Nachdem sich die vergangenen Tage Grünen-Chefin Roth und Bischof Mixa attackiert haben, streiten nun auch andere mit: Der neue CSU-Fraktionschef im bayerischen Landtag und die Präsidentin des Zentralrats der Juden.
Der Streit um den Augsburger Bischof Walter Mixa sorgt für schwere Verstimmung zwischen dem Zentralrat der Juden in Deutschland und der katholischen Kirche. Zentralrats-Präsidentin Charlotte Knobloch verlangte vom Vatikan Schritte gegen Mixa.
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Zentralrats-Präsidentin Charlotte Knobloch verlangt vom Vatikan Schritte gegen Bischof Mixa (© Foto: Robert Haas)
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Hintergrund ist die jüngste Äußerung des Öffentlichkeitsreferenten der Diözese Augsburg, Dirk Hermann Voß, der Grünen-Chefin Claudia Roth vorgeworfen hatte, ihr Angriff auf Mixa erinnere in der Wortwahl "in erschreckender Weise an die Propaganda-Hetze der Nationalsozialisten gegen die katholische Kirche und ihre Repräsentanten".
Roth hatte Mixa im Streit um den Ausbau der Kinderbetreuung als "durchgeknallten, spalterischen Oberfundi aus Augsburg" tituliert.
Knobloch betonte mit Blick auf die Äußerung des Bistumssprechers, wenn das auch Mixas Meinung sei, "dann sollten die Vorgesetzten Konsequenzen ziehen". Sie gehe davon aus, dass Schritte unternommen werden, damit so etwas künftig unterbleibe.
Das Bistum Augsburg habe sich "schon öfter sehr fraglich geäußert". Deswegen habe sie es vergangene Woche auch abgelehnt, bei einer Veranstaltung mit dem Titel "Judentum-Christentum - Vor der Herausforderung kultureller Verantwortung und religiöser Toleranz" in Augsburg mit Bischof Mixa auf einem Podium zu sitzen.
Roth: "Spalterischer Oberfundi"
Der bayerische CSU-Fraktionschef Georg Schmid hingegen rügte Grünen-Chefin Roth für ihre Wortwahl. Roth habe "jedes Maß des politischen Anstands verloren", sagte Schmid und betonte: "Wer einen Bischof mit den zutiefst beleidigenden Worten 'durchgeknallter, spalterischer Oberfundi' belegt, zeigt absolute Ignoranz gegenüber den Religionen."
Diese völlige Entgleisung könne nicht ohne Konsequenz bleiben: "Wenn Frau Roth noch einen Funken Anstand hat, entschuldigt sie sich."
Zwar müsse es zulässig sein, Mixas Standpunkt politisch zu bewerten. Aber es beschädige jede politische Kultur in Deutschland, "wenn man so verbal Amok läuft wie Frau Roth".
Die Politik müsse immer auch darauf achten, welches Vorbild sie selbst für den gesellschaftlichen Diskurs gebe. "Claudia Roth ist eindeutig ein schlechtes Vorbild", sagte der CSU-Politiker.
Schmid: "Inakzeptable Verbalattacke"
Die Grünen-Vorsitzende hätte laut Schmid bedenken müssen, dass ein "dermaßen unkontrollierter Angriff auf einen katholischen Kirchenführer auch die religiösen Gefühle der Gläubigen verletzt".
Ebenso inakzeptabel wäre eine solche Verbalattacke auch auf einen evangelischen Bischof, einen jüdischen Rabbi oder einen muslimischen Imam, sagte Schmid und fügte hinzu: "Aber es bleibt der üble Beigeschmack, dass unter den Grünen vor allem ein Angriff auf die katholische Kirche zur parteiinternen Profilierung taugt."
Inzwischen meldete sich auch die bayerische Grünen-Vorsitzende Theresa Schopper zu Wort. Inhaltlich gebe es nichts zurückzunehmen, erklärte Schopper. Das Wort "durchgeknallt" sei Roth im Eifer der Debatte durchgerutscht.
"Ich glaube, der spalterische Oberfundi hätte gereicht." Sie glaube nicht, dass Mixa durchgeknallt sei und im Affekt rede, sondern dass er sehr bewusst seine Worte setze, sagte Schopper. Kritik übte sie auch an der Aussage an Mixas Pressesprecher Voß, die Grünen seien auf allen Ebenen für Christen nicht wählbar.
Bischof Mixa meldete sich zunächst in der Debatte nicht persönlich zu Wort. Das Landeskomitee der Katholiken in Bayern rief zur Mäßigung auf. "Da sollte man sachlich diskutieren und nicht mit Ausdrücken um sich werfen", sagte der Vorsitzende Helmut Mangold. Roth sei mit ihrer Äußerung weit übers Ziel hinausgeschossen.
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(ddp/bavo/odg)
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