Katholische Kirche Zollitsch gegen Denkverbote beim Zölibat

Reformtöne von Robert Zollitsch: Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz nennt die Ehelosigkeit katholischer Priester "theologisch nicht notwendig" - und kritisiert CDU und kirchliche Hardliner.

Nicht mal eine Woche ist Robert Zollitsch der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und schon wird er seinem Ruf als undogmatischer und reformfreudiger Geist gerecht. In einem Interview mit dem Spiegel äußerte sich der Freiburger Oberhirte dementsprechend zum Zölibat der katholischen Kirche.

Folgte Kardinal Lehmann als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz: Erzbischof Zollitsch

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Die Verbindung zwischen Priestertum und Ehelosigkeit sei nicht theologisch notwendig, sagte der Erzbischof. Ein Abschied vom Zölibat wäre eine Revolution, bei der ein Teil der Kirche nicht mitginge. Nötig wäre daher bei diesem Thema ein Konzil, weil in das innere Leben der gesamten Kirche eingegriffen werden würde.

Der Erzbischof sprach sich zugleich für die Öffnung seiner Kirche für neue gesellschaftliche Milieus aus - eine klare Distanzierung zu Äußerungen anderer Bischöfe zum Thema Kinderkrippe. "Begriffe wie 'Gebärmaschinen' oder 'Herdprämie' gehören nicht zu meinem Wortschatz und machen jede Diskussion im Ansatz kaputt. Wir brauchen Kinderkrippen, weil viele Eltern sie einfach benötigen", sagte er.

Der Augsburger Bischof Walter Mixa hatte im vergangenen Herbst eine Protestwelle mit der Äußerung ausgelöst, Frauen würden mit der Politik von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen zu Gebärmaschinen degradiert.

Kritisch äußerte sich Zollitsch zur Entwicklung der CDU, obwohl von dieser Partei "viele christliche Werte in unserem Sinne aufgegriffen werden". Doch die CDU habe sich stärker neoliberalen Thesen angenähert und stehe dabei in der Gefahr, die soziale Marktwirtschaft oder das Soziale nicht mehr genügend im Blick zu haben.

Die Nähe zwischen katholischer Kirche und CDU sei deshalb geringer geworden. Andererseits griffen andere Parteien wie SPD und Grüne "Dinge, die uns wichtig sind, stärker auf als früher".