SPD-Chef Kurt Beck kündigt eine umfangreiche Reform der Kinderfreibeträge an. Darüber sind sich jetzt auch die Unionsparteien einig. Auch sie wollen mehr Geld für Familien.
Im Kampf gegen Kinderarmut hat der SPD-Vorsitzende Kurt Beck Pläne für eine umfangreiche Reform der staatlichen Leistungen für Kinder konkretisiert. "Wir wollen den gleichen Euro-Betrag für jedes Kind", sagte Beck am Samstag auf dem Thüringer SPD-Landesparteitag in Erfurt. Bislang würden die Kinder von Besserverdienenden durch die Kinderfreibeträge bei der Steuer deutlich bevorteilt.
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SPD und Union kündigen Reformen der Kinderfreibeträge an. (© Foto: ddp)
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Einen entsprechenden "Aktionsplan für gleiche Lebenschancen" werde das SPD-Präsidium an diesem Montag beschließen. Die Vorschläge müssten allerdings noch auf ihre Verfassungsmäßigkeit hin überprüft werden.
Besserverdienende erhielten über Steuerabschreibungen bis zu fünfmal mehr Geld für ihre Kinder als Eltern mit Niedriglöhnen, sagte Beck. Er rechne dennoch damit, dass die SPD-Vorschläge auf heftigen Widerstand stoßen werden. "Die Gegner werden sicher auf das Leistungsprinzip hinweisen."
"Chancengleichheit verbessern"
Aber es habe nichts mit Leistung zu tun, wenn Kinder reicher Eltern bessergestellt werden. "Wir müssen stattdessen die Chancengleichheit verbessern", sagte Beck. Es sei nicht hinnehmbar, dass Kinder in Ganztagsschulen vom Mittagessen abgemeldet werden, weil es die Eltern nicht bezahlen können. "Diese Diskriminierung können wir uns nicht leisten."
Auch CDU und CSU sind sich offenbar einig darüber, Familien im kommenden Jahr zu entlasten und zugleich den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung weiter zu senken. Das geht aus einer Beschlussvorlage für die gemeinsame Sitzung der Präsidien beider Parteien am Sonntag und Montag in Erding bei München hervor, die am Samstag in Berlin bekannt wurde.
"Zum 1. Januar 2009 werden Kindergeld und Kinderfreibetrag deutlich erhöht", sagte dazu Unionsfraktionschef Volker Kauder. Strittig bleibt dagegen die Zukunft der Pendlerpauschale. Saar-Ministerpräsident Peter Müller stellte sich hinter Pläne der CSU für weitergehende Steuerentlastungen in den kommenden Jahren.
In einer gemeinsamen Erklärung wollen die Unionsparteien in Erding darauf dringen, die von ihnen geplante Anhebung von Kindergeld und Kinderfreibetrag bereits im Etat für 2009 zu berücksichtigen. Zugleich bekennen sich CDU und CSU darin aber nach übereinstimmenden Berichten der Welt am Sonntag und der Bild am Sonntag auch zum Ziel, "2011 einen Bundeshaushalt vorzulegen, der ohne neue Schulden auskommt". Zur Arbeitslosenversicherung heißt es in den Papier laut Bild am Sonntag: "Wir streben zum 1. Januar 2009 eine weitere Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung von derzeit 3,3 Prozent auf 3,0 Prozent an."
Strittig bleibt demnach die von der CSU geforderte Wiedereinführung der Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sprach sich im Münchner Merkur vom Samstag erneut dafür aus, zunächst die dazu im Herbst erwartete Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts abzuwarten.
"Gibt es tatsächlich Beanstandungen, dann werden wir handeln müssen", sagte Pofalla weiter. Derzeit wird der Arbeitsweg erst ab dem 21. Kilometer steuerlich berücksichtigt, was nach Auffassung des Bundesfinanzhofs verfassungswidrig ist. CSU-Chef Erwin Huber sagte der Berliner Zeitung, die Wiederherstellung der vollen Pendlerpauschale sei aus seiner Sicht keine verfassungsrechtliche Frage, sondern die Antwort auf die Explosion der Spritpreise.
