Kirch-Urteil gegen Deutsche Bank Weckruf für die gesamte Branche

Für die Deutsche Bank geht eine schlimme Woche zu Ende. Jetzt muss sie die Rechnung dafür bezahlen, wie arrogant sie mit ihren Kunden umgesprungen ist. Das Kirch-Urteil trifft nicht nur die Deutsche Bank.

Ein Kommentar von Andrea Rexer

Es war eine katastrophale Woche für die Deutsche Bank: Zuerst stürmen 500 Beamte die Büros wegen des Verdachts auf schwere Steuerhinterziehung. Einen Tag später muss das Management eine Gewinnwarnung herausgeben, weil der Umbau der Bank mehr kostet als gedacht. Und nun wird das Institut im jahrelangen Rechtsstreit mit dem Medienunternehmer Leo Kirch und dessen Erben auch noch schuldig gesprochen.

Erstaunlich an diesen drei Ereignissen ist nur eines: Dass sie allesamt in einer einzigen Woche passieren. Aber dass die Bank die Rechnung dafür zahlen muss, nachdem sie jahrelang hart an der Grenze des Legalen gesegelt ist, darf sie nicht überraschen.

Man muss nicht der Verschwörungstheorie von Kirch folgen. Der sagte, dass Rolf Breuer den Untergang seines Imperiums absichtlich herbeigeredet habe. Aber dass man so mit Kunden nicht umspringen darf, wie es Breuer tat, sollte unbestritten sein. Selbst wenn Breuer den fraglichen Satz im Interview über Kirchs schlechte Finanzlage ohne Hintergedanken gesagt haben sollte, so offenbarte er die Arroganz von Bankern, die glaubten, sich alles erlauben zu können.

Das Kirch-Urteil ist deswegen nicht nur ein Urteil gegen die Deutsche Bank. Es ist ein Signal an die gesamte Branche, endlich ihre Verantwortung gegenüber ihren Kunden wahrzunehmen. Die hat sie über viele Jahre hinweg aus den Augen verloren.