Noch ist nicht klar, ob es in Schleswig Holstein zu Neuwahlen kommt: Doch alles andere wäre ein Drama. Das Land kann eine ständig lärmende Regierungskrise nicht mehr vertragen.
Es ist eine lange überfällige Entscheidung. Im Landeshaus zu Kiel fand seit Monaten eine Art Menschenversuch statt, bei dem die Protagonisten der großen Koalition immer brutaler ihre Belastungsgrenzen austesteten.
Ralf Stegner (l.) und Peter Harry Carstensen: SIe sind einander persönlich zuwider. (© Foto: dpa)
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Jetzt zieht die CDU mit Ministerpräsident Peter Harry Carstensen an der Spitze endlich die Notbremse. Die Koalition soll aufgekündigt, noch im September gewählt werden.
Derzeit ist nicht ganz klar, ob diese Neuwahlen tatsächlich zustande kommen. Doch alles andere wäre ein Drama für das Land, das mit einer extrem hohen Verschuldung und den Problemen bei der maroden HSH-Nordbank eine anhaltende, ständig lärmende Regierungskrise nicht mehr vertragen kann.
In immer kürzeren Abständen fielen die Spitzen der großen Koalition zuletzt übereinander her. Carstensen und SPD-Chef Ralf Stegner sind einander persönlich zuwider - und beiden fehlt erkennbar das nötige Feingefühl, um diese Abneigung in Zaum zu halten.
Noch vor wenigen Wochen versuchten sie, sich nach dem Streit über einen Sparhaushalt zusammenzuraufen. Die Eskalation in dieser Woche hat nun gezeigt, dass es einfach nicht mehr geht.
Für Carstensen war die Grenze der Zumutungen endgültig überschritten, nachdem der überdreht taktierende Stegner wieder einmal aus der Position der Regierungspartei Oppositionspolitik machen wollte.
In einem billigen Manöver versuchte Stegner, von der Empörung über die Millionen-Sonderzahlung an den Chef der HSH-Nordbank zu profitieren. Carstensen hat oft gesagt, seine Geduld sei erschöpft. Jetzt sollte auch Stegner diesen Schritt mitgehen - aus Gründen der Selbstachtung, vor allem aber auch aus Achtung vor dem Wähler.
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(SZ vom 16.07.2009)
Kapitalabzug aus Südeuropa
... warum es eine "Achtung des Wählers" ist, wenn sich die CDU den für sie günstigsten Zeitpunkt für vorgezogene Wahlen aussucht.
Für wen außerhalb Schleswig-Holsteins ist dieser Komödienstadel unbedeutender, profilsüchtiger Politiker wichtig oder auch nur interessant?
Immer mehr Bundesbürger werden Nichtwähler und das in der Demokratie wohl unvermeidliche Kasperltheater einfach ignorieren.
Dem Niveau hochbezahlter Politiker entsprechen Industrielle (z. B. VW-Porsche-Posse) und für krasse Fehlleistungen Boni einsammelnde, unfähige Banker. Das heutige Deutschland: ein intergalaktisches, bürgerfeindliches Trauerspiel!
Ob wir es gut finden oder nicht, politische Parteien suchen nach Vorteilen primär für ihre Partei. Es geht um Pfründenverteilung, um Pöstchen und sonstige Vorteile. Wenn dabei dem Gemeinwesen Vorteile entstehen, umso besser. Das wissen wir doch. Es ist ein Naturgesetz! Warum verübeln wir es den Sozis, der Auflösung des Landtages zu widersprechen? Die Überlegung ist doch klar: "Im September werden wir verlieren, aber im Mai nächsten Jahres sind die Grausamkeiten der neuen CDU-FDP-Koalition auf dem Markt und nach allen Erfahrungen der Vergangenheit profitieren wir davon! Also wäre doch Zustimmung zur vorgezogenen Parlamentsauflösung Dummheit," Oder sieht das hier jemand anders?
Hat die SPD und Herr Stegner darüber entschieden? Haben sie irgendwo dagegen gestimmt? Hat die SPD mitentschieden und stimmt der Vorwurf mit der Profilierung?
Wenn Herr Carstensen Neuwahlen möchte, kann er ja zurücktreten oder die SPD-Minister aus der Regierung zu entlassen? Aber die SPD muss doch dem nicht auch noch zustimmen!
Ist die Bezahlung bei der SZ so schlecht, dass man auch noch Wahlkampf für die CDU machen muss?
Dann auch noch mit sowas, was wie Moral aussieht - das ist doch eh ein Fremdwort für Politiker und andere egoman(n)en. Und es geht ja eigentlich auch nicht um Moral, sondern um Ethik, für die meisten Kombattanten ohnehin ein Fremdwort.
Aber von der SPD zu verlangen, sie solle politischen Selbstmord machen, ist nun wirklich ziemlich dreist. So doof sind dann selbst die Sozen nicht.
Paging