Das Babyglas

Anzeige

Okay, ja. Ich bin auch eine Klimasau. Ich werfe die Hipp/Alete/Alnatura-etc.pp.-Gläschen meiner Tochter (1,3 Jahre alt) in den Müll. Manchmal. Und dann mit schlechtem Gewissen. Aber - und das muss man betonen - ich habe mehrere Jahre in Hamburg St. Pauli gewohnt. Und da bin ich versaut worden. Denn dort gab es gar keine Mülltrennung, weil das zumindest in diesem Stadtviertel einfach keinen Sinn macht. Oder machte das nur in meiner Straße keinen Sinn, einer Verlängerung der Großen Freiheit? Ich weiß es einfach nicht, ich habe es nur so gemacht wie die anderen Leute aus meinem Hinterhof auch.

Aber jetzt mal ganz ehrlich, ich habe so vom Hörensagen gehört, dass man beispielsweise Papier ruhig mal in die Mülltonne schmeißen kann, weil die Müllverbrennung sonst eh nicht funktionieren könne. Ob das stimmt? Keine Ahnung, wer gibt mir solche Infos? Und diese Miniglasgläschen mit Brei- und Nudelpampe-Resten, die würden sich ansonsten auf dem Balkon stauen. Weil ich es nicht regelmäßig zum kilometerweit entfernten Glassammelcontainer (schönes Wort) schaffe. Und dann sieht es auf dem Balkon schnell aus wie bei Hempels unterm Sofa. Obwohl ich eigentlich auch wirklich nicht weiß, wie es da aussieht.

Jedenfalls bin ich der Meinung, man sollte nicht übertreiben mit der Mülltrennerei. Denn so geordnet wie der Müll ist doch unser alltägliches Leben auch nicht. Oder?

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Sonne, Mond und Krieg

Die Nuba: Leni Riefenstahls Bilder machten sie einst bekannt. Heute sucht das Volk aus Sudan Schutz in Höhlen und Felsspalten – vor den Bomben des Regimes in Khartum. Ein Frontbericht. Seite Drei Jetzt lesen ...