Wer geht wie weit? Beim Klimagipfel in Kopenhagen warten alle Verhandlungspartner darauf, dass das jeweils andere Land den ersten Schritt tut.
Das Drehbuch ist geschrieben, die Akteure sind auf der Bühne. Das vereinbarte Szenario sieht vor, dass an diesem Donnerstag die letzten von mehr als 120 Regierungschefs aus aller Welt in Kopenhagen auf dem Klimagipfel eintreffen, dass sie dort bis Freitag intensiv verhandeln, und womöglich erst in den frühen Morgenstunden des Samstags, eine lang ersehnte Vereinbarung unterzeichnen.
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Einige Tage vor dem geplanten Finale ist noch nicht klar, ob die Klimakonferenz in Kopenhagen ein Erfolg wird. Sicher ist nur: Es gibt keinen "Planet B". (© Foto: Reuters)
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Darin verpflichten sie sich, die Erwärmung der Atmosphäre auf zwei Grad gegenüber vorindustriellem Niveau zu begrenzen und die ärmsten Länder finanziell beim Bau von Dämmen oder modernen Kraftwerken zu unterstützen. Weitere Details verweisen sie an ihre Diplomaten. Die Chefs werden einander erleichtert in die Augen schauen, die Menschen draußen vielleicht jubeln.
Denn in den Tagen zuvor sah es so aus, als würde die Konferenz scheitern. Die vorliegenden Zusagen der Länder zur Verringerung der Treibhausgase reichten längst nicht aus, um die Erderwärmung so weit zu begrenzen, dass die schlimmsten Klimaänderungen ausbleiben.
Gespräche "auf Messers Schneide"
Erst als die größten Luftverschmutzer, die USA und die Europäische Union, in letzter Minute ihre Vorschläge nachbesserten, gelang der Durchbruch. So weit der Plan, der am Rande der Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag des Mauerfalls in Berlin entstanden sein soll.
Natürlich ließ sich am Mittwoch, wenige Stunden vor dem geplanten Finale, nicht voraussagen, ob sich alle daran halten werden. Die Streitigkeiten um finanzielle Hilfen für Entwicklungsländer und Reduktionsziele für Klimagas unter den Verhandlern nahmen jedoch - wie vorgesehen - drastisch zu. "Auf des Messers Schneide" stünden die Gespräche, stöhnte ein hoher EU-Diplomat. Die Europäische Union steht ohnehin seit Beginn der Konferenz in der Kritik.
Anders als bei vergangenen Klimaverhandlungen seien die europäischen Vorschläge "völlig unzureichend", sagte Jennifer Morgan, Direktorin des World Resources Institute in Washington. Seit der EU-Erweiterung im Jahr 2004 habe die EU ihre weltweite Führungsrolle praktisch aufgegeben, da sich die 27 Länder untereinander kaum einigen konnten.
Ohne Geld kein Abkommen
Sie forderte die großen EU-Länder auf, allein voranzugehen. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der britische Premier Gordon Brown stünden unter "besonderer Verantwortung". Sie müssten die Reduktionsziele nachbessern und ärmeren Ländern langfristige Finanzzusagen machen. "Wenn kein Geld auf den Tisch kommt, gibt es kein Abkommen", sagte auch Erwin Jackson, Direktor des Climate Institute in Sydney.
Die EU wies die Vorwürfe zurück. "Andere Länder müssen sich jetzt bewegen", sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso.
Die Chefs der Umweltorganisationen Oxfam, WWF und Greenpeace warnten, das Zögern der Industriestaaten, die armen Entwicklungsländer langfristig finanziell zu unterstützen, sei "ein absoluter Grund zum Abbruch". In den Verhandlungsrunden musste sich Dänemarks Premier Lars Løkke Rasmussen gegen Vorwürfe der chinesischen Delegation verteidigen, die dänische Verhandlungsführung sei "unzureichend".
Die Dänen würden keine verhandelbaren Vorschläge auf den Tisch legen, alles werde verzögert, kritisierten die Chinesen. Am Mittwoch warteten die Teilnehmer stundenlang auf ein neues Verhandlungspapier. Venezuelas Staatschef Hugo Chávez nutzte das UN-Forum, um gegen die aus seiner Sicht mangelhaften Vorschläge zum Klimaschutz und ganz allgemein gegen die westlichen Industriestaaten zu wettern.
Die wachsenden diplomatischen Spannungen verdecken aber das eigentliche Drama. Die von den Industrieländern einschließlich der USA vorgelegten Ziele zur Reduktion von Treibhausgasen bis 2020 addieren sich bisher nur auf rund zwölf Prozent. Das ist weniger, als bisherige Verpflichtungen vorsehen. Und es ist verschwindend wenig, verglichen mit den Empfehlungen der UN-Wissenschaftler. Demnach müssen die Emissionen zwischen 25 und 40 Prozent sinken, um überhaupt in greifbare Nähe des Zwei-Grad-Ziels zu kommen.
Nichts als Zahlenspiele
Wollen sie öffentlich glaubwürdig bleiben, müssen die Regierungschefs also nachbessern. Insider erwarten, dass die Europäer versprechen werden, ihre Emissionen um bis zu 30 Prozent zu mindern. Kanzlerin Merkel hat das längst eingeplant. Deutschland will seine Emissionen bis 2020 um 40 Prozent verringern. Das entspräche dem neuen EU-Ziel.
