Weakland schreibt einen Brief, addressiert an "His Eminence", den "Prefect, The Sacred Congregation for the Doctrine of the Faith". Die Eminenz, die zu diesem Zeitpunkt bereits seit 15 Jahren die Glaubenskongregation geleitet hat, ist Kardinal Joseph Ratzinger, der heutige Papst. Weakland hält Ratzinger für zuständig, weil Pfarrer Murphy offenbar auch die Beichte dazu benutzt hat, um die tauben Jugendlichen zu verführen.
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In dem Brief heißt es: "Eine Person hat unter Eid ausgesagt, dass Pfarrer Murphy die Beichte genutzt hat, um zu sündhaften Handlungen gegen das sechste Gebot aufzufordern". Offen gesteht Weakland in dem Brief, weniger an der nötigen Gerechtigkeit interessiert zu sein, als an einer "heilenden Antwort" der Kirche auf den Ärger der Gehörlosen. Immerhin lässt der Bischof in seinem Schreiben keinen Zweifel daran, dass der Priester massiv und über viele Jahre hinweg Schutzbefohlene missbraucht hat.
Doch eine Reaktion Ratzingers bleibt aus.
Weakland leitet ein kirchliches Verfahren gegen Murphy ein - und schreibt weiter Briefe an den Vatikan. Im März 1997 geht ein Schreiben an Kardinal Gilberto Agustoni, den Leiter der Apostolischen Signatur, dem höchsten Gericht der römischen Kurie.
Auf diesen Brief reagiert der Vatikan immerhin. Das Gericht fühlt sich nicht zuständig. Sehr wohl sei aber ein anderes Gremium für den "schweren und dringenden" Fall verantwortlich. Die Glaubenskongregation und deren Chef: Kardinal Ratzinger. Ratzingers Stellvertreter Tarcisio Bertone bittet Weakland, ein geheimes Verfahren nach Kirchenrecht einzuleiten.
Fall: geschlossen
Im Jahr 1998 erhält Ratzinger dann Post von Pfarrer Murphy. Darin bittet er den mächtigen Kardinal, das Amtsenthebungsverfahren gegen ihn aufzuhalten "Ich wünsche mir einfach, die Zeit, die mir bleibt, in der Würde meines Priesteramtes zu leben." Er habe Buße getan und sei in einem schlechten gesundheitlichen Zustand.
Das überzeugte offenbar Kardinal Bertone. Er verweist auf den Paragraphen 1341 des kanonischen Rechts. Dort steht, dass ein Bischof nur dann juristisch gegen einen Geistlichen vorgehen soll, nachdem er sicher ist, dass alle anderen Optionen versagen. Nach dem Tod Murphys Anfang September 1998 wird der Fall zu den Akten gelegt. Da immerhin beeilt sich der Vatikan: Während zuvor mehrere Monate vergingen, bis ein Brief eine Reaktion ausgelöst hat, schreibt Bertone noch im selben Monat: "The case is, in effect, closed" - der Fall ist geschlossen.
Letztlich beweisen die Dokumente, die der New York Times vorliegen, nicht eindeutig, dass Ratzinger als Leiter der Glaubenskongregation je von dem Fall Murphy gehört hat. Doch als Chef hat Ratzinger eine Verantwortung für seine Mitarbeiter. Wenn Briefe von Bischöfen, die in dringlichen Fällen an ihn adressiert sind, ihn nicht erreichen, ist das kein gutes Zeichen. Und wenn Ratzingers Stellvertreter Dinge von solcher Tragweite ohne Rücksprache entscheidet, noch weniger. Wahrscheinlicher ist, dass Ratzinger von dem Fall wusste und ihn - wie viele Autoritäten in Irland und in Deutschland - mindestens falsch eingeschätzt hat.
Einen Verdacht scheinen die Dokumente aber zu erhärten: dass die katholische Kirche alles, was unter den Teppich gekehrt werden kann, auch unter den Teppich kehrt. Das ist das katholische Derivat von Murphys Gesetz.
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(sueddeutsche.de/gba)
Müll an der Isar
Übersehen wird allgemein, daß es keineswegs nur dieses heikle Gebiet ist, auf welchem die katholische Kirche mit der Wahrheit, von der sie doch angeblich so viel hält, auf Kriegsfuß steht. Wie wäre es sonst möglich, daß der Papst vor der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften buckelt, die beispielsweise den Blödsinn der sogenannten Relativitätstheorie allen Ernstes als Wissenschaft verkauft? Freilich kann eine derart gravierende Desinformation nur dann als Lüge bezeichnet werden, wenn Absicht dahintersteckt. Aber auch wenn es aus bloßer Dummheit geschieht, so bleibt es doch die Unwahrheit. Und ist es wirklich vorstellbar, daß das Ausmaß von Dummheit so gewaltig ist? Und das bei einem Papst, dem auf anderen Gebieten hohe Intelligenz zugeschrieben wird? Ich selbst habe in Heidelberg bei einer unwürdigen Weiheveranstaltung für Einstein der Katholischen Akademie erleben müssen, wie die Besucher in schäbiger Weise durch Maulkörbe für alle Kritiker wahrheitswidrig indoktriniert wurden, sei es nun aus Feigheit oder aus mangelnder Kompetenz. Von einem Wirken des Heiligen Geistes war jedenfalls kein Hauch zu spüren.
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dann war er über alles informiert, was der (Schein)Heiligen Kirche hätte schaden können. Das war sein Job, (darum auch nachvollziehbar das Vertuschen solch widerwärtiger Mißbräuche zudem noch an Behinderten,) man kann es nicht fassen. Nix hören, nix sehen, nix sagen (wie der weise Affengott) , hat ihn nun endlich eingeholt, der Schaden ist enorm.
Glaubenskongregation ist die verniedlichende Neubenennung einer altbekannten, berüchtigten Institution namens Inquisition, die schon immer missliebige Kirchenkritiker verfolgte und auch mal auf dem Scheiterhaufen verbrennen ließ, während sie andererseits Kirchenfreunde, und seien es die schlimmsten Verbrecher, in ihren Schutz genommen hat. Joseph Ratzinger war 25 lange Jahre Inquisitionschef, und hat die Akten bearbeitet g e g e n Drewermann, Ranke-Heinemann, Küng u. a. sowie f ü r die klerikalen Päderasten aller katholischen Länder.
gewinnt man bei Betrachtung der in den Foren geführten Diskussionen den Eindruck, dass sich darunter Kirchenhasser befinden, die sich über die in kirchlicher Verantwortung verübten Missbrauchfälle geradezu freuen, weil sie nun endlich ihrem Hass auf die Kirche freien Lauf lassen können. Teile der Medien sind voll verantwortlich für diese Tiraden, die inzwischen bereits zu Schändungen katholischer Kunstwerke geführt haben. Wenn die Medien weiterhin solchen Hetzern Raum geben, wird man hierzulande wohl auch mit Angriffen auf katholische Christen rechnen müssen.
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