Der Wäschetrockner
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(© Foto: iStock)
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Mein Leben ist ein anderes, seit ich meine kleine Tochter habe. Vor der Waschmaschine türmten sich plötzlich Berge in Dunkel, Weiß und Bunt - also eigentlich Rosa in allen Abstufungen - und manchmal sah unsere Wohnung zugestellt mit Trockenständern aus, als würde ich noch immer die Wäscherei meiner Urgroßmutter betreiben, deren Freilufttrocknung ein Qualitätsmerkmal war.
Doch damit ist seit einer Weile Schluss: Denn das Leben ist wieder normal geworden, seit neben der Waschmaschine ein Trockner steht. "Energieeffizient" prangt da ganz groß vorne auf der Türe und mit einem roten Pfeil ist das beruhigend grüne B markiert, nur A wäre noch energieeffizienter, aber B ist ja auch schon gut, sehr gut sogar, suggeriert es doch, man würde gewissermaßen durch einen Wäschetrockner auch noch Energie sparen.
Natürlich weiß ich, dass dem nicht so ist. Immer wieder plagt mich deswegen ein schlechtes Gewissen und ich hänge wieder sorgfältig alles auf die Leine. So lange, bis meine Tochter unter einem der Wäscheständer Sockenrunterziehen spielt, über jeder Tür ein nasses Spannbetttuch hängt, die Kinderpullover am nächsten Tag noch immer feucht sind und sich das Handtuch gar nicht weich und flauschig, sondern kratzig und bretthart anfühlt.
Dann werde ich wieder schwach, werfe alles, was ich finden kann in den Trockner, höre das beruhigende Wummern der Trommel - und versuche mein schlechtes Gewissen zu verdrängen.
Und meine Tochter? Die hat zu der Klimasünde in unserer Küche ein wesentlich entspannteres Verhältnis. Schließlich blinkt und piepst und wummert das Teil so schön und wenn man sich davor stellt, pustet es einem warme Luft ins Gesicht. Passe ich nicht auf, kommt es schon mal vor, dass der Trockner leer läuft - oder ein absolut trockener Holzbaustein dort einsam seine Runden dreht. Ein schlechtes Gewissen hat die Kleine nicht. Sie hat ja ein Vorbild.
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