Bundeskanzlerin Merkel macht weiter Druck auf Russland: Der Plan zurm Abzug der russischen Truppen aus Georgien müsse schleunigst umgesetzt werden, sagte sie in Estland.
Im Kaukasus-Konflikt hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Russland erneut gedrängt, sich weiter aus Georgien zurückzuziehen. Der Sechs-Punkte-Plan zum Abzug der russischen Truppen müsse "jetzt schleunigst umgesetzt werden", sagte Merkel bei einem Besuch in Estland.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Tallinn (© Foto: Reuters)
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Die territoriale Einheit Georgiens sei eines der Grundprinzipien internationaler Zusammenarbeit, erklärte sie nach einem Treffen mit Ministerpräsident Andrus Ansip in Tallinn. "Hier wird die EU auch sehr klar zu diesem Prinzip stehen". Die Kanzlerin sagte, sie rechne damit, dass die EU in dem Konflikt mit einer Stimme sprechen werde. "Ich bin da relativ optimistisch", sagte Merkel.
Die Unterstützung für Georgien werde Thema auf dem Sondergipfel der Europäischen Union kommende Woche sein. Es müsse auch darüber nachgedacht werden, dass die Bedingungen für die Visavergabe zwischen der EU und Georgien sowie zwischen der EU und Russland noch unterschiedlich seien. Die Kanzlerin sprach sich für internationale Beobachter aus.
Der estnische Regierungschef sagte, die Gespräche mit Russland sollten erst dann fortgesetzt werden, wenn Russland den Friedensplan umgesetzt habe. Merkel betonte: "Man kann Probleme zwischen Ländern nicht dadurch lösen, dass man nicht mehr miteinander spricht."
Besorgt reagierte indes der Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft (OA) auf den wachsenden Konflikt zwischen Russland und dem Westen. "Ein neuer kalter Krieg würde weder Russland noch dem Westen nütze", warnte der Vorsitzende des Ausschusses, Klaus Mangold, in einem am Dienstag bekanntgewordenen Positionspapier.
Die Deutschen müssten alles tun, um eine solche Entwicklung zu vermeiden. "Aus Sicht der deutschen Wirtschaft muss der Westen mit Russland im Gespräch bleiben und das Land weiterhin in internationale Strukturen einbinden", lautete seine Forderung. Dabei dürften nicht einseitige Vorstellungen verfolgt werden. Die Interessen aller Beteiligten müssten berücksichtigt worden.
Mangold verwies darauf, dass Russland weiterhin ein äußerst dynamischer und attraktiver Wirtschaftspartner für Deutschland sei. In Sachen Abhängigkeiten argumentierte er, dass der Westen wie Russland im Energiebereich aufeinander angewiesen seien.
Für die deutsche Wirtschaft waren die Geschäfte mit Mittel- und Osteuropa, insbesondere Russland, in den vergangenen Jahren ein absoluter Wachstumstreiber. In den ersten vier Monaten 2008 waren die deutschen Ausfuhren nach Russland um über ein Viertel gestiegen nach einem Plus von einem Fünftel im Jahr 2007. In Russland sind rund 4600 deutsche Firmen vertreten. Zudem ist Deutschland einer der wichtigsten Handelspartner des Landes.
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(sueddeutsche.de/Reuters/AP/dpa/aho)
Stockender Kita-Ausbau
Ehrlichkeit in der Politik zu erwarten, ist ja wohl eine Illusion. Aber von Menschen, die auf demokratische Weise um (auch meine) Wählerstimmnen ringen, erwarte ich sie trotzdem. Wie kann ein Land (unseres) zu den ersten gehört, die ungeachtet territorialer Integrität jeden kleinen abgespaltenen Staat in der Welt anerkennen (Kosovo), in der jetzigen Situation die Russen kritisieren. Höchstgradig unverschämt finde ich es gerade von Deutschland in Anbetracht seiner Geschichte, die Russen sogar zu"warnen"!
Die USA haben Angst ihre reservierten Rohstoffe aus dem Kaukasus zu verlieren. Früher oder später wird es deshalb ein erneutes Aufflammen des Krieges geben, da sich das Russland vor der Tür nicht bieten lassen kann und darf. Wir befinden uns seit Jahren im Kampf der Ressourcen, sozusagen geht der Kalte Krieg weiter! Die EU macht klammheimlich bzw. heuchlerisch auch mit, auf Seiten der USA gegen Russland und China.
Einen direkten Krieg zwischen den Konfliktparteien USA/EU und Russland/China wird es nicht geben, da alle wirtschaftlich miteinander stark verknüpft sind, schließlich gibt es aber noch den Weg über Drittländer (Kalter Krieg), siehe Vietnam, Georgien etc..
Wenn wir Bürger (der Konfliktparteien) uns gegen diese unkontrollierte Politik nicht wehren, haben wir die ganze Welt gegen uns und zum Teil auf dem Gewissen!
Ich bin mir sicher Herr Medwedjew schlottert schon vor Angst.
"Ein neuer kalter Krieg würde weder Russland noch dem Westen nütze", warnte der Vorsitzende des Ausschusses, Klaus Mangold. Das ist das erste Vernünftige, was ich seit langem in der Berichterstattung lese.
Das Problem, das den Westen von Russland, China und anderen "möchtegerndemokratien" unterscheidet, ist die Tatsache, dass in der EU nach dem richtigen Weg gerungden wird und jeder seine Meinung kundtun darf. Wenn in der Duma "alle" das Vorgehen der Regierung für gut heißen, dann haben wir es eben nicht mit demokratischen Mehrheiten zu tun. Bei so unterschiedlichen Vorraussetzungen ist eine Einigung im Interesse aller möglich? Wenn Russland Fakten setzt, die im Miteinander der Völker unbedingt abgelehnt werden müssen, was bleibt dann für die EU, für die NATO? Ich befürchte, dass dann eine Schwachstelle der Demokratie zum Tragen kommt: der geringste gemeinsame Nenner. Auf das setzten Leute wie Putin. Am ende hat er sein Ziel erreicht, von dem man nur befürchten und ahnen kann, was es sein wird.
Ich wünsche dem Westen eine so strakes Bewusstsein, wie es Kennedy in der Kubakrise gezeit hat. Wenn dem russischen Bären eine klare und standhafte Position gegenüber gestellt wird, dann wird er sich sein Handlen noch einmal überlegen. Kennedy musste allein zu dieser erkenntnis kommen; in der EU gibt es zu viele unterschiedliche Interessen und Ängste, als das da ein deutlicher Standpunkt erreicht werden kann.
Je weniger wir in die alten Muster des Kalten Krieges zurückfallen, desto mehr Fortschritte werden wir bei der Bewältigung unserer Zukunftsprobleme haben.
Der Einzige, der dies nicht verstanden hat, der sitzt in Tiflis und fühlt sich als Direktor seines Präsidenten-TV auch noch pudelwohl.
Freiheit für Kaufkraft und Konsum durch Verbesserung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit sollte doch für alle eine einvernehmliche Lösung ermöglichen.