Der amerikanische Präsident George W. Bush spricht erstmals von Klimazielen und stiftet Verwirrung - vor allem beim G-8-Gastgeber Deutschland.
Fast ist es wie in Gleneagles 2005. Auch damals kamen die Staats- und Regierungschefs der G8 zusammen, auch damals sollte der Klimaschutz eine wichtige Rolle spielen. Am Ende stand eine wachsweiche Erklärung - und wenig später eine US-Initiative.
Hat sich nun auch zum Klimaschutz geäußert: Der amerikanische Präsident George W. Bush (© Foto: AP)
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Sie hieß "Asia-Pacific Partnership" und brachte sechs Länder zusammen: außer den USA waren das China, Indien, Japan, Südkorea und Australien. Vor allem die saubere Technologie, so vereinbarten die sechs, solle das Klima schützen. Bis heute ist nicht geklärt, ob die Initiative je etwas für das Weltklima gebracht hat - und doch will US-Präsident George W. Bush seinen neuesten Vorstoß offenbar ausgerechnet auf seine Asien-Partnerschaft aufsatteln.
15 Staaten, so verkündete das Weiße Haus am Donnerstag, sollen zunächst in die Initiative eingebunden sein - das entspräche exakt der Schnittmenge aus jenen Industrie- und Schwellenländern, die in Heiligendamm zusammentreffen, und der Asien-Partnerschaft des Präsidenten.
Zu den G-8-Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, USA, Kanada und Russland) kämen die wichtigsten Schwellenländer (China, Indien, Südafrika, Brasilien und Mexiko) sowie Australien und Südkorea. Gemeinsam verantworten sie mehr als 80 Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen.
"Der Weg führt über Technologie"
Sie alle, so schlägt Bush vor, sollen in den nächsten Monaten einen neuen Ansatz für den Klimaschutz ausklügeln. Ende 2008 soll dann ein "langfristiges globales Ziel für die Senkung der Treibhausgase stehen", kündigte Bush an. Offen ließ er aber, wie ein solches Ziel aussehen soll: Ob sich Staaten, wie im Kyoto-Protokoll, feste Minderungsziele geben sollen, ob es um eine Begrenzung der Erderwärmung geht, ob Washington bloß eine Selbstverpflichtung will.
Wie schon in der Asien-Initiative soll auch hier das Knowhow die Hauptrolle spielen. "Der Weg, diese Herausforderung zu meistern", sagt Bush, "führt über Technologie, und die USA sind in Führung." Aus Australien, das mit dem Kyoto-Protokoll so wenig zu tun haben will wie Amerika, erhielt Bush prompt Applaus.
Keine Konkurrenz
Die Bundesregierung dagegen ringt noch um die richtigen Worte. Einerseits, so führte Sprecher Ulrich Wilhelm am Freitag aus, sei ja jede Bewegung "wichtig und richtig". Gleichzeitig fürchtet Kanzlerin Angela Merkel aber, der US-Vorschlag könnte die Bemühungen um eine Fortschreibung des Kyoto-Protokolls behindern.
"Bei aller Anerkennung für unterschiedliche Initiativen", formulierte Wilhelm diplomatisch, "ist für uns immer klar, dass sie unter dem Dach der Vereinten Nationen erfolgen müssen."
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