In Kopenhagen geht es auch um den Emissionshandel - wer viel CO2 ausstößt, muss viel zahlen. Experte Hans-Jürgen Nantke hofft auf die USA.
Seit 2005 handeln Energiewirtschaft und Schwerindustrie innerhalb der EU mit Emissionsrechten. Die Idee zu diesem System hatte der kanadische Ökonom John Harkness Dales 1968. Heute gilt es als geniale Methode, um die Industrie zum Klimaschutz zu bewegen. Das Prinzip: Unternehmen, die weniger CO2 ausstoßen als vom Staat vorgegeben, können Gutschriften verkaufen. Jene, die mehr verbrauchen, müssen zusätzliche Zertifikate einkaufen. Zum Klimagipfel in Kopenhagen ein Interview mit Hans-Jürgen Nantke. Er ist Chef der Deutschen Emissionshandelsstelle in Berlin und damit zuständig für die Kontrolle des Systems in Deutschland.
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Hans-Jürgen Nantke ist Chef der Deutschen Emissionshandelsstelle in Berlin. (© Foto: oH)
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sueddeutsche.de: Herr Nantke, auch in Kopenhagen steht der Emissionshandel auf der Tagesordnung. Was erwarten Sie sich vom Klimagipfel?
Nantke: Emissionshandel bringt nur etwas mit ambitionierten Zielen. In erster Linie geht es in Kopenhagen deswegen um konkrete Verpflichtungen der größten Verschmutzer, wie USA und China.
sueddeutsche.de: Wie sind die zum Einlenken zu bewegen?
Nantke: Ich bin optimistisch. Es existiert ein großer Wille, die Konferenz nicht scheitern zu lassen. Und wenn man sich wirklich auf ambitionierte Ziele einigen wird, hat die EU ja schon gesagt, sie wolle ihre eigene Position ebenfalls überdenken. Von minus 20 Prozent Treibhausgase bis zum Jahre 2020, bis hin zu minus 30. Wobei laut der neuesten Studien selbst ein Rückgang von 40 Prozent wirtschaftlich verkraftbar wäre.
sueddeutsche.de: Was wäre ein Minimalziel in Kopenhagen?
Nantke: Es sind drei: Erstens müssen sich alle Industriestaaten verbindlich verpflichten, wie viel CO2 sie konkret einsparen wollen. Zweitens müssen die großen Schwellenländer gewährleisten, dass ihr steigender Wohlstand nicht mehr gleichzeitig steigende Ausstöße von Treibhausgasen bedeutet. Und drittens muss geklärt werden, wie viel Ausgleichszahlungen die reichen Länder des Nordens den Entwicklungs- und den Schwellenländern zu zahlen bereit sind.
sueddeutsche.de: Wie soll es der Emissionshandel schaffen, vereinbarte Ziele auch wirklich zu erreichen?
Nantke: Der Riesenvorteil ist: Obergrenzen von Emissionen werden mit dieser Methode auf jeden Fall eingehalten. Der ökonomische Anreiz ist so groß, dass Unternehmen schauen, wie sie ihr Verschmutzungsbudget unterbieten können. Dann können sie überschüssige Emissionsrechte verkaufen. Es lohnt sich also wirtschaftlich, in Klimaschutz-Technologien zu investieren.
sueddeutsche.de: Könnte man diese Effekte nicht viel einfacher mit Steuern schaffen?
Nantke: Steuern führen zwar auch zu einem Rückgang der Emissionen, aber man weiß nicht von vornherein wie hoch der sein wird. Nehmen Sie das Beispiel Benzin. Das wird ja auch besteuert, aber man weiß nicht von vornherein, in welchem Maß sich Autofahrer von der Steuer letztendlich vom Fahren abhalten lassen.
sueddeutsche.de: Klimaschützer kritisieren, der Emissionshandel ermögliche reichen Unternehmen nur, das Recht auf Verschmutzung zu erkaufen. Der Umwelt würde das nicht helfen.
Nantke: Das ist so nicht richtig. Wer Emissionsrechte hinzukaufen muss, weil er mehr CO2 ausstößt als ihm zusteht, muss dafür viel Geld bezahlen. Die Zertifikate sind so teuer, dass sich Investitionen in bessere Technik lohnen. Es geht beim Emissionshandel nicht um arm oder reich, sondern derjenige, der klimafreundlich ist, profitiert.
sueddeutsche.de: Klimafreundlich können aber nur die sein, die sich auch eine klimafreundliche Technik leisten können.
