EU-Umweltkommissar Dimas fordert ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Zudem sollen Flugtickets um bis zu 40 Euro teurer werden. Bundesregierung plant einen Klimaschutzgipfel.
Nach dem EU-Gipfel in Brüssel zum Klimaschutz hat der griechische EU-Umweltkommissar Stavros Dimas ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen gefordert. Aus vielen Gründen sei dies "sehr sinnvoll".
EU-Umweltkommissar Stavros Dimas fordert ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. (© Foto: dpa)
Anzeige
In der "Bild am Sonntag" sagte Dimas: "Es gibt so viele Bereiche, in denen wir völlig sinnlos Energie verschwenden und das Klima belasten. Eine einfache Maßnahme in Deutschland könnte ein generelles Tempolimit auf Autobahnen sein." Diese seien völlig normal in den meisten EU-Staaten wie auch in den USA - "nur in Deutschland wird das merkwürdigerweise kontrovers diskutiert."
Der griechische Umweltkommissar betonte die besondere Verantwortung Deutschlands für den Klimaschutz. Ein Durchbruch werde "nur gelingen, wenn die EU-Staaten jetzt in der Praxis beweisen, dass Klimaschutz machbar und bezahlbar ist - insbesondere Deutschland als wichtigste Industrienation".
Dimas konkretisierte zugleich Planungen der EU-Kommission, den Flugverkehr zu verteuern. "Eine der nächsten Maßnahmen aus Brüssel ist die Verbesserung und Erweiterung des Emissionshandels, der den Schadstoffausstoß der Industrie regelt. Auch der Flugverkehr wird künftig einbezogen. Die Erhöhung der Ticketpreise wird im Bereich von neun Euro für einen Flug in Europa und um 40 Euro für einen Flug in die USA liegen", betonte Dimas in der "Bild am Sonntag".
SPD-Fraktionschef Struck warnt vor "Klima-Hysterie"
Angesichts der Klima-Debatte warnte SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck vor einer "Hysterie". Der "Bild am Sonntag" sagte er, er unterstützte damit entsprechende Äußerungen von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und EU-Kommissar Günther Verheugen (SPD).
"Glos und Verheugen haben Recht - ich schließe mich der Warnung vor der Klima-Hysterie ausdrücklich an. Es macht keinen Sinn, jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf zu jagen", sagte Struck.
Plötzlich stehe nur noch der Klimawandel im Mittelpunkt, Arbeitsplätze in Deutschland seien egal, kritisierte der Fraktionschef. "Wenn wir eine Debatte darüber führen, wie viel Gramm Kohlendioxid ein Auto ausstoßen darf, dann müssen wir die Auswirkungen auf die Unternehmen im Augen haben", betonte er.
Es gehe bei diesen Debatten auch um den Wirtschaftsstandort Deutschland. "Und beides, Klimaschutz und Wirtschaftstandort, ist in Übereinstimmung zu bringen", forderte der SPD-Politiker.
Bundesregierung plant einen Klimaschutzgipfel
Nach Ostern will die Bundesregierung einen Klimaschutzgipfel veranstalten. Zu diesem Forschungsgipfel sollten 200 Wissenschaftler eingeladen werden, kündigte Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) in der "Bild am Sonntag" an. Die Ministerin sagte, rund 2000 "ausgezeichnete Forscherinnen und Forscher" beschäftigten sich in Deutschland mit dem Klima und den drohenden Folgen seiner Veränderung.
"Wir müssen die Erkenntnisse der Experten zusammenführen und eine Strategie entwickeln, um eine lebenswerte Umwelt auch in Zukunft zu bewahren", forderte Schavan.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de/AFP/AP/dpa)
Stockender Kita-Ausbau
Vermutlich liege ich gar nicht so falsch anzunehmen das viele der hier kommentierenden Streiter für schleichenden Verkehr:
- ein bis zweimal im Jahr in Urlaub fliegen, vielleicht sogar nur übers Wochenende
- tagein tagaus im Dezember und Januar ihr "lichterverkettetes" Haus strahlen lassen
- Salat aus Spanien essen
- ihr Wohnzimmer auf 22 Grad aufheizen
- stundenlang täglich Fernseher und Computer am Laufen haben
- KEIN Auto haben das weniger als 5 l / 100km verbraucht haben
- im Haus / im Auto / in der Kneipe wenn andere dabei sind qualmen wie die Schlote
- exotische Früchte die eingeflogen werden konsumieren
- usw. usw. usw.
