Mit schweren Waffen kämpft die Bundeswehr derzeit in Afghanistan - und beteuert, dass die Zivilbevölkerung trotz des jüngsten tödlichen Vorfalls keinerlei Feindseligkeiten gegen deutsche Soldaten hegt.
Soldaten der Bundeswehr sind im Norden Afghanistans an einer Offensive gegen die Taliban und verbündete islamistische Gruppen beteiligt.
Eine Fahrzeugkolonne der Quick Reaction Force (QRF) während einer Gefechtsübung bei Masar-i-Scharif in Afghanistan. Das Foto entstand 2008. (© Foto: ddp)
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Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam sagte zu sueddeutsche.de, derzeit finde eine Operation der afghanischen Sicherheitskräfte statt, die von der internationalen Schutztruppe Isaf unterstützt werde. Daran sei die Bundeswehr, aber auch Truppen anderer Staaten beteiligt.
Verwundete bei afghanischen Streitkräften
Man kämpfe gegen "gegnerische Gruppen", sagte der Sprecher des Einsatzführungskommandos. Ein Sprecher des Verteidigungsministers in Berlin präzisierte: "Es trifft nicht hunderprozentig zu, dass es nur gegen die Taliban geht, sondern auch gegen Aufständische." Die Rede war von "Stammesmitgliedern, Kriminellen und Terroristen".
Die Operation laufe seit diesem Sonntag. Bestätigt wurde, dass auch Schützenpanzer vom Typ Marder sowie Mörser eingesetzt werden. Desweiteren seien Allschutz-Transportfahrzeuge vom Typ Dingo und Transportpanzer Fuchs beteiligt, sagte der Ministeriumssprecher zu sueddeutsche.de.
Zum genauen Umfang und zur Dauer des Einsatzes wollte der Potsdamer Sprecher keine Angaben machen - "das machen wir nie bei laufenden Operationen".
Der Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, bislang sei kein deutscher Soldat bei der Operation zu Schaden gekommen, wohl aber habe es auf der Seite der afghanischen Streitkräfte "drei Verwundete" gegeben.
"Wir schießen ja nicht blind irgendwo hin"
Die Federführung bei dem Einsatz habe das afghanische Militär, hieß es. Der Einsatz von Mörsern, deren Granatsplitter je nach Kaliber in einem relativ großen Radius eine verheerende Wirkung haben können, stellt nach Angaben der Bundeswehr kein Risiko für die Zivilbevölkerung dar. "Wir schießen ja nicht blind irgendwo hin", sagte der Sprecher.
Er verwies auf eine vorhergehende "Aufklärung", ließ allerdings offen, ob diese durch den Einsatz von Drohnen, Flugzeugen oder mit Hilfe von Satellitenbildern zustande kam.
Insgesamt bezeichnete der Sprecher des Einsatzführungskommandos die Lage in Nordafghanistan als "angespannt". Der tödliche Vorfall von diesem Sonntag nahe Kundus habe sich nicht negativ auf den Ruf der deutschen Soldanten in der Zivilbevölkerung ausgewirkt, sagte der Sprecher, weil bekanntgeworden sei, dass die Taliban den Vorfall provoziert hätten.
Im Sterben den Taliban die Schuld gegeben
Zehn Kilometer westlich von Kundus war ein mit fünf Personen besetzter offener Kleinlaster mit hoher Geschwindigkeit auf eine Stellung der Bundeswehr zugefahren.
Da der Wagen trotz Warnschüssen nicht angehalten habe, hätten die Soldaten mit Schüssen auf den Motorblock das Fahrzeug zum Stehen gebracht. Dabei seien ein Jugendlicher getötet und zwei Personen schwer verletzt worden. Eine Person blieb unverletzt, und eine weitere Person habe sich vom Ort des Geschehens entfernt.
"Auf dem Sterbebett" habe der tödlich Verletzte "im Gespräch mit seinen Angehörigen den Taliban die Schuld gegeben", sagte der Sprecher. Der Zivilbevölkerung sei "klar, wer die guten und wer die Bösen sind". Deshalb gebe es im Zusammenhang mit diesem traurigen Vorfall auch "keinerlei Animositäten gegen deutsche Soldaten".
Die Schwerverletzten seien im Rettungszentrum des Wiederaufbauteams Kundus medizinisch versorgt und dann zur weiteren Behandlung nach Masar-i-Scharif ausgeflogen worden.
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(sueddeutsche.de/gba)
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Aha!
"Wenn politisch Verantwortliche heutzutage lügen, lügen sie anders, auch aus ganz anderen Beweggründen."
Danke, für diesen Hinweis, Herr M.W.R.W. So steht es doch aber wohl nicht als Norm im Grundgesetz?
Belogen in Goebbelscher Manier, die Jungs, Strucks und Münteferings sind... in Fußstapfen von Verbrechern und Lügnern ( Hitler ) getreten, die Erben des Faschismus usw.
Sagen Sie mal: Gehts noch?! Diese Nazi-Vergleiche sind doch absolut lächerlich. Oder ist Ihr Kommentar eine Satire, die ich nicht richtig verstanden habe? Dann bitte ich natürlich um Verzeihung.
So sehr ich den Krieg in Afghanistan verurteilenswert finde, ist ein Vergleich heutiger deutscher Politiker mit den Dämagogen des Dritten Reiches in jeglicher Hinsicht nicht nur falsch, sondern auch anmaßend bis unverschämt. Geschichte wiederholt sich, sagt man, aber so simpel ist es dann nun wirklich nicht.
Wenn politisch Verantwortliche heutzutage lügen, lügen sie anders, auch aus ganz anderen Beweggründen. Das kann man als dreist, unmoralisch oder sonstwas bezeichnen, hat aber rein gar nichts mit dem Nazi-Quatsch zu tun. Und im Übrigen: Zu Beginn des Afghanistan-Krieges gab es durchaus eine hohe Akzeptanz in der Völkergemeinschaft. Die allerdings schwindet glücklicherweise zunehmend.
Deutschland von heute kann man noch etwas tun. Es erfordert allerdings Mut! Noch besteht die Chance, den Mördern von heute das Handwerk zu legen, sie zur Umkehr zu zwingen oder aus dem Amt zu jagen. Die Zeit dazu ist gekommen.
Dieter Wick, Oberstleutnant a. D.
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