Warten auf Obama, Merkel und Co.: Bevor der Klimapoker beginnt, mehren sich die warnenden Stimmen: Brasilien blockiert, China will angeblich nur ein Statement - die dänischen Gastgeber üben sich in Pessimismus.
Noch bevor die Staats- und Regierungschefs beim Klimagipfel in Kopenhagen in die Verhandlungen eingreifen, befürchten immer Delegationen der Europäischen Union ein Scheitern der Konferenz.
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Wer darf wie viel und wie lange Treibhausgas verusachen? In diesen Tagen geht der UN-Klimagipfel in die entscheidende Phase. (© Foto: AP)
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Aus der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft verlautete am Donnerstagmorgen vielsagend: "Es sieht nicht gut aus. Wir sind immer noch bei Verfahrensfragen."
Noch pessimistischer klingen die Gastgeber: Dänemark habe das Ziel eines "umfassenden Klimaabkommens" aufgegeben, meldeten übereinstimmend die Zeitung Berlingske Tidende und der TV-Sender DR unter Berufung auf Regierungskreise. Allerdings ist unklar, wie Begriffe wie "umfassend" oder "verbindlich" von den jeweiligen Quellen ausgelegt werden.Vieles, was derzeit durchsickert, dürfte allerdings auch Teil des Klima-Pokers sein.
Der britische Klimaschutzminister Ed Miliband sagte im Sender BBC, die Gespräche stünden auf Messers Schneide und seien ernsthaft in Gefahr. "Im Grunde haben wir den Tag heute damit verbracht, über die Form des Tisches und die Art der Verhandlungen zu streiten. Angesichts der sehr kurzen Zeit, die wir noch haben, ist das kein guter Weg."
Zuvor hatte die Bundesregierung erklärt, sie sehe Deutschland und die EU bei der Weltklimakonferenz als Brückenbauer für ein neues Weltklimaabkommen. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) sagte, es gelte, die Krise der Kopenhagener Konferenz aufzubrechen. "Wir wollen das europäische Potenzial voll ausschöpfen, um Brücken zu bauen und voranzukommen, aber andere müssen auch über diese Brücke gehen", sagte Röttgen im ZDF. Das gelte vor allem für China und USA. Die sogenannte Gruppe der 77 verweigere konkrete Sachverhandlungen, sagte Röttgen. Dadurch sei ein ganzer Tag verloren gegangen.
So verlautete am Morgen aus Verhandlungskreisen, dass China keine Chancen mehr für eine Einigung bei den Klimaverhandlungen sehe. Nach Beratungen mit Entwicklungs- und Schwellenländern aus der Gruppe der G77 rechne der größte Treibhausgas-Emittent der Welt nicht mit einem Vertrag bis Freitag, sagte ein Gesprächsteilnehmer der Nachrichtenagentur Reuters. Stattdessen habe China nun eine "kurze politische Erklärung" vorgeschlagen.
Chinas Klima-Chefunterhändler Su Wei kritisierte vor allem die Absicht von Gipfelgastgeber Dänemark, an diesem Donnerstag einen Entwurf für ein Klimaabkommen in Umlauf zu bringen. "Man kann nicht einfach einen aus der Luft gegriffenen Text vorlegen", wurde Su in Peking von der staatlichen Agentur Xinhua zitiert. Und die Verbreitung dieses Textentwurfs vor eingehenden Beratungen würde einen erfolgreichen Abschluss in Kopenhagen "sehr gefährden".
Chinas Ministerpräsident positiv und "entschlossen"
Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao, der an diesem Mittwochabend in Kopenhagen eintraf, erklärte laut chinesischen Medien unterdessen, seine Regierung sei "höchst ernsthaft und entschlossen, die Tagesordnung voranzubringen".
Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua nannte den dänischen Textentwurf am Donnerstag in einem Kommentar "wertlos und spalterisch". Weiter hieß es: "Es lassen sich keine wesentlichen Ergebnisse erzielen, wenn die Industrieländer die Ansichten und Befürchtungen der Entwicklungsländer nicht ernst nehmen.
Nach Medienangaben aus der dänischen Hauptstadt hatten China und Brasilien auch die Beteiligung an informellen Verhandlungen verweigert. In der Nacht zuvor wurden die Verhandlungen unter den 192 Staaten ergebnislos abgebrochen.
