Die dänische Regierung will verhindern, dass die Proteste in der islamischen Welt weiter außer Kontrolle geraten. Deshalb hat sie Malaysia um Hilfe gebeten.

Die malaysische Regierung führt zurzeit den Vorsitz der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC). Sie gilt als gemäßigt.

Brennende dänische Flagge, dpa

Brennende dänische Flagge in Pakistan (© Foto: dpa)

Anzeige

In einem Telefonat am Freitag habe ihn der dänische Außenminister Per Stig Moeller gebeten, die Situation zu erklären, sagte der malaysische Außenminister Syed Hamid Albar. Moeller habe ihm versichert, dass sein Land den Islam respektiere und niemals beabsichtigt habe, die religösen Gefühle der Moslems zu verletzen.

Die indonesische Regierung bedauerte am Sonntag die Entscheidung der dänischen Regierung, ihr Botschaftspersonal abzuziehen und alle dänischen Staatsbürger zum Verlassen des Landes aufzufordern. Die Entscheidung sei "ein wenig zu hastig" gefallen, sagte Außenminister Hasan Wirayuda in Jakarta. Sein Land habe bereits für die Sicherheit aller dänischen Einrichtungen garantiert.

Das Außenministerium in Kopenhagen hatte am Vorabend seinen Aufruf mit "glaubhaften Informationen" begründet, wonach Dänen und dänische Einrichtungen in Indonesien in Gefahr seien. Es gebe Hinweise, dass eine extremistische Gruppe "aus Protest gegen die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen aktiv nach Dänen suchen" werde. Zuvor hatte Dänemark schon seine Diplomaten aus Indonesien abgezogen, die Botschaft in Jakarta wurde geschlossen.

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Die Pflicht zur Kür

Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...

(AFP)