Was gibt diesen Leuten die Berechtigung für mich ein Tempolimit zu fordern??? Ich werde weiter versuchen mit allen Dingen vernünftig umzugehen - aber solange Leute zum Shoppen nach Rom fliegen mit Ryan- oder sonstiger - Billig-air - werde ich mir nicht die Freiheit nehmen lassen mal ab und zu mit 250 km/h die Welt an mir vorbeifliegen zu lassen.....
Es ist so herrlich - fürchterlich Deutsch solchen undifferenzierten u. polarisierenden Unsinn von sich zu geben und die Allmacht des eigenen Arguments ins Feld zu führen - Leute, fangt mal an zu denken - das Auto ist nicht unser größtes Problem, es ist sicher eines davon, aber die Energie die hier in blödsinnige Diskussionen verschwendet wird wäre besser investiert wenn sich jeder mal über seine eigene Öko-Bilanz Gedanken machen würde und bei dem jeweil individuell größten Energieverbrauch ansetzen würde zu sparen.
Oder wollt Ihr morgen den Rindviechern das Furzen verbieten - weil das ist ja auch nicht gut fürs Klima.........
;-)
Jetzt aber!
Natürlich sollte so schnell wie möglich eine Geschwindigkeitsbegrenzung her. Die geforderten obligatorischen 130 km/h sind noch grosszügig ausgelegt.
Auf Landstraßen sollte eine strigente Reduzierung auf 80 km/h erfolgen und noch dann sind wir von einer wirklich ausgewogenen Zielsetzung weit entfernt.
Deutschland ist nicht nur Weltmeister der Herzen sondern auch Weltmeister im Schaumschlagen und plakativen Wettsülzen!!!
Mit Ihrer Monoperspektive stehen sie klimatisch jetzt schon am Rand der Diskussionsebene.
Da sind andere Länder in der Tat uns weit voraus.
Manche Beiträge von unbelehrbaren Rasern (wer mehr als 130 km/h fährt, kann nur so bezeichnet werden, und wer schreibt man "schleicht mit 130 km/h dahin", der sollte mal einen Psychiater aufsuchen), die hier verfasst wurden, sind schon seltsam.
Da ist die Rede davon, dass sowieso schon die meisten Autobahnen reglementiert sind, ja also warum denn dann nicht das ganze Autobahnnetz, wie auf der kompletten restlichen Welt auch???
Wenn man mit 120 km/h bis 130 km/h auf der linken Spur überholt muss man ständig bangen, dass nicht hinter einem plötzlich ein Katapult angeschossen kommt, am besten noch mit Lichthupe, das einen zwingt schneller zu fahren und schleunigst wieder die mittlere Spur aufzusuchen. Abgesehen davon, dass man wegen der Raser oft Minuten braucht, bis man endlich auf die linke Spur kommt.
Schnell fahren macht aggressiv und das merkt man vor allem auf den Autobahnen.
Es kann nicht mehr lange dauern, bis das Tempolimit kommt, der Druck wächst ständig, und das ist auch gut so.
Keine freie Fahrt für freie Bürger sondern vernünftige Fahrt für verantwortungsbewusste Bürger.
...the Greeks will tell the Germans how to make beer?
Der Titel bezieht sich ausdrücklich NICHT auf die aktuelle Debatte um Herrn Dimas.
Auch Herr Tröge u.a. forderten bereits Tempolimits.
Ein Tempolimit ist schon lange erforderlich, allein aus europäischer Harmonisierung, kaum ein anderes europäisches Land besitzt Autobahnen die geschwindigkeitsunbegrenzt befahrbar sind.