Als erster CDU-Regierungschef stellte sich Müller unterdessen hinter die steuerpolitischen Pläne der Schwesterpartei CSU. "Ich halte das Steuersenkungskonzept der CSU für grundsätzlich richtig", sagte der Saar-Ministerpräsident der BamS. Ungeachtet der notwendigen Konsolidierung des Staatshaushalts gebe es Spielräume für eine deutliche Entlastung der Bürger. Dabei sei die von der CSU vorgegebene Größenordnung von 28 Milliarden Euro "durchaus realistisch". Besonders wichtig sei das Vorhaben, den steuerlichen Grundfreibetrag auf 8000 Euro zu erhöhen.
Die CDU-Spitze hatte sich zuvor skeptisch zu den Plänen der CSU geäußert. Pofalla erteilte erneut dem Vorhaben der Schwesterpartei eine Absage, bereits ab 2010 die Einkommensteuer zu senken. Kauder stellte allerdings in der Passauer Neuen Presse vom Samstag weitere Entlastungen nach der Bundestagswahl 2009 in Aussicht.
Viele Menschen hätten wegen der enorm gestiegenen Lebenshaltungskosten weniger Netto in der Tasche, sagte er zur Begründung. NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers sagte der Welt am Sonntag, die CSU-Pläne könnten Grundlage eines gemeinsamen Konzepts für die Zeit nach der Bundestagswahl sein.
Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) kritisierte im Magazin Focus das Zögern der CDU bei der Pendlerpauschale als "Riesenfehler". Der Münchner CSU-Fraktionschef Georg Schmid sagte demselben Blatt mit Blick auf die Landtagswahlen in Bayern im Herbst: "Es wäre schon hilfreich, wenn wir von der CDU mehr Unterstützung bekämen."
Kritik an den Unionsplänen zu Kindergeld und Kinderfreibeträgen übte die Grünen-Finanzexpertin Christine Scheel. Sie wies darauf hin, dass damit lediglich das Geld verteilt würde, dass die große Koalition zuvor durch die Senkung des Höchstalters für den Bezug von Kindergeld von 27 auf 25 Jahre eingespart habe.
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(sueddeutsche.de/dpa/AFP/sg/mel)
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siggi-ella: ich kann diese Neiddebattenschürer nicht mehr hören!
Wer sind Sie, dass Sie Kinderarmut mit Arbeitslosigkeit gleichsetzten auch wenn ein Harz4-Empfänger davon mehr bedroht ist als eine andere Gruppe.
Wer sind Sie, jemanden der 30 Jahre Arbeitslosenversicherung bezahlt und sich Kinder leistet, weil er dem sich dem Mittelstand zugehörig fühlt, dann durch einen unverschuldeten Unfall aus der Selbstständigkeit herausgerissen wird und nichts anderes als Harz4 bleibt, zu beleidigen?
Wer sind Sie zu behaupten dass es für alle Hartz4 Empfänger normal ist, Handys, Flachbildfernseher und Premiere-Abo zu besitzen? Ich habe ein Handy weil wir es wegen der Arbeitssuche brauchen, sonst kann ich Ihnen nichts von den aufgezählten Dingen hier finden.
Wer sind Sie zu schreiben Zitat -Dass die Kinder aus diesen Familien mit ziemlicher Sicherheit die gleiche Arbeitsbiografie haben- wenn meine Tochter seit ihrer Ausbildung stetig arbeitet und mein Sohn die MR macht um auf dem Arbeitsmarkt eine Chace zu bekommen.
Wer sind Sie, alle in einen Topf zu schmeißen? Ein hochintelligenter Politiker mit dümmlichen Kommentaren?
Ich kann es nicht mehr hören. Mehr Kindergeld, Familiengeld, Erziehungsgeld usw. usw.
Unbestritten gibt es Familien die finanziell nicht auf Rosen gebettet sind. Dass in diesen Familien meist mehrere Handys, Flachbildfernseher und Premiere-Abo Standart ist, ist ebenfalls eine Tatsache.
