Wie schnell das wieder geht bei den Sozis...
Die SPD bewegt nur noch EINES:
SPD = Sind Posten Da?
durch die Hintertüre: SPD + SED zusammenführen.
noch wird heftigst dementiert, jedoch wer glaubt das noch-