Koalitionen Es schwarz-grünelt in Deutschland

Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg ist eine schwarz-grüne Koalition nicht unwahrscheinlich.

(Foto: dpa)

Bündnisse aus CDU und den Grünen gibt es in den Ländern schon lange. Doch was bedeutet diese gute Stimmung für den Bund?

Kommentar von Heribert Prantl

Gut fünf Jahre nach dem Ende der schwarz-grünen Koalition im Stadtstaat Hamburg und zwei Jahre nach dem Beginn der erstaunlich lautlos arbeitenden schwarz-grünen Koalition im Flächenland Hessen schwarz-grünelt es ganz kräftig in Deutschland.

In der Flüchtlingspolitik gibt es eine partielle informelle Koalition zwischen der Merkel-CDU und den Realgrünen. Die Zeit der prinzipiellen und rasenden Animositäten zwischen diesen Parteien, das zeigt sich hier exemplarisch, ist lang vorbei.

In Köln, das mag auch ein kleines Indiz sein für gute schwarz-grüne Stimmung, formiert sich soeben eine Rathaus-Koalition aus CDU und Grünen - wie es sie auch in Frankfurt schon gibt. Und in Baden-Württemberg wird womöglich das Wahlergebnis in knapp zwei Wochen gar eine grün-schwarze Koalition möglich machen, geführt vom grünen Merkelisten Winfried Kretschmann.

Schon vor der letzten Bundestagswahl hatten Politologen die Stimmung gerochen und ein schwarz-grünes Bündnis auf Bundesebene für möglich gehalten und die Angst der SPD vor "Nachzieheffekten" in den Ländern beschrieben: Es könnte, so hieß es, Merkel gelingen, eine schwarz-grüne Koalition im Bund zumindest so lang erfolgreich zu führen, dass dies auf die Länder abfärbt. Nun könnte es sich umgekehrt entwickeln. Die Entwicklungen in den Ländern könnten auch Nachzieheffekte haben für den Bund.

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