Kampfkandidatur für das CDU-Präsidium Unterstützung für Jens Spahn

Jens Spahn, Jahrgang 1980, war mal jüngstes Mitglied der Unions-Bundestagsfraktion. Inzwischen ist der Christdemokrat gesundheitspolitischer Sprecher seiner Fraktion - und will mehr (Bild: Archiv von 2008).

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Nach der Jungen Union stellen sich jetzt auch der Wirtschaftsflügel und die Seniorenunion hinter Jens Spahn. Der Gesundheitsexperte will unbedingt ins CDU-Präsidium. Sein Gegner auf dem Parteitag wird ausgerechnet Gesundheitsminister Hermann Gröhe sein.

Von Robert Roßmann, Berlin

Die Kandidatur von Jens Spahn für das CDU-Präsidium wird jetzt auch vom Wirtschaftsflügel der Union und von der Seniorenunion unterstützt. Der Bundesvorstand der Mittelstandsvereinigung (MIT) stellte sich am Montag einstimmig hinter die Kandidatur des Gesundheitsexperten der Unionsfraktion. MIT-Chef Carsten Linnemann sagte der Süddeutschen Zeitung, für Spahn spreche dessen "ordnungspolitischer Kompass, der Mut zu grundlegenden Strukturreformen und sein Engagement für Generationengerechtigkeit". Dies könne das CDU-Präsidium "gut gebrauchen".

Der Vorsitzende der Seniorenunion, Otto Wulff, sagte der SZ, er "schätze das Talent, die Erfahrung und das Können von Herrn Spahn". Dies gelte vor allem für die Gesundheitspolitik. Spahn leiste "einen ungemein wichtigen Beitrag für die Politik der CDU auf diesem Gebiet". Er "unterstütze deshalb die Kandidatur von Spahn für das Präsidium".

Am Wochenende hatte bereits die Junge Union Spahn als ihren Kandidaten für das Präsidium nominiert. In dem wichtigsten CDU-Gremium wird wegen des Rückzugs des früheren JU-Chefs Philipp Mißfelder ein Platz frei. Da die NRW-CDU voraussichtlich Gesundheitsminister Hermann Gröhe für diesen Platz nominieren wird, dürfte es auf dem CDU-Bundesparteitag Anfang Dezember zum ersten Mal seit Jahren zu einer Kampfabstimmung um einen Präsidiumsplatz kommen. Spahn stammt wie Gröhe und Mißfelder aus Nordrhein-Westfalen.

"Die JU war bisher im Präsidium vertreten - und das sollten wir als Europas stärkste Jugendorganisation auch weiterhin sein", sagte Spahn der SZ. Er möchte "ein Anwalt der jungen Generation in der CDU sein", die sei "bisher nicht überrepräsentiert". Außerdem sollten im Präsidium "nicht nur Regierungsmitglieder sitzen, Partei und Regierung sind zwei Paar Schuhe".

Spahn ist 34 und einfacher Abgeordneter, Gröhe 53 und Minister. Spahn begründet seine Kandidatur aber auch mit dem Wunsch nach einer Kurskorrektur der CDU. "Wir sollten weniger übers Verteilen und mehr übers Erwirtschaften reden - das kommt in der großen Koalition bisher deutlich zu kurz", sagt Spahn. "Wenn wir nicht aufpassen, verspielen wir unsere wirtschaftliche Stärke."