So gesehen, das spüren viele in Union und FDP, ist die Debatte bislang nicht zugunsten der neuen Regierung gelaufen. Zumal die entscheidenden Fragen übers Geld bis zuletzt nicht beantwortet werden. Umso mehr hoffen sie, dass sie eben mit den großen Themen punkten können, etwa mit Antworten auf Klimawandel und Energiesicherheit, auf demographischen Wandel und soziale Sicherheit.
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Doch selbst da läuft die Kommunikation bisher nicht rund. Wenige Spezialkapitel werden im Koalitionsvertrag so viel Gewicht finden wie jenes zum Klimaschutz, es enthält große Sätze wie: "Das Prinzip der Nachhaltigkeit prägt unsere Politik." Doch in der öffentlichen Wahrnehmung überlagerte die Kernkraft nahezu alles. Dabei soll sie nur ein Mosaiksteinchen sein, fast verschämt kommt die Atomkraft im Programm der Regierung irgendwo hinter den erneuerbaren Energien, dem effizienten Umgang mit Energie, modernen Kohlekraftwerken dran.
Dieses Kapitel, so viel ist klar, soll nach vorne weisen; und die längere Laufzeit jahrzehntealter Reaktoren ist da gar kein gutes Symbol. Die entsprechenden Zeilen sind daher kurz und dürftig. "Die Kernenergie ist eine Brückentechnologie, bis sie durch erneuerbare Energien ersetzt werden kann", formulierten die Partner. Auch will sich die neue Bundesregierung auf dem Papier nicht offensiv dafür einsetzen: Sie ist lediglich "bereit, die Laufzeiten zu verlängern". Alles Weitere will sie in einer "möglichst schnell zu erzielenden Vereinbarung" regeln. Über die einzelnen Formulierungen hatten die Koalitionäre lang gestritten; und was aus den Kernkraftwerken wird, ist nun nicht viel klarer als zuvor.
Leichter gingen Union und FDP offensichtlich die Bekenntnisse von der Hand, die deutlich in die Zukunft weisen. Von einer "Vorreiterrolle beim Klimaschutz" ist da die Rede, vom "Leitmarkt der Elektromobilität", von den "gewaltigen" Potentialen der erneuerbaren Energien. Von Einschnitten bleiben die Ökoenergien fürs Erste fast völlig verschont - obwohl viele dies vorher gefordert hatten. Schließlich sollen die Erneuerbaren "in einem dynamischen Energiemix die konventionellen Energien kontinuierlich" ersetzen. Wenn das mal nicht nach Zukunft klingt.
Von einer großen Idee ist das Kapitel über die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme beseelt, nämlich dem Umbau. "Was uns zusammenhält - solidarisch für eine lebendige Zivilkultur", lautet die Überschrift. Hört sich prima an, sagt aber wenig. In den vielen Zeilen, die die angehenden Koalitionäre über die Rente, die Gesundheit und die Pflegeversicherung verlieren, dreht es sich vor allem um eines - um den Umstand, dass die Zahl der älteren Menschen im Verhältnis zu der Zahl der jüngeren zunimmt.
Das sorgt schon in den nächsten Jahren für große Schwierigkeiten, weil diese Sozialkassen nach dem Prinzip funktionieren, dass die Arbeitenden die Nicht-Arbeitenden finanzieren. Ziel von Schwarz-Gelb ist deshalb im Prinzip zweierlei. Die wachsenden Kosten sollen die Arbeitgeber möglichst nicht belasten, weshalb die Arbeitnehmer in Zukunft wohl einen größeren Anteil ihrer Beiträge alleine zahlen müssen. Das bislang im Wesentlichen gültige Prinzip, dass die Unternehmen die Hälfte beisteuern, wird weiter aufgeweicht. Der Staat greift ein, um die Geringverdiener damit nicht zu überfordern. Für sie will die Koalition einen sozialen Ausgleich organisieren, wahrscheinlich über Steuern.
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(SZ vom 23.10.2009/woja)
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"Der Staat greift ein, um die Geringverdiener damit nicht zu überfordern. Für sie will die Koalition einen sozialen Ausgleich organisieren..." Hoffentlich kann der Geringverdiener auch mit der entstehenden Bürokratie umgehen, um seine Ansprüche durchzusetzen.
Es wird gleichzeitig offenbar, dass die Parteien mit dem vermuteten finanzpolitschen Wissen auch noch ihren Titel als Entbürokratisirer ad absurdum führen.
Da kein Lust besteht die Grundsicherung für Arbeitssuchende (besser bekannt als Hartz IV) in ruhiges Fahrwasser zu bringen, entscheidet man die verfassungswidrigen Jobcentren/Arbeitsgemeinschaften wieder zu trennen. Wobei das keine Entscheidung sondern nur die Realisierung der Rechtsprechung aus Karlsruhe ist.
Ergebnis: Geringverdiener werden sich künftig im Wust von zwei Behörden wieder finden. Nämlich zu erst muß über ihre Regelleistung entschieden werden und dann noch mal mit den gleichen Prüfungen durch die Kommune über die Kosten der Unterkunft.
