Laufzeiten hin oder her: Verzichtet die Regierung tatsächlich auf die Brennelementesteuer, wäre das eine halsbrecherische politische Volte der Kanzlerin. Merkel müsste sich wieder den Verdacht gefallen lassen, zu viel Rücksicht auf die Stromversorger zu nehmen. Für die Energieriesen ist nur wichtig, welche Zahl am Ende unter dem Strich steht. Für die Kanzlerin aber ist es eine Rechnung, die schlicht nicht aufgehen kann.
Die Brennelementesteuer, die offiziell Kernbrennstoffsteuer heißt, hat nicht nur einen komplizierten Namen, sondern auch eine verwirrende Geschichte. Die Bundesregierung nahm sie im Sommer 2010 in ihr Sparpaket auf und zwar, wie es Angela Merkel damals fast wörtlich formulierte, als steuerliche Gegenleistung der Energiewirtschaft für die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken.
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Streit über die Brennelementesteuer: Die Regierung erwägt offenbar, auf die Abgabe zu verzichten. (© dpa)
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Nach der Verlängerung der Laufzeiten im Herbst 2010 war plötzlich genau dieser Zusammenhang aufgehoben und die Steuer nur noch eine stinknormale Steuer, die zu entrichten sein sollte, Laufzeiten hin oder her.
Mittlerweile sind einige Monate vergangen und wesentliche Bestandteile eines japanischen Kernkraftwerks in die Luft geflogen.
Die Kanzlerin versucht sich deshalb an einer atompolitischen Vollbremsung, die bei den Energiekonzernen auf wenig Begeisterung trifft. Um dem ein wenig nachzuhelfen, erwägt die Regierung nun offenbar, auf die Brennelementesteuer zu verzichten.
Ein solcher Verzicht wäre eine beachtliche, politisch halsbrecherische Volte. Denn um ihn logisch erscheinen zu lassen, müsste die Kanzlerin wieder auf ihr ursprüngliches Argument zurückgreifen, dass die Energiewirtschaft ihren zusätzlichen Profit aus der Laufzeitverlängerung mit einem zusätzlichen Obolus an die Gemeinschaftskasse vergelten soll.
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Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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Staatsbesuch in Israel
Gesetze und Politik nach Budget, das geschieht nicht nur den Energiekonzernen so. Man macht das ja schon lange auf kommunaler Ebene mit den Stadtwerken. Steuerlicher Querverbund, die Finanzierung durch die Hintertüre:
Die ausreichende Ausstattung der Kommunen zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben und der Sicherung der Grundbedürfnisse der Bürger steht nicht zur Diskussion. Der Staat und so auch die Kommunen haben ihre Aufgaben allerdings über Steuern, Abgaben und Gebühren zu finanzieren und nicht über Beteiligungen, Stadtwerke oder Konzern- und Holdingkonstrukte oder in Form schleichender Enteignungen. Grundsätzlich gilt die Kostendeckung als Leitlinie. Der steuerliche Querverbund und die Querfinanzierung bei den Stadtwerken ist eine fragwürdige Angelegenheit. Hier werden zunehmen Sondertatbestände geschaffen und das zum Teil mit Rückwirkung. Auch Budgetprobleme rechtfertigen noch lange keine unsauberen Mittel.
Die Entwicklungen beim steuerlichen Querverbund sind verfassungsrechtlich bedenklich, da Sachverhalte unterschiedlich behandelt und missbraucht werden. Verluste aus wirtschaftlichen Betätigungen ohne jede Gewinnaussicht können von anderen Steuerpflichtigen auch nicht mit Gewinnen verrechnet werden. Die rückwirkende Heilung der Rechtsverstösse durch das Steueränderungsgesetz 2009 war ein gravierender Sündenfall. Kommunalpolitikern wird hier Geld vorgegaukelt, das nicht vorhanden ist. Die eine öffentliche Hand spart angeblich Steuern und investiert damit. Gespart wird aber höchstens zu Lasten der anderen öffentliche Hand und beide bedienen sich dann wieder aus den Taschen der Bürger. Weiße Rosen aus Athen - Grüße aus Griechenland! Vier Bundesländer mit Budgetproblemen müssen sich schon einer Haushaltskontrolle durch den Bund und die übrigen Länder unterwerfen! Wann sollen denn die Milliardenberge an Schulden getilgt werden und von wem? Selbst in wirtschaftlich guten Zeiten werden weiter Schulden gemacht!
