Italiens Ministerpräsident im Wahlkampf Monti schließt Ministeramt aus

Italiens Ministerpräsident Mario Monti geht in die Offensive. Einen Ministerposten unter einem anderen Regierungschef schließt er für sich aus. Stattdessen will er für seine Wiederwahl kämpfen.

Italiens Regierungschef Mario Monti hat die Übernahme eines Kabinettspostens unter einem anderen Ministerpräsidenten abgelehnt. Der 69-jährige Technokrat erklärte bei der Präsentation seines Wahlkampfbündnisses in Rom, dass es sein erklärtes Ziel sei, die Geschicke Italiens weiter als Ministerpräsident zu leiten.

Auf die Frage, ob er etwa auch als Wirtschaftsminister in einer neuen Regierung arbeiten wolle, sagte der frühere EU-Kommissar und Wirtschaftsprofessor: "Ich denke nicht." Sein Bündnis wird mit dem Slogan "Mit Monti für Italien" in den Wahlkampf ziehen. Monti will im Kampf gegen die Schuldenkrise ein breites Bündnis aus pro-europäischen und reformwilligen Parteien schmieden.

Rund sieben Wochen vor der Parlamentswahl am 24. und 25. Februar liegt der scheidende Ministerpräsident allerdings abgeschlagen in der Wählergunst zurück. Derzeit würden nur etwa zwölf Prozent der Wählerstimmen auf seine Allianz entfallen, wie aus der jüngsten Umfrage des Instituts Tecne hervorgeht.

Als Favorit für das Amt des Regierungschefs gilt der Vorsitzende der linken PD, Pier Luigi Bersani. Das Mitte-Links-Bündnis zusammen mit der Demokratischen Partei unterstützen derzeit 40 Prozent der Befragten. Bersani hätte aber keine Mehrheit im Senat sicher und könnte von einer Allianz unter Monti abhängig sein. Für die mögliche Mitte-Rechts-Koalition von Silvio Berlusconis Partei Volk der Freiheit würden 25 Prozent votieren. Allerdings deuten mehrere Umfragen auf eine hohe Unentschlossenheit der Wahlberechtigten hin.

Monti hatte die Regierung inmitten der Finanzkrise im November 2011 von dem mehrfachen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi übernommen. Berlusconi hatte damals mit mehreren Finanz- und Sexaffären zu kämpfen. Zudem stand er angesichts von Zweifeln an seiner Fähigkeit, Italien aus der Krise zu führen, unter dem Druck der Finanzmärkte. Der Technokrat Monti setzte drastische Sparmaßnahmen durch und konnte so das Vertrauen in die Regierung zurückgewinnen. Nach der Verabschiedung des Haushalts 2013 reichte er wie angekündigt seinen Rücktritt ein und machte damit den Weg frei für Neuwahlen.