Neue Unwetter haben am Wochenende in Europa mindestens 60 Menschen das Leben gekostet und Schäden in Milliardenhöhe verursacht. Für die Nacht und den Montag sind erneut schwere Regenfälle angekündigt.

So rechnete der Deutsche Wetterdienst für die Nacht zum Montag mit weiteren ergiebigen Niederschlägen vor allem im Südosten Bayerns sowie im Bayerischen Wald. Bis zum Montagvormittag seien in diesem Gebiet anhaltende Regenfälle mit 30 bis 70 Litern pro Quadratmeter zu erwarten, hieß es.

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Das Bayerische Landesamt für Wasserwirtschaft rechnete auf Grund des angekündigten neuen Dauerregens mit einer Verschärfung der Hochwasserlage insbesondere an der Donau und ihren südlichen Zuflüssen.

Sintflutartige Regenfälle hatten am Samstagabend in Teilen Oberbayerns und Schwabens Keller, Häuser und Straßen überflutet. In den oberbayerischen Ortschaften Moosach und Glonn stand das Wasser brusthoch in den Straßen, nachdem Bäche über die Ufer getreten waren. Das Landratsamt Ebersberg löste Katastrophenalarm aus.

In den betroffenen Gebieten waren Tausende von Helfern auch am Sonntag noch pausenlos im Einsatz. Personen kamen nach Angaben der Polizei bislang nicht zu Schaden.

Auch Niedersachsen und Baden-Württemberg betroffen

Im baden-württembergischen Reutlingen wurde kurz vor Mitternacht ebenfalls Katastrophenalarm ausgelöst.Ganze Straßenzüge und zahlreiche Gebäude standen unter Wasser. Die Stadtautobahn zwischen Reutlingen und Tübingen war nach Angaben der Stadt teilweise überflutet.

Auch Niedersachsen wurde vom Unwetter heimgesucht. Zu Überschwemmungen kam es vor allem in Bad Gandersheim am Harz und in Wolfenbüttel, wo zwei Straßen gesperrt werden mussten.

Kritik an russischen Rettungskräften

Auch im Rest von Europa richteten Unwetter schwere Schäden. Am schlimmsten betroffen war die russische Schwarzmeerküste nahe der Stadt Noworossiisk. Dort starben 55 Menschen in den Fluten, darunter zwei Kleinkinder, wie eine Sprecherin des Ministeriums für Notlagen mitteilte.

Die Rettungsmannschaften suchten das ganze Wochenende lang nach weiteren Opfern der Unwetter. Tausende Menschen, darunter 1.500 Kinder, mussten aus Sommerlagern und Dörfern der Region in Sicherheit gebracht werden. Die Wassermassen zerstörten die Wassermassen 70 Wohnhäuser und 18 Brücken.

Viele von den Unwettern betroffene Touristen kritisierten die nach ihrer Ansicht zu langsame Reaktion der Behörden. Die Einsatzkräfte hätten trotz der Notsituation keine Überstunden gemacht. Am Sonntag schien am Schwarzen Meer die Sonne und erleichterte die Aufräumarbeiten.

Österreich fürchtet die nächste Regenfront

In den Hochwassergebieten Nieder- und Oberösterreichs hat am Wochenende die Angst vor neuen Regenfluten die Stimmung gedrückt. "Wir können nur noch beten", schilderten die Behörden und die Einsatzkräfte bei den Aufräumarbeiten ihre Hilflosigkeit.

In der Nacht zum Montag werde ein neues Adriatief wieder große Regenmengen, zwischen 50 und 100 Litern pro Quadratmeter, in die Krisengebiete bringen, hatten die Meteorologen am Sonntag in Wien angekündigt. Neue schwere Überschwemmungen wären dann unvermeidlich, weil der Boden mit Wasser gesättigt ist. Der Grundwasserspiegel reiche in vielen Gebieten bis knapp unter die Oberfläche, berichteten Hydrologen.

Die Feuerwehren haben nach eigenen Angaben Einsatzpläne für den Fall von neuen Überschwemmungen ausgearbeitet. Überall in den Krisenregionen seien Depots mit Sandsäcken zum Abdichten der Häuser angelegt worden, hieß es. Die Hilfsmannschaften gruben am Wochenende Behelfskanäle, damit die neuen Wassermassen abfließen können. Auf der anderen Seite wurden die Dämme, die für den Abfluss des alten Hochwassers gesprengt worden waren, wieder geschlossen.

Auch über Teile Tschechiens, Bulgariens, Rumäniens und Italiens waren am Wochenende erneut Wassermassen hereingebrochen. Eine wetterbesserung ist in Deutschland für Dienstag vorhergesagt.

(sueddeutsche.de/dpa/AP/AFP)

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