Für Umweltorganisationen sind die neuen Zahlen nichts als "Zahlenspiele". Stephan Singer, Chef der europäischen WWF-Vertretung, warnte die Regierrungschefs davor, öffentlich strengere Reduktionsziele zu beschließen, im Kleingedruckten der Verträge jedoch zu viele "Schlupflöcher" offen zu lassen.
Immer mehr Konzerne verlagerten ihre Reduktionen ins nichteuropäische Ausland, nutzten Gutschriften für nicht abgeholzte Wälder oder verwendeten unrechtmäßig Emissionsrechte. Europäische Verhandlungskreise sehen das ähnlich. "Wir werden hier eine Vereinbarung unterschreiben", sagte ein hoher EU-Diplomat. "Die Frage ist nur, wie viel Substanz sie enthält".
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(SZ vom 17.12.2009/liv)
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Persönlich habe ich den Eindruck, hier soll Geld eingesammelt werden( Merkel natürlich spendabel) das in unbekannten Kanälen verschwinden wird. Das Klima wird sich jedoch nicht ändern und die Natur hilft sich natürlich selbst. Merkel... "ich bin der festen Überzeugung...bla bla... und unsere Staatsverschuldung steigt ins Unermeßliche.
Also halten wir es mit der FDP: Steuern runter (Verschuldung rauf, als Gegenfinanzierung!)
Ob das 4 Jahre gutgehen kann????
Nun, Staaten machen keine Emissionen. Das tun Erzeuger, Hausbrand, Verkehr.
Für Hausbrand und Verkehr bedarf es wirtschaftlicher Tätigkeit um die Betriebsmittel zu erzeugen. Also kann man diese beiden Zweige unter Erzeuger parken.
Vorausgesetzt diese Überlegung stimmt, weshalb wird dann von, mit und über Staaten verhandelt und nicht über die Erzeuger von CO2?
Einen generellen Prozentsatz für jede CO2 Erzeugung festgesetzt und gut ist.
Zuallerst werden die Erzeuger die Kosten auf die Konsumenten abwälzen.
Danach werden sie versuchen Technologien einzuführen, um Kosten zu reduzieren, um einen Wettbewersvorteil gegenüber anderen zu erlangen.
Damit wäre das Ziel erreicht.
Aber sehr wahrscheinlich sehe ich das Problem mit einer viel zu großen Naivität.....
sonst wäre der Verlauf von Kopenhagen nicht erklärlich. Vielleicht war der Alarmismus in letzter zeit sogar abträglich weil unglaubwürdig. Manche Staaten sehen die Klimadiskussion wohl sogar als Möglichkeit, wirtschaftliche Vorteile zu erringen, wie China oder Indien.
Schließlich könnte der Klimawandel laut Prof. Latif erst mal eine Verschnaufpause von 10 oder 20 Jahren einlegen. Davon könnte man vielleicht zwei Jahre für offene wissenschaftliche und ökonomische Untersuchungen nutzen. Immerhin läuft Kyoto bis 2012, erst dann braucht es neue Beschlüsse.
Die CO2 Bekämpfung sollte nach Lomborg schließlich nicht mehr Aufwand kosten als die möglichen und bekämpfbaren Folgen eines CO2 verursachten Klimawandels. Und vielleicht könnte auch "die" Wissenschaft von der Klimaerwärmung (Rechtgläubige uhnd Ketzer) nochmals einen Anlauf nehmen und nach allen Seiten transparenter, rationaler, wahrer und akzeptabler werden.
So wie ich das sehe, ist es eine völlig überflüssige Veranstaltung, da nirgendwo tatsächlich echte Bereitschaft vorhanden ist etwas zu ändern. Viel Geld zum Fenster herausgeschmissen.. Es wäre ja noch schöner wenn die Unternehmen in den Industriestaten auf ein paar Cent Gewinn verzichten müßten und für die Schwellenländer
wäre es wohl auch eine Kastastrophe auf ein wenig "Wachstum" zu verzichten.
Nach uns die Sintflut, im wahrsten Sinne des Wortes.
Es tut mir nur um meine Enkel leid, die vielleicht noch erleben werden wie die Natur den
Parasiten Mensch erledigt. Der Planet Erde wird das sicher gut überleben.
an Ihrer Kritik der Doppelmoral mancher Aktivisten ist schon was dran, aber man sollte nicht vergessen, daß die eigentlichen Umweltverschmutzer ja weniger Einzelpersonen sind, sondern die Probleme in erster Linie durch die Masslosigkeit der Grossindustrie verursacht werden.
Wie auch immer, natürlich kann jeder Einzelne mit seinem Verhalten (etwa anstelle mit dem eigenen Auto mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren - Sie werden nicht glauben, wie viele meiner Kollegen aus fadenscheinigen Gründen jeden Tag mit dem Auto in die Arbeit fahren, obwohl sie im MVV-Netz wohnen!) und vor allem seinem Konsum einen Beitrag leisten.
Wichtig ist aber, mal die Schwergewichte auf Linie zu bringen und da kann es meiner Ansicht nach gar nicht genügend Demonstranten dafür geben. Es dürfte auch Ihnen klar sein, dass die nicht alle mit dem Schlauchboot nach Kopenhagen kommen können, oder?
Paging