In der Diskussion über die Kleinkindbetreuung in Deutschland hat CDU-Partei-Vize Christian Wulff der Familienministerin von der Leyen den Rücken gestärkt. Wulff warf der Union Unehrlichkeit vor.
Wulff sagte am Sonntag dem Deutschlandfunk, die Debatte der vergangenen Tage habe ihn verstört. Von der Leyens Vorstoß für einen stärkeren Ausbau der Kleinkindbetreuung sei richtig. Der bedarfsgerechte Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten für zwei- und dreijährige Kinder gemäß den Wünschen der Eltern sei eine Notwendigkeit.
Spielende Kinder in einer Kinderkrippe in Erfurt (© Foto: AP)
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In weiten Teilen Deutschlands fehlten solche Angebote, genauso wie ganztägige Kindergartenplätze für Vier-und Fünfjährige. "Das ganze Land hat da Nachholbedarf. Und die Partei diffamiert damit keine Hausfrauen und Mütter, wenn sie bedarfsgerechten Ausbau beschreitet. Sie zwingt auch niemand in den Beruf", hielt er den unionsinternen Kritikern der Familienministerin entgegen.
Von der Leyen wolle auch nur für ein Drittel der Kinder diese Betreuungsmöglichkeiten schaffen. Die Männer, die von einer Diffamierung der Hausfrau und Mutter sprächen, müssten sich fragen lassen, wie viele von ihnen "bereit sind, selber auch ein Stück mehr Verantwortung in der Familie zu übernehmen und die Kinder zu betreuen".
Zugleich war Wulff der Union Unehrlichkeit vor. Die Union habe immer die Position vertreten, Männer und Frauen sollten selber frei entscheiden, wie sie Familie und Beruf organisieren wollten. "Wir müssen aber inzwischen erkennen, wie unehrlich wir diese These vertreten haben, denn viele Mütter hatten ja gar nicht die Wahlfreiheit", betonte Wulff.
Von der Leyen will die Zahl der Krippenplätze bis 2013 auf 750 000 verdreifachen.
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(dpa/AFP)
Müll an der Isar
Die Eltern werden mit staatlicher Geldverteilung (einkommensabhängiges Elterngeld, Förderung der anschließenden Krippenbetreuung) zur politisch erwünschten Lebensform manipuliert. Doppelerwerbstätigkeit wird belohnt, aber die altmodische klassische Familie wird durch Entzug finanzieller Mittel zum Auslaufmodell degradiert. Wo bleibt da die Wahlfreiheit?
Außerdem wird das fortschrittliche Familienmodell der skandinavischen Länder gepriesen und auf deren Statistiken verwiesen. Der Familienministerin geht es nicht nur um die Erhöhung der Geburtenrate sondern auch um die Zunahme der Frauenerwerbsquote sowie um die Gleichstellung der Frauen. Aber bei dieser wirtschaftspolitischen Familienpolitik bleibt das Wohl des Kindes weitgehend unberücksichtigt - es hört sich an, als ob Kinder als störende Hindernisse im Alltag möglichst rationell wegorganisiert werden müssen.