"Ich glaube immer noch, dass ein wirklicher Erfolg möglich ist", sagte UN-Klimachef Yvo de Boer. "Die nächsten 24 Stunden sind absolut entscheidend und müssen produktiv genutzt werden."
Bis Mittwochabend waren zahlreiche Fragen offen. Dazu zählt, in welcher Größenordnung die Industriestaaten ihren Ausstoß an CO2 und anderen Treibhausgasen zu begrenzen bereit sind. Auch ist unklar, wie viele Milliarden Dollar Industrieländer den Entwicklungsländern für Klimaschutzmaßnahmen bereitstellen wollen und wie die künftigen Treibhausgasemissionen in Schwellen- und Entwicklungsländern überwacht werden sollen. Teilnehmer aus ärmeren Ländern beklagten ein mangelndes Engagement der reicheren Staaten.
Die USA und fünf weitere Staaten wollen in den nächsten drei Jahren mit 3,5 Milliarden Dollar ein Programm zum Schutz der Regenwälder finanzieren. Das kündigte der amerikanische Agrarminister Tom Vilsack beim Weltklimagipfel an. Neben den USA beteiligen sich Frankreich, Großbritannien, Norwegen, Japan und Australien an dem Programm. Mit dem Geld sollen Entwicklungsländer in die Lage versetzt werden, Maßnahmen gegen die Abholzung der Regenwälder zu finanzieren.
Japan knüpft Hilfe für Entwicklungsländer an praktikables Abkommen
Japan will seine kurzfristige Hilfe zum Klimaschutz für Entwicklungsländer von neun auf 15 Milliarden Dollar (10,3 Milliarden Euro) aufstocken.
Die Zusage ist aber an die Bedingung geknüpft, dass bei dem Klimagipfel ein praktikables Abkommen zur weltweiten Reduzierung der Treibhausgase vereinbart wird. Wie die japanische Delegation in Kopenhagen erklärte, müsse das Abkommen einen "gerechten und effektiven Rahmen" bieten, und alle Staaten, die zu den größten Klimasündern gehören, müssten daran beteiligt sein.
Vor dem Tagungsort in Kopenhagen ging die Polizei am Mittwoch mit Pfefferspray und Schlagstöcken gegen Hunderte Demonstranten vor. Nach Polizeiangaben wurden 260 Protestierende festgenommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel will an diesem Donnerstag nach Kopenhagen reisen. Zum Abschluss der Konferenz am Freitag haben sich zahlreiche weitere Staats- und Regierungschefs angesagt, darunter US-Präsident Barack Obama.
Im Video: Bundesumweltminister Norbert Röttgen hält eine Einigung zum Klimaschutz in Kopenhagen noch immer für möglich.
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(DAPD/dpa/Reuters/dgr/odg)
Obama zeichnet Bob Dylan aus
die Sprechblasen, die der Möchtegernveranstaltung wegen, verbreitet worden sind, sorgen für einen Temperaturanstieg um ca 0,5 Grad Celsius
CO2 oder nicht CO2, das Klima verändert sich, kein Zweifel!
Das einzige, was mich an der ganzen Debatte stört ist, dass in allen Medien immer die dicken fetten Kühltürme gezeigt werden! Das was da eigentlich nur rauskommen dürfte, ist Wasserdampf?
Die Dinger sollten unbedingt mal überprüft und gegebenenfalls umgehend stillgelegt werden, ist ja grausig, was da für Mengen rauskommen!
Vermutlich käme es auch noch darauf an, wo auf der Welt der berechnete Aufschlagspunkt des Astereoiden wäre...
Nein, ganz so lange dann nicht. Studium ist eben Studium und Job ist eben Job. Aber wir kommen damit gut aus - mehr geht halt finanziell nicht. Wenig Geld ist eben auch gut fürs Weltklima... ;)
Nö. Wenn ein Asteroid käme würde die deutsche Regierung die Hände in den Schoß legen, Amerika ein paar MIlliarden versprechen, China und Brasilien beklagen, daß das zu wenig sei und die Banker Bunker bauen.
Kleingeistiges Denken kriegt man auch mit 100 Millionen Tonnen Fels nicht aus den Köpfen, was gelegentlich wirklich schade ist.... ;)
Paging