Manche Sportarena und mancher Luxus zur Förderung des Profisports wird landauf landab jetzt über kommunale Stadtwerke in privater Rechtsform finanziert. In einigen Rathausgaragen stehen teuere öffentlich finanzierte Elektromobilie und Fahrräder. Ja, man will ja auch das Klima retten! Geld spiel keine Rolle. Die notwendigen Mittel zur Unterhaltung der Luxusinvestitionen und der Schuldentilgung werden mit überhöhten Energiepreisen generiert. Milliardensubventionen ohne Ende! Wir zahlen nicht umsonst die höchs
Zitat: "Aber mein Gefühl sagt mir, daß es immer noch besser ist, der Staat kauft sich die Wirtschaft als wenn die Wirtschaft sich den Staat kauft."
Ich finde beide Alternativen gleichermaßen schlecht. Und zum Glück gibt es ja noch andere Möglichkeiten.
Zu Ihrer ersten Alternative (Staat kauft Wirtschaft) fällt mir - ganz spontan - nur ein: Hatten wir doch schon mal, z.B. bis 1989 im Osten Deutschlands. Obwohl: von "kaufen" kann man eher nicht sprechen, es war mehr ein "Staat klaut Wirtschaft". Aber egal, das Ergebnis war verheerend, das brauchen wir nun wirklich nicht nochmal.
Seien Sie nicht so naiv! Vetterleswirtschaft in Staatskonzernen gibt es natürlich und wird es natürlich immer geben. Überall, wo man Rahm abschöpfen kann wird, es Schöpfer geben, die zuerst ihren eigenen Schlund damit stopfen wollen. Aber dafür braucht es weder große, noch STAATSkonzerne. Kleinvieh macht, wie man so sagt, auch Mist. Kleinen zwar, den man leicht übersieht, aber wenn man ihn zusammenfegte, würde es auch zu einem großen Haufen werden.
Ist also alles Jacke wie Hose? Ich weiß es nicht. Aber mein Gefühl sagt mir, daß es immer noch besser ist, der Staat kauft sich die Wirtschaft als wenn die Wirtschaft sich den Staat kauft. Den Staat kann ich als "oberster Souverän" immerhin wenigstens rudimentär kontrollieren und mitgestalten. Und ich habe etwas dagegen, daß mir dieses nur sehr unzureichend erfüllte Recht von irgendwelchen Wirtschaftsbossen durch Manipulation der Regierung oder vorgebliche Sachzwänge oder offene Erpressung weiter eingeschränkt wird.
Zitat: "....Demokratisierung und Dezentralisierung der Versorgung Deutschlands ....."
Was muss ich mir unter "Demokratisierung" der Stromversorgung vorstellen ?
"Dezentralisierung" o.k., das wird mit den erneuerbaren Energien ohnehin kommen, weil man da mit kleineren Einheiten arbeiten kann bzw. muß.
Zitat: "Welche Probleme hätten Sie damit, würden Vermögen und Gewinne der Energiekonzerne verstaatlicht werden?"
Nur Gewinne und Vermögen verstaatlichen ? Das geht vermutlich gar nicht, also doch gleich die Konzerne komplett verstaatlichen.
Das nur nebenbei: Ich bin an keinem Konzern beteiligt und selbst wenn, eine solche Beteiligung (Aktien) könnte ich ja jederzeit verkaufen, das wäre also kein Problem.
Ich habe generell kein Vertrauen in große (!) Staatskonzerne. Sie sind in der Vergangenheit meist nicht gerade für Innovationskraft, Effizienz und Kundenfreundlichkeit aufgefallen - um es vorsichtig auszudrücken.
Und von Korruption und Vetterleswirtschaft hat man im Zusammenhang mit Staatskonzernen ja wohl überhaupt noch nieeeeeeee gehört.
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