In Deutschland wird nahezu doppelt soviel Kindergeld bzw. Familienunterstützung gezahlt wie in allen anderen europäischen Ländern. Weit mehr als in den als besonders familienfreundlich geltenden skandinavischen Ländern. Mit diesen doch erheblichen Geldleistungen züchtete man sich die s.g. Prekariatsfamilen. Die absolut "Dummen" sind, seit Jahrzehnten, die s.g. Geringverdiener die teilweise 50 und mehr Stunden arbeiten, um über die Runden zu kommen, während man mit 4 oder 5 Kindern, Hartz IV, Heizungsgeld und weiteren möglichen Sozialleistungen in etwa das gleiche "Einkommen" hat. Dass die Kinder aus diesen Familien mit ziemlicher Sicherheit die gleiche Arbeitsbiografie haben werden, ist fast schon sicher.
Ja liebe hochintelligente Poltiker, gebt noch mehr bares Geld, für diese, mehr als dümmliche Politik aus. Vielleicht erkauft ma sich damit einge tausend Wählerstimmen, denn um nichts anderes geht es den Damen und Herren in Wirklichkeit.
Mit besten Grüßen!
"Sie wies darauf hin, dass damit lediglich das Geld verteilt würde, dass die große Koalition zuvor durch die Senkung des Höchstalters für den Bezug von Kindergeld von 27 auf 25 Jahre eingespart habe."
Und was ist daran schlecht? Das ist allemal besser, als es im großen Topf "Nirwana" verschwinden zu lassen.
Gibt es eigentlich dazu Zahlen, wie viele Personen von dieser Senkung von 27 auf 25 tatsächölich noch betroffen waren?
"Besserverdienende erhielten über Steuerabschreibungen bis zu fünfmal mehr Geld für ihre Kinder als Eltern mit Niedriglöhnen" sagte Beck.
Herr Beck, gesetzt den Fall eines Niedriglöhners, der zum vollen Kindergeld von 154 EUR keine Steuererstattung bekommt, dann verstehe ich Sie richtig, dass der Spitzenverdiener über den Freibetrag im besten Fall 5*154EUR=924 EUR für sein Kind bekommt? Das glauben Sie doch selber nicht!
Nennen Sie ihr Vorhaben doch beim Namen: Umverteilung von Familien zu Familien, von Familien zu Alleinerziehenden.
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass diese Diskussion 1999, als das Verfassungsgericht höhere Kinderfreibeträge angemahnt hatte, schon mal geführt worden ist. Damals wollte oder konnte man das Kindergeld nicht so erhöhen, dass alle Kinder von der maximal möglichen Steuerentlastung profitieren - 250 EUR pro Kind? -, sondern hat billigend in Kauf genommen, dass Besserverdiener mit höheren Steuersätzen zurecht zusätzlich von den Freibeträgen profitieren. Also, bitte so ehrlich sein und sagen, dass bei Abschaffung der jetzigen Freibetragsregelung dann das Kindergeld auf 250 EUR für jedes Kind zu erhöhen ist. Für alles andere sollte die SPD in der Tat erstmal verfassungsrechtliche Gutachten einholen.
Und wo das alles hin soll nach Vorstellungen der SPD, das hat die NRW Vorsitzende Frau Kraft ja unlängst in einer Talkshow gesagt: Kindergeld für Besserverdienende sei doch am besten vollends zu streichen. Die könnten sich ihre Kinder ja sowieso leisten. - Schon mal darüber nachgedacht, dass manch besserverdienende Familie sich ihre Kinder eben nur leisten kann, weil es den Familienlastenausgleich in der heutigen Form gibt?
"Einen entsprechenden 'Aktionsplan für gleiche Lebenschancen' werde das SPD-Präsidium an diesem Montag beschließen.
DIE VORSCHLÄGE MÜSSTEN ALLERDINGS NOCH AUF IHRE VERFASSUNGSMÄSSIGKEIT HIN ÜBERPRÜFT WERDEN."
Geht's eigentlich noch???
Erstmal wieder was raushauen und danach mal nachschauen, ob es nicht gegen die Verfassung verstößt! Beck ist so ein Dilettant.
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