Nantke: Deswegen haben die UN ein Werkzeug geschaffen, mit dem westliche Unternehmen zusätzliche Emissionsrechte erhalten, wenn sie Klimaschutzprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern finanziell unterstützen. Das ist ein Mechanismus, der dafür sorgen soll, fortschrittliche Technologien in diese Länder zu exportieren, um damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Denn der Standard ist dort sehr viel schlechter als bei uns. Das bedeutet auch, dass Klimaschutz-Investitionen dort sehr viel mehr bewirken können als beispielsweise im bereits hochregulierten Mitteleuropa.
sueddeutsche.de: Die EU ist weltweit der einzige Markt, in dem der Emissionshandel über staatliche Grenzen hinweg angewendet wird. Es gab jedoch schon zahlreiche Probleme: zum Beispiel bei der Vorgabe der CO2-Obergrenze durch die EU-Kommission. Wenn es hier schon Konflikte gibt, wie soll dann erst ein globaler Emissionshandel funktionieren?
Nantke: Ich glaube, das ist ein Randproblem. Bei den Streitigkeiten hier ging es eher um das Rechtsverhältnis zwischen den Mitgliedsstaaten und der EU-Zentrale in Brüssel. Letztendlich hat es aber nichts damit zu tun, ob das Handelssystem funktioniert.
sueddeutsche.de: Wann werden wir also einen globalen Handel von Verschmutzungsrechten haben?
Nantke: Das geht nicht von heute auf morgen. Wir können einen großen Schritt nach vorne machen, wenn die USA die Klimaschutzmaßnahmen umsetzen, die dort jetzt gerade diskutiert werden. Da spielt der Emissionshandel eine große Rolle. Wenn es dann gelingt, das europäische System mit dem amerikanischen zu verbinden, dann hätten wir bereits einen so großen Markt, dass eine Sogwirkung für andere Staaten entstehen würde.
sueddeutsche.de: Von welchem Zeitfenster sprechen wir da?
Nantke: Das wird nicht mehr bis 2012, dem Auslaufen des Kyoto-Abkommens, passieren. Aber 2013 wäre ein realistischer Zeithorizont. Ab dann müssen aber auch derartige Schritte wirklich umgesetzt werden. Denn auch solche Systeme wirken nicht von heute auf morgen.
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(sueddeutsche.de/cmat//mati)
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Wunderbar, all diese Beiträge, diese Spiegelgefechte in den Foren!
Wie sieht es denn auf Mikro-Ebene aus (neudeutsch)? Gestern, Wintereinbruch in meiner Gegend, leichter Scheefall mit leicht eingeschneiten oder eisverkrusteten laternengeparkten Autos: Die Wagenbesitzer zum morgendlichen Berufsverkehr raus, Motor an und dann genüsslich die Scheiben frei kratzen und sich an den weissen Auspuffwolken erfreuen. Umweltschutz betrifft ja nur die anderen. (In meinem Ort laufen sogar die Motoren der wartenden Taxis am Taxistand bei + 5 Grad mitten vor der Polizeiwache!9. Dabei ist das Benzin ja so teuer!!
Feinstpartikel, Sie tun ja geradewegs so, als sei das etwas Neues. Es gibt Dinge, die sollte man nicht tun, wie z.B. mit einer Wand sprechen. Auch wenn einige sachlich falsche oder provokative Sprüche draufgeschmiert sind.
Auch dieser Handel sollte gesetzlich in einem Volksverdummungsgetz verankert werden.
Sonst kann man den Blödsinn dieses "Handels" nicht kapieren! Bisher fehlt hierfür dem Michel die Ernsthaftigkeit, die Naturgemäß gesetzlich zu regeln ist. Am besten Brüssel einsetzen, die auch den Umfang der Kartoffeln vorschreibt.
Wenn Sie dergleichen schon nicht zu erkennen/einzuordnen vermögen, weshalb melden Sie sich zu Wort?
Und weshalb bewegen sich in der Folge mit Ihren Einlassungen immer wieder unter Grasnarbenniveau ?
Die Habenichte lassen nichts aus um ans Geld zu kommen. Emissionshandel !
Man muss schon ganz schön beschränkt sein, um das diesen Leuten abzukaufen. Das wird nur noch übertroffen von den Schildbürgern, die Licht ins Rathaus trugen, weil sie vergessen hatten Fenster einzubauen. Heute geht eben alles, man muss die Bürger nur richtig verdummen. Was diese Konferenz kostet und der Umwelt eigentlich antut wird natürlich verschwiegen. Fast 2010 und so eine Lüge.
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