Lass uns froh, wenn auch wenige sein: Gerade weil die Zahl der Kirchenmitglieder immer weniger wird, sollte man sich an denen erfreuen, die zumindest an Weihnachten den Weg in die Kirche finden. Und sie danach wieder frohen Mutes ziehen lassen.
Zu Weihnachten werden die Kirchen wieder voll sein. Die Menschen werden den alten Liedern lauschen oder sogar mitsingen, auch wenn sie das ganze Jahr über nicht in der Kirche waren. Und mancher Pfarrer wird am Altar stehen und leise sagen: Kämen sie doch immer.
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Das tun sie aber nicht. Die Zahl der Kirchenmitglieder wird weiter sinken in Deutschland, die Zahl der Täuflinge, Kommunionkinder, Konfirmanden, der Trauungen und der Gottesdienstbesucher.
Die christlichen Kirchen wollen sich gegen den Trend stemmen, das ist in Ordnung, sie sollen jedem Menschen die Botschaft verkünden wollen, wie es ihnen Jesus aufgetragen hat.
Nur: Den Trend werden sie nicht umdrehen können. Irgendwann wird nur noch die Hälfte der Deutschen Mitglied einer Kirche sein, die andere Hälfte nicht - ohne darunter sehr zu leiden. Andererseits: Die Hälfte bleibt Kirchenmitglied!
Das heißt, dass sich auch in Zukunft in keiner anderen Institution, Partei oder Bewegung so viele Menschen versammeln werden wie in diesen schrumpfenden Kirchen, nirgendwo sonst wird es so viel ziviles Engagement und organisierte Nächstenliebe geben.
So heißt die Botschaft für die Kirchen zum Weihnachtsfest: Schrumpft fröhlich! Lasst ohne Groll die gehen, die nicht mehr bleiben wollen, ihr müsst lernen, die loszulassen. Werdet aber offen und einladend für die, die gegangen sind und trotzdem irgendwie glauben, die mit ihren Lebensfragen zu euch kommen.
Sie suchen und haben oft niemanden anders als die Kirchen, die Christen. Und keine Sorge: Die Weihnachtsgottesdienste werden auch noch im Dezember 2039 voll sein. Mit überzeugten Christen. Und mit Menschen, die kommen, mitsummen - und wieder gehen.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 23.12.2009)
ICE-Strecke
Dann gibt es ja noch Hoffnung für die Welt ... ;o)
Allen schöne Feiertage ...
War es Vorahnung oder Zufall. Nur ein paar Minuten nach meinem Kommentar titelt SZ-Online "Ein Held von gestern will's nochmal wissen" - Michael Schumachers Rückkehr in die Formel1.
Weiterer Kommentar überflüssig.
Es ist wie vieles in unserer Zeit schon beinahe irreal. Da wird einer der größten Deutschen Joseph Ratzinger auf den höchsten weltlichen Thron der Christenheit gehievt und ausgerechnet in seinem Heimatland leeren sich die Kirchen und schrumpfen deren Mitglieder.
In keinem anderen Land dieser Welt wäre dies vorstellbar. Man denke nur an das christliche Polen mit seinem vergangen Papst Johannes Paul II.
Im Showbusiness ("Wir sind Papst!"), in der Verehrung des Dalai Lama bis hin zu esoterischen Welten, legen sich viele Deutsche eine Scheinethik zurecht. Auch die Ablösung des Religionsunterrichts durch das Fach Ethik oder gleich die völlige Abschaffung dergleichen zeugt von einem immer mehr zunehmenden Atheismus.
Ersatzreligionen in der Welt von "Brot und Spiele" gibt es genug und Gott ist man schließlich selbst. Dass die derzeitige Wirtschaftskrise genau mit diesen Tendenzen zu tun hat und eine Atheistenpartei wie dei FDP nach oben spült, werden solche Leute niemals in einen Zusammenhang bringen.
Trotzalledem - allen eine frohe CHRISTLICHE Weihnacht.
@pisi777
Namenschristen, dass nehme ich aber mal als zutreffenden Ehrentitel für alle Christen! Warum? Es heißt doch: Taufet sie auf den Namen ... (Matthäus 28, siehe auch jesaja 43, 1).
Sollten sie aber "Namenschrist" abwertend gemeint haben, so möchte ich darauf hinweisen: Ob wir in die Kirche gehen oder nicht, wir leben aus der Gnade Gottes. Die einen erinnern sich daran Sonntag für Sonntag, manche Jahr für Jahr, manche gar nicht. Was soll's, am Faktum ändert es nichts.
...mal ehrlich, wenn interessiert's?
Paging