Nach zwei Jahren an der Spitze der Großen Koalition hat Angela Merkel als Kanzlerin den höchsten Punkt ihres Ansehens erreicht - und bereits überschritten.
Die große Sphinx von Gizeh ist ein Bauwerk des alten Ägypten. Die große Sphinx von Berlin ist Bundeskanzlerin im neuen Deutschland. Viele Beobachter sagen nach zwei Jahren Kanzlerschaft von ihr, sie sei immer noch nicht richtig fassbar, sie sei ein Rätsel.Wäre nun die Kanzlerin eine Sphinx von jener Art, von der die griechische Sage berichtet, dann gäbe es im Lande nicht mehr viele politische Journalisten.
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Angela Merkel (© Foto: ddp)
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Die Sphinx dieser Sage, Tochter des Typhon und der Schlange Echidna, hat nämlich jeden getötet, der ihr Rätsel nicht lösen konnte. Angela Merkel, Adoptivtochter des Helmut Kohl und Kind der DDR, ist nicht so grausam; sie ist nur sehr kritikempfindlich und nachtragend.
Aber sie tarnt sich mit unterkühltem Habitus, formelhaften Reden und einem oft griesgrämigen Gesicht, auf dem zu selten ein bezauberndes Lächeln aufscheint. Und sie trägt den Schutzpanzer vorzüglicher Umfragewerte, die besser sind als die all ihrer Vorgänger zur Halbzeit. Das ist die offizielle Angela Merkel, die vermeintliche Sphinx-Kanzlerin.
Die private Angela Merkel ist ganz anders: ausgelassen und keck, aber so kennen sie nur wenige. Ihr Alltags-Gestus ist ziemlich emotionslos, ihr offizieller Gesichtsausdruck ist eher frostig und undurchschaubar. Das wird gern als Ausdruck ihrer Politik genommen. Man wisse nicht, was sie eigentlich wolle, heißt es. Und zur Begründung wird auf ihren neoliberalen Kurs im Wahlkampf verwiesen, für den der Leipziger Parteitag von 2003 steht; sie hat ihn korrigiert, nachdem sie die Wahl von 2005 trotz superber Ausgangsposition deswegen fast noch verloren hätte.
Merkel will auch lieber nicht daran erinnert werden, dass sie, wenn sie schon im Jahr 2003 Kanzlerin gewesen wäre, Deutschland in das Desaster des Irak-Kriegs geführt hätte. Das war ausnahmsweise nicht sphinxhaft, sondern einfach falsch.
Die angebliche Rätselhaftigkeit Merkels hat vor allem damit zu tun, dass ihr Politikstil als Kanzlerin ungewohnt ist, so anders als der von Kohl, Schröder, Sarkozy oder Putin. Sie ist viel unprätentiöser, sie scheut Basta und Machtwort und schöpft ihr Selbstbewusstsein nicht daraus, stets im Mittelpunkt stehen und jede Debatte beherrschen zu müssen, sondern sie zieht es daraus, dass sie es - als Außenseiterin aus dem ostdeutschen Pfarrhaus - so weit gebracht hat.
Das gibt ihr ein Selbstbewusstsein, das zwar stiller ist als das von Kohl, aber den Vergleich nicht scheuen muss. Daher kann sie andere reden lassen, auch im Kabinett - wo zu Schröders Zeiten nur Schily und Fischer Gehör fanden. Das erleichtert ihr in einer Großen Koalition, in der die Kanzlerin oft eine moderierende Aufgabe hat, das Geschäft.
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denn das wird ein Heulen und Zähneklappern. Die aufgesparte Wahrheit kommt unweigerlich und der Wähler wird den "Denk-" Wahlzettel ausfüllen, Kreuz für Kreuz.
Ich glaube bei Ihnen ist gute Politik von der Farbe der Partei abhängig.
Mir ist es egal welcher Farbe gerade im Kanzleramt sitzt. Ich will das die dort einen guten Job machen und das ist eben seid 25 Jahren nicht der Fall.
Wir haben inzwischen als Nation ein Mittelmaß erreicht und es geht noch weiter bergab.
Wie heißt es so schön bei unseren Nachbarn, Deutsche lösen keine Probleme, Deutsche schaffen Probleme.
Was nun Schrödis Entscheidung im Zusammenhang mit dem Irak Krieg betrifft, sie wird nicht falsch wenn ich ihm Opportunismus unterstelle. Und sicher haben wir damals den Atem angehalten, er hat sich ja dadurch gegen die USA gestellt. Vergessen die äußerungen eines Herrn Rummsfeld? Bis dahin war doch abgemacht, Deutschland ist der treueste Vasall der USA in Europa.
@fedrats:
Zitat: "vor kurzem war ich im ehemaligen osten und habe die neuen straßen häuser und alles gesehen, als wir wider in den ehmaligen westen gekommen sind, sah es trostlos aus."
Den Eindruck kann man vor allem in NRW haben, oder jedenfalls in Teilen von NRW.
Da fällt mir immer das Wort von der "Angleichung der Lebensverhältnisse" ein - eine europäische Prämisse übrigens. Wenn das Resultat dieser Angleichung so aussieht wie in NRW, dann danke.
Der nächste Schritt wird dann sein, dass Sie von Polen nach Deutschland kommen und feststellen, dass es hier trostlos aussieht. Es sind Unsummen, die da im europäischen Strukturfonds zirkulieren, die sollten halbiert werden.
Ihre witzigen Bemerkungen, Sie lustiger Erpel, waren auch schon besser.
Sie schreiben:
Als Schröder sich so vehement gegen den Irakkrieg stellte, haben wir uns da nicht alle erschrocken
lach lach???
Meinten sie dies als Humoreske oder ernsthaft.??
Er wollte doch damals die Wahl gewinnen und lag in den Umfragen meilenweit hinten, dann öffnete er die Büchse des Antiamerikanismus, pöblete vom Cotbuser Marktplatz gegen W. Bush und war plötzlich wieder der Liebling der Linken, DGB lern und anderen Sozis, die ihn vorher noch als Kanzler Her Bosse abgeschrieben hatten.
Bereits seine Ex Hilu hatte ihn als gnadenlosen Opportunisten bezeichnet und diese hatte ja genügend Zeit ihn en Detail kennen zu lernen.
Schröder, der letzte Aufrechte gegen den Irak Krieg, hätte er sich Chancen ausgerechnet, durch eine Teilnahme im Irak die Wahl zu gewinnen, würden jetzt Deutsche Truppen am Euphrat unsere Freiheit verteidigen, nicht nur am Hindukusch oder in Serbien, wo er weniger Skrupel hatte.
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