Über das ganze ergehen dann zwei Bescheide im schönsten Amtsdeutsch, schließlich hat Karlsruhe ja gesagt, dass für den Bürger erkennbar sein muß, wer was warum entscheidet. Hoffentlich haben die Entscheidungen den gleichen Inhalt, aber sonst bleibt ja der Rechtsweg. Alles schön doppelt gegen jede Entscheidung einzelnd.
Ach ja der Rechtsweg... die Anwälte wird es freuen... es sind natürlich zwei Klagen möglich.
Aber was ist zu erwarten, wenn ein Anwalt der sein Lebtag nichts anderes gemacht hat als Politik und eine Physikerin, die in der sozialen Marktwirtschaft nicht einmal als etwas anderes als Politikerin "gearbeitet" hat, die Führung übernehmen.
Da es aber auf der anderen Seite auch nicht besser aussieht, auch dort nur Verantwortliche ohne Lebenserfahrung im normalen Leben. Solche Politiker sind doch anfällig für die Einflüsterer des Politmarketing.
Am besten alle Auswechseln, noch in der Kabine... aber dann gibt es kein Spiel. Aber nach einem solchen Training kann es ja nur ein Gurkenspiel geben. In vier Jahren werden viele ärmer sein, aber reicher an negativer Lebenserfahrung.
Ich sehe ,Sie haben das Spiel verstanden.
Es gibt bekanntlicherweise ab 2011 eine Schuldenbremse, mit und unter der Regie unserer Meisterin Merkel durchgesetzt. Der FDP, Westerwelle durfte es mit seiner Marktschreierei
veröffenltichen, ging diese Schuldensperre noch nicht weit genug. Und dann, man stelle sich das mal vor, will man das, auch wieder im Beisein der Frau Bundeskanzlerin, die von den Wählern so Verehrten, diese Bremse umgehen. Man hört kein Kommentar von Angie und unser Guido, man sieht nur die 3 Haushälter, wie sie nach einer Pressemitteilung, verschämt um die Ecke verschwinden. Ein schöner Trümmerhaufen, die neue Elite.
"Unseren Wohlstand für morgen sichern"
"Vorreiterrolle beim Klimaschutz"
"Leitmarkt der Elektromobilität"
Zwei Semester Politlyrik für Anfänger. Mit nem griffigen Satz bekomm ich alles verkauft. "Geiz is Geil!"
ZITAT: Erstens: Bei den Schulden von 40 bis 50 Milliarden handelte es sich um neue Schulden. Tatsächlich würden sie aus der mittelfristigen Finanzplanung herausfallen und offen und erkennbar in den Sonderfonds überführt werden. Zweitens, so einer der Verhandlungsführer, sei man den Begriff des Schattenhaushalts nicht mehr losgeworden.
Wenn dem so seien sollte. Warum macht man dann nicht einfach und läßt den Bürger bei der nächsten Bundestagswahl entscheiden ob es gut war. Ich fürchte eher man ist sich der Sache selber nicht sicher. Deshalb werden in den letzten Tagen immer mal Teilpläne an der Öffentlichkeit vorgestellt (dringen aus der geheimen Verhandlungsrunde), um zu schauen wie die Öffentlichkeit darauf reagiert. "Deutschland sucht die Superregierung!" Fehlt echt nur noch der Bohlen, denn wandere ich aus.
a) wg. "Komische Republik ...": Man versteht, wie Sie dies meinen. Dennoch ist in diesem Zusammenhang keinerlei komische Anmutung zu erkennen. Komisch ist nun wirklich anders
b) wg. "Wie auch immer - Politiker sind auch keine Leuchten.": Das mag schon hie und da zutreffen. Viel bedeutender hingegen ist der Umstand, dass sich - ob nun erleuchtet oder nicht - unter den Schwarz-Gelben zu viele befinden, die sich gar zu gerne als Speerspitze derjenigen verstehen, denen das Volk aber auch so was von am Allerwertesten vorbei geht. Und Letztere sind bezüglich der Durchsetzung ihrer Ziele und der Wege zu diesen aber gar nicht unterbelichtet
c) wg. "Die Kassen der Republik werden noch leerer.": Das ist so gewollt, weil dies eine unabdingbare Voraussetzung zur Desozialisierung unseres Staates und hin zu dessen Privatisierung ist. Bei auf Dauer gegebener finanzpolitischer Handlungsunfähigkeit von Bund, Ländern und Gemeinden lässt sich ein "Staat privat" dem Volk verkaufen wie geschnitten Brot. Die sachzwängliche "Alternativlosigkeit" wird das Volk fast von alleine nach entsprechenden Lösungen streben lassen.
Die LobbyistInnen des Volkes - unsere VolksvertreterInnen sind mehrheitlich schon längst zum Gegner des Volkes übergelaufen. Und die anteilig meisten Fahnenflüchtigen finden sich in den aktuell "verhandelnden" Koalitionsparteien.
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