Familienministerin von der Leyen kämpft mit Vehemenz für die Sperrung von Kinderporno-Seiten. Dennoch müssen Fragen erlaubt sein.
Niemand ist für Kinderpornographie. Darum ist das Thema auch so schwer zu fassen. Wer Bedenken dagegen äußert, ob es richtig sei, einschlägige Internetseiten zu sperren, gerät allzu schnell unter Verdacht, sich mit der Szene gemeinzumachen. Grundsätzliche Fragen, wo staatliche Zensur im Netz ansetzen darf, können so kaum wertfrei diskutiert werden.
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Ursula von der Leyen kämpft vehement für die Sperrung von Kinderporno-Seiten. (© Foto: AP)
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Das weiß auch Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU). Sie hat kinderpornographischen Seiten den Kampf angekündigt - und das mit einer Vehemenz, mit der sie alles überrollt, was sich ihr in den Weg stellt. Dennoch müssen Fragen erlaubt sein. Zum Beispiel die nach dem Nutzen einer Seitensperrung.
Wer sich solche Seiten anschaut, weiß, dass er sich strafbar macht. Man kann davon ausgehen, dass er ebenfalls weiß, wo sich diese Seiten befinden und auch wie sich seine Spuren im Netz verwischen lassen. Für ihn werden solche Sperren nicht greifen, er wird sie überwinden können.
Richtig ist: Sperrungen machen es schwerer, auf solche Seiten zuzugreifen - aber nicht unmöglich. Selbst wenn alle Industrienationen gemeinsam solche Seiten sperren, werden die Nutzer immer noch Mittel und Wege finden, an diese Seiten zu kommen.
Natürlich, Deutschland könnte sich nach außen als sauberes Land präsentieren. Und auch der Vorbildcharakter, den ein Verbot solcher Seiten hätte, ist nicht zu unterschätzen. Das dreckige Sex-Geschäft mit Kindern wird so aber nicht gestoppt. Nutzer solcher Bilder und Videos gelten als krank, als süchtig - und das auf besonders perverse Art. Sie lassen sich nicht so schnell von ihrer Sucht abbringen.
Um Kinderpornographie wirksam zu bekämpfen, müsste in den Ländern, in denen die Filme und Bilder entstehen, die Polizei besser ausgerüstet sein, müsste die internationale Zusammenarbeit verbessert werden. Müsste der Druck erhöht werden. Länder, in denen nachweislich Kinder für solche Pornos vergewaltigt und missbraucht werden, gehören auf eine rote Liste. Sie müssen mit wirtschaftlichen Sanktionen rechnen, wenn sie nicht genug dagegen unternehmen. Sie müssen aber auch unterstützt werden, mit Geld, mit Personal.
Auch in Deutschland wären ein paar Ermittler mehr angebracht. Wenn sicher ist, dass auf allen Ebenen mit der gleicher Vehemenz gegen Kinderpornographie vorgegangen wird, wie die Familienministerin sich jetzt für die Sperrung von Seiten einsetzt, dann kann eine solche Sperrung ein wichtiger Baustein sein. Für sich allein genommen ist er nahezu wertlos, weil damit kein einziger Vergewaltiger von Kindern hinter Gitter gebracht wird.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de/jja/mri)
Müll an der Isar
Sie fragen, wie es gehen könnte? Dazu müssten Sie beispielsweise nur einmal den Kommentar direkt unter Ihrem lesen. So richtig Lust haben Sie wohl nicht, sich Ihre Meinung durch Argumente verderben zu lassen, oder?
Die Sperrung sollte ein erster Schritt sein, denen weitere folgen müssen!
Sicher, eine Sperrung verhindert nicht, dass solche Verbrechen verhindert werden. Aber sie verhindert, dass täglich Hunderttausende ! auf diese Seiten zugreifen können. Ohne schlechtes Gewissen, denn sie sind ja öffentlich zugängig und man muss ja "informiert sein". Wirklich, wenige Einzeltäter oder ist das Problem doch größer als gedacht ?
Die Verbreitung solcher Bilder und Videos muss so schwierig wie möglich gemacht werden !!! Die Bereitstellung und Nutzung solcher Internetseiten muss unter Strafe gestellt werden !
Die "Computer Freaks" hier sagen nur, dass es so nicht geht. Wenn sie schlauer als das BKA sind (und das Vorhaben der Familienministerin Wort für Wort aus der Gesetzesvorlage kennen), warum sagen sie nicht, wie es gehen könnte !
Was bedeutet KiPo (hier in einigen Kommentaren zu finden) ?
Eine Verniedlichung der Worte Kinder Pornografie oder ist das ein Begriff für "Insider" ?
A-propos Server abschalten. CareChild (nicht gerade eine KiPo-Lobbygroup) hat sich die in Dänemark gesperrten Domains mal genauer angeschaut, und deren Providern mitgeteilt, was sie da hosten:
http://www.carechild.de/component/option,com_docman/Itemid,0/task,doc_download/gid,7/
Das Resultat:fast alle Sites waren innerhalb weniger Stunden vom Netz genommen worden. Die dänischen Behörden fanden es offensichtlich nicht nötig, auch nur zu versuchen, die Sites vom Netz nehmen zu lassen. Stattdessen setzten sie auf zensurmaßnahmen (und erreichten damit, dass der KiPo zwar nicht mehr leicht aus DK, dafür aber vom Rest der Welt aus weiter verfügbar blieb).
Über die Gründe kann ich nur spekulieren. Aber ich vermute, dass man beweisen musste, dass die Sperren auch für etwas gut sind, und möglichst viele Adressen darauf gelistet erscheinen.
Ich meinte nicht die Server Abschalten, sondern die Seite (mit samt seinem Inhalt zu löschen)
Die meisten dieser Server befinden sich in der EU und USA. Da ist das Abschalten dieser Server leicht, nur warum tut diese Ministerin dagegen überhaupt nichts?
Und wenn Milliarden/Millionenbeträge (was weiss ich, da hier wiedermal zu viele Daten im Unlauf sind) auf diese Seiten fließen, ist es doch ganz einfach den Empfänger und den Absender zu ermitteln (und damit auch die Täter).
Hier mal ein Link, den ich gerade durch einen anderen User in der SZ bekommen habe:
w.w.w.lawblog.de/index.php/archives/2009/03/25/die-legende-von-der-kinderpornoindustrie/
Paging