Die Ungleichbehandlung von Kassenpatienten und Privatpatienten ist empörend. Schuld sind aber nicht die Ärzte.
Die Aufgabe des Arztes ist es, Krankheiten zu diagnostizieren und zu heilen. In deutschen Praxen ist aber längst eine zweite Aufgabe hinzugekommen: Ärzte müssen auch erkennen, wie viel der jeweilige Patient ihrer Praxis einbringt.
Die Mediziner reagieren mit ihrer Zwei-Klassen-Medizin nur auf gesetzliche Vorgaben. (© Foto: dpa)
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Eine Studie der Kölner Universität belegt, wohin das führt: Kassenpatienten warten dreimal so lange auf ihren Termin wie Privatversicherte. Die Ungleichbehandlung ist empörend. Doch wer die Ärzte dafür kritisiert, setzt am falschen Ende an. Die Mediziner reagieren nur auf gesetzliche Vorgaben. Die Zwei-Klassen-Medizin ist von der Regierung verordnet.
Wenn ein Arzt einen Kassenpatienten mit einer Routineuntersuchung am Ende eines Quartals auf den kommenden Monat vertröstet, handelt er absolut rational. Er muss den Patienten sonst häufig umsonst behandeln, denn die Budgets der Ärzte sind gedeckelt.
Das gilt nicht nur für die Behandlungskosten, sondern auch für die Medikamentenvergabe, bei der es längst eine Zwei-Klassen-Versorgung gibt. Wenn ein Arzt in einem Quartal besonders viele Grippepatienten hat, und er sein Arzneimittelbudget überschreitet, drohen ihm Regressforderungen. Im nächsten Quartal überlegt er vielleicht zweimal, ob er etwa ein besonders teures Schmerzmittel verschreibt. Das führt schon heute zu einer stillen Rationierung der Medikamentenversorgung.
Eine Regierung, die Ärzten immer engere finanzielle Vorgaben macht, muss sich nicht wundern, wenn sie sich auf Patienten konzentriert, deren Behandlung sich lohnt. Wer eine gerechtere Versorgung von Kassenpatienten will, muss sie angemessen bezahlen. Dafür aber müssten der Steuerzuschuss für die Krankenkassen oder die Beitragssätze erhöht werden, was beides unpopulär ist.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 02.04.2008/cag)
Müll an der Isar
... sondern die Kassen selbst.
Ich persönlich würde immer solvente Kunden vorziehen, egal in welcher Branche.
Die Kassen machen Milliarden plus und investieren offenbat lieber in Prunkbauten in teuesrsten Stadtteilen von München, horenten Honoraren für Berater und Führungskräfte .... und das in ganz Deutschland.
Man sollte mal den Lohn eines Klinikarztes wissen und die Arbeitsbedingungen.....
Und Ärzte sind doch Menschen und Verdiener...
Auch wenn manche hier so tun also ob Ärzte allesamt idealisten sein müssten und nur für das gemeinwohl da sein sollten, finde ich es als Betreibswirt sehr interessant wie man zu solch einer Annahme kommen kann.
Ärzte befinden sich bis sie über 30 sind in der Ausbildung in der sie sehr wenig bis gar nix verdienen können. Danach haben sie Arbeitstage, bei denen bei jeder anderen Berufsgruppe sofort Streik oder sogar Klagen wegen Menschenrechtsverltzungen zu befürchten wären!
Und dabei ist noch cniht berücksichtig, dass jemand, der gut das erste Drittel seines Lebens in der Aubildung verbracht hat auch ein gewisses Anrecht auf genügend Bezahlung hat.
Bei den Preisen sollte man sich vielleicht eher an die Pharmafirmen wenden.. aber das it eine andere debatte.
Als zweites finde ich seh amüsant, dass sich leute darüber aufregen, dass Kassenpatienten warten müssen..
Wer würde denn bitte umsonst arbeiten? Wenn es die Leute wirklich stört, dann sollen sie doch endlich die Politiker es spüren lassen und nicht immer weiter linker und grüner wählen..
Abgesehen davon kann auch jeder für sich eine private zusatzversicherung abschliessen.. Das argument, dass das für reiche einfacher ist las für "arme" ist auch eher lächerlich, weil sonst müsste man auch noch gesetzte dagegen erfinden, dass manche menschen mehr verdienen als andere!
ich bin nicht neidisch auf privat versicherte, wo man doch immer mal wieder hört, dass diese im krankenhaus vom oberchefarzt persönlich operiert werden, der aber über nicht mehr so viel routine beim operieren verfügt, weil er als oberchefarzt oft unterwegs ist, vorträge hält etc. da lasse ich mich als kassenpatient lieber vom assistenzarzt operieren. vielleicht sollten die krankenkassen nicht so viel geld für werbung ausgeben und das geld lieber in die versicherten investieren. abgesehen davon finde ich es nicht gut, daß das budget den ärzten vorgeschrieben wird. entweder behandelt der arzt die patienten umsonst oder später/gar nicht. und die leute, die sich solche regelungen ausdenken, sind wahrscheinlich die letzten, die umsonst arbeiten würden.
p.s.: und komisch finde ich auch, wenn man autos mit menschen vergleicht.
"Der GKV-Anteil der Bevoelkerung ist der gleichzeitig auch Teil der hauptsaechlich Transferleistungen einstreicht."
Das glaube ich nun nicht... Ich kenne genügend Gutverdiener (und bin selbst einer), die deutlich über der Bemessungsgrenze liegen und nicht in die PKV wechseln können (Vorerkrankung...) oder wollen.
Das Hauptproblem des jetzigen Systems sind und bleiben die unterschiedlichen Regelungen für PKV und GKV. Um das zu lösen müsste man eine von 2 Möglichkeiten einführen:
- die PKV dürfen Patienten nicht wegen Risiken ablehnen oder die Prämienhöhe daran festmachen (gerne auch in der Kombi mit: keine Bemessungsgrenze mehr)
- oder man erlaubt den GKV genau das gleiche
Im jetzigen System können ja nur *gesunde* UND *gutverdienende/selbständige* in die PKV, das ist offensichtlich eine 2-Klassen-Behandlung...
Warum sollte es im Gesundheitswesen anders sein, als sonst in der Gesellschaft?
Das Ziel all dieser "Reformen", Agenda 2010, Rente mit 67 (bald 76?) ist natürlich genau das Gegenteil dessen, was stets lauthals verkündet wird. Die Spanne zwischen Begüterten und Habenichtsen wird größer, soll größer werden.
In Gesetze wird nur geschrieben, was die starken Lobbys darin haben wollen.
Die Versicherungen, Ärzte und Apotheker haben starke Lobbys. Gesetzlich versicherte Patienten nicht. "Volks"vertreter sind allergrößtenteils privatversichert. Ob von denen jemals nur eine Einzige, ein Einziger Stunden im Warteraum für Kassenpatienten zugebracht hat? Oder Wochen auf einen Untersuchungstermin gewartet hat? Oder etwa die Teilnehmer an diversen Talkshows zum Thema?
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