Meine Prognose: Das sind alles Rückzugsgefechte. Von denen, die noch nicht annähernd begriffen haben, was auf die industriealisierte westliche Welt zukommen wird um den Klimawandel zu gestalten.
Ich finde Herr Fritz Vorholz hat es in der ZEIT schon besser beschrieben:
http://www.zeit.de/2007/11/Oeko
Aber abseits davon:
Es gibt schlicht keinen vernünftigen Grund auch nur die Ermangelung der Geschwindigkeitsbegrenzung beizubehalten. Und dabei spielt die Durchschnittsgeschwindigkeit keine Rolle.
Unserem italienischen Kollegen sei gesagt: 130 km/h ist die effizienteste Geschwindigkeit der Fortbewegung.
Der Markt regelt es nicht. Die Kosten sind nicht internalisiert. Wir können entweder das tun oder verbindliche gesetztliche Obergrenzen vorgeben.
Warum nicht beides?
Ziel muss sein: Reduktion der CO²-Emissionen. Und ich denke, mancher wird sich demnächst in einer "ökodiktatur" wiederfinden.
Sie ist auch bitter notwendig.
Unsere Wirtschaften wachsen alle viel zu schnell gemessen an ihrem damit in Verbindung stehenden Energieverbrauch.
Wie leben und lebten auf Kosten Anderer. Nur leider bekommen wir - so scheint es - nicht als erster die Konsequenzen zu spüren.
Mag zwar zynisch und pessimistisch klingen: Es müssten auf uns viel drastischere Folgen zukommen da wir sehr viel stärker für die Problematik verantwortlich sind als z.B. die Chinesen (im Pro-Kopf-Vergleich).
Die Autoindustrie machte sicher Fortschritte. Sie baut und verkauft aber die Autos, die der Konsument will und kauft. Das sind Marktprinzipien. Wenn aber die Kosten der Umweltbelastung nicht internalisiert sind und daher Benzinpreise und Verschmutzung viel zu günstig verkauft werden, muss eine gesetzliche Regelung her. Meint irgendjemand der Markt würde das selbst internalisieren? Dazu hatte er über 50 Jahre Zeit, geschehen ist nichts durchgreifendes.
Letztlich geht es im Markt nur über den Preis. Höhere Belastung muss drastisch teuerer werden, Dimas Vorschlag von 9 EUR zum Ticketpreis in der EU ist m.E.n. noch zu wenig. Aber immerhin ein guter Anfang. Wo sind die Vorschläge des Marktes, vollkommen sinnlose Ticketpreise - wie ein Komplettflug FRA-PALMA Hin/Rück für 40 EUR - vom Markt zu nehmen? Gibt es nicht, weil es von den Konsumenten gekauft wird.
Und so zieht sich das durch.
Der Verlagerung des Straßenverkehrs in die Luft kommt man mit Einbeziehung des Luftverkehrs in das Emissionshandelssystems bei.
Es müssen bei der Mobilität endlich die komplett anfallenden Kosten getragen werden. Kann ich das als Verbraucher oder Wirtschaft nicht, kann ich eben die Mobilität nicht nutzen.
Und zum Arbeitspltzargument:
Natürlich können Politiker und Funktionäre nur bedingt hiergegen agieren und argumentieren. Auf lange Sicht wird ihnen aber nichts übrig bleiben.
Wie arm ist "Argument", wir sollten nicht allein vorangehen, es bringe nichts, wenn Chinesen und Amerikaner nicht mitzögen. Wie armselig. Geschieht also gar nichts.
Hier werden die Preise nicht so weit zurückgehen, dass auch der letzte Amerikaner merkt, dass er es sich auf Dauer nicht leisten kann sinnloserweise SUV zu fahren.
Und was die Verbote betrifft: Geld in die Hand nehmen und eine angemessenen öPNV fördern. In den letzten Jahren wurden die Investitionen zu Gunsten des Individualverkehrs reduziert.
FAZIT HIER:
PRO Tempolimit, 130km/h.
Mit freundlichen Grüßen
Diemo Schaller
Paging