Von Michael Bauchmüller

Wirtschaftsminister Glos will in Brüssel wegen des Atomausstieges mehr Emissionszertifikate fordern. Umweltminister Gabriel hat dies zurückgewiesen.

Die Bundesregierung ist uneins über die Rolle der Kernkraft im EU-Emissionshandel. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat einen Vorstoß seines Wirtschafts-Kollegen Michael Glos (CSU) zurückgewiesen, Brüssel solle Deutschland mehr Emissionszertifikate zuweisen - als Ausgleich für den Atomausstieg.

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Die EU will den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids rapide senken und die Regeln für den Emissionshandel weiter verschärfen. Deutschland aber, so das Wirtschaftsministerium, sei durch den Atomausstieg auf weitere Kohlekraftwerke angewiesen. Also brauche es mehr Emissionsrechte als vorgesehen. Kohlekraftwerke stoßen, anders als Atomreaktoren, große Mengen CO2 aus. Gabriel wies den Vorschlag zurück.

Der Atomausstieg sei in die Kalkulation der Kommission schon eingeflossen. "Es dürfte in Brüssel mit gutem Grund auf Unverständnis stoßen, wenn Deutschland sich den Ausstieg (...) doppelt anrechnen lassen möchte", schreibt Gabriel. "Im Übrigen entnehme ich Ihren Vorschlägen, dass nunmehr auch Sie davon ausgehen, dass der gesetzlich festgelegte Atomausstieg weit über die nächste Legislaturperiode hinaus Bestand haben wird", so Gabriel.

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(SZ vom 08.04.2008/bavo)