Die FDP gibt der Union Unterstützung im Tauziehen um die Kanzlerschaft. Um wieder Leben in die festgefahrene Situation zu bringen, hat FDP-Chef Westerwelle nach SZ-Informationen wieder eine schwarz-gelb-grüne Koalition ins Gespräch gebracht.

FDP-Chef Guido Westerwelle hat das politische Tauziehen zwischen Union und SPD um den Eintritt in Koalitionsverhandlungen kritisiert und erneut die Möglichkeit eines schwarz-gelb-grünen Bündnisses ins Gespräch gebracht. "Wenn die Hängepartie bei den beiden größeren Parteien andauert, dann muss auch wieder über andere Optionen als die einer großen Koalition gesprochen werden", sagte Westerwelle der Süddeutschen Zeitung (Mittwoch-Ausgabe).

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"Für die FDP ist die Tür zu einer schwarz-gelben Zusammenarbeit mit Beteiligung der Grünen jedenfalls bislang noch nicht verschlossen", erklärte Westerwelle weiter. "Die Langsamkeit der Annäherung von Union und SPD gibt eine Vorahnung auf den zu erwartenden Stillstand, käme es tatsächlich zu einer großen Koalition."

Unterdessen beharren CDU und CSU weiter darauf, dass Angela Merkel Kanzlerin in einer großen Koalition werden müsse. Diesen Anspruch will die CDU-Spitze nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur an diesem Mittwoch in der neuen Runde der Sondierungsgespräche mit der SPD den Punkt nochmals mit Nachdruck zur Sprache bringen.

Vorgehen weiter strittig

Denkbar sei, dass die Sondierungsgespräche abgebrochen würden, falls die Sozialdemokraten erneut keine Bewegung zeigten, hieß es in der CDU-Parteispitze am Dienstag. Unter den Präsidiumsmitgliedern habe die Haltung vorgeherrscht, dass es keinen Sinn habe weiter zu sprechen, wenn die Sozialdemokraten nicht bereit seien, die Grundbedingung der Union für eine große Koalition zu akzeptieren, sagten mehrere Teilnehmer übereinstimmend.

Einhellig sei die Parteiführung der Auffassung gewesen, die SPD müsse vor Beginn der Koalitionsverhandlungen eine Kanzlerschaft der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel anerkennen.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte am Montag zunächst nicht mehr unbedingt auf der Führungsrolle in einer großen Koalition beharrt. Das SPD-Präsidium hielt im Anschluss dennoch den Anspruch Schröders auf das Kanzleramt unverändert aufrecht. SPD-Chef Franz Müntefering erklärte, seine Partei wolle über Personalfragen und damit über die Kanzlerschaft erst in regulären Koalitionsgesprächen verhandeln.

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(sueddeutsche.de/dpa)