Die Bundesregierung bläst zum Kampf gegen Kinderpornographie im Internet. Der Kampf ist wichtig - und er zeigt auch, dass die große Koalition noch handlungsfähig ist.
Es sieht zwar oft nicht mehr so aus, aber die große Koalition ist tatsächlich noch handlungsfähig. Innerhalb weniger Monate hat sie sich eines Themas bemächtigt, hat hinter den Kulissen heftig verhandelt - und am Ende steht ein Beschluss des Kabinetts, mit dem die Regierung ihre Marschroute im Kampf gegen Kinderpornografie im Internet festlegt.
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Fahnder werten Beweismaterial aus dem Internet aus. (© Foto: AP)
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Dieser Kampf ist richtig und wichtig, die Koalition tut endlich, was nötig ist. Sie hat die Mehrheit der Provider dafür gewonnen, sich vertraglich zu verpflichten, entsprechende Webseiten künftig zu blockieren.
Das Bundeskriminalamt wird die Daten dazu liefern, die Haftung für das irrtümliche Blockieren nicht-pornografischer Seiten wird der Bund übernehmen. Niemand verdrängt dabei die Tatsache, dass die schwerkriminellen Pornosucher und -anbieter derlei Hürden überwinden können.
Frühzeitige Abschreckung
Das Hauptziel aber ist es, jene 80 Prozent, die nach Erfahrungen der Sicherheitsbehörden durch Zufall oder kleine Lockmechanismen in die Kinderpornoszene rutschen, frühzeitig abzuschrecken. Sie sollen durch die Blockade des Zugangs abgeschreckt werden. Dagegen gibt es keine guten Argumente.
Doch das, was eigentlich ein Erfolg ist, ist auch eine Blamage. Eine Blamage für die Internetanbieter und die politische Klasse. Seit zehn Jahren kämpft und warnt und mahnt und bittet das Bundeskriminalamt in dieser Frage um Mithilfe, zehn Jahre lang aber ist das BKA bei Politikern und Unternehmen gegen eine Wand gelaufen.
Stets gab es juristische Bedenken, technische Bedenken, ja, wie zu hören ist, gab es auch ökonomische Bedenken. Nur die Tatsache, dass zu jeder kinderpornografischen Darstellung im Internet ein Kind gehört, dessen Menschenrecht und Menschenwürde aufs schwerste verletzt wird, hat lange Zeit so recht niemanden aufgeregt. Klar ist, dass mit einer leider nachweislich steigenden Nachfrage an Bildern auf eine schreckliche Weise auch die Nachfrage nach Kindern steigt, die für solche Filme und Fotos misshandelt werden. Warum ist diese Tatsache so lange ignoriert worden?
Immerhin, Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat sich der Sache in der ihr eigenen Vehemenz angenommen. Das ist gut, aber reicht nicht aus, sollte sich die Koalition nicht auch noch auf das dazugehörige Gesetz verständigen. Zugegeben, in dieser Legislaturperiode wird dafür die Zeit knapp. Nichts jedoch spricht für diese Koalition dagegen, sich in dieser Frage noch einmal richtig anzustrengen.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de/vw)
Ups, anscheinend wurde der erste Teil meines Beitrages (pünktlich um 19:00!) von der Forensoftware geschluckt. Deswegen das gleiche heute früh noch einmal:
Weil es anscheinend wirklich die Phantasie einiger Leute hier wirklich zu übersteigen scheint, hier wie man den Inhaltsblocker umgeht:
1. Google nach "open proxy list" um eine von hunderten von Listen mit offenen Proxyservern zu erhalten.
2. In Internet Explorer unter "Extras" - "Internetoptionen" den Tab "Verbindungen" öffnen und auf "LAN-Einstellungen" klicken. "Proxy Server" aktivieren und einen beliebigen der gerade gefundenen Proxy-Server eintragen. Zweimal auf "OK" klicken.
Unter Firefox funktioniert es ähnlich. Hier findet man den entsprechenden Dialog unter: Extras - Einstellungen - Erweitert - Netzwerk und dann "Einstellungen"...
Schon ist jeder Blocker außer Gefecht gesetzt. Und so etwas soll eine wirkungsvolle Blockade sein?
Schlimmer noch: für so einen Schmu ist man bereit, die Verfassung bis auf's äußerste zu strapazieren? Es muss wohl etwas mit den bevorstehenden Wahlen zu tun haben.
Network und dann "Settings"...
Schon ist jeder Blocker außer Gefecht gesetzt. Und so etwas soll eine wirkungsvolle Blockade sein?
Schlimmer noch: für so einen Schmu ist man bereit, die Verfassung bis auf's äußerste zu strapazieren? Es muss wohl etwas mit den bevorstehenden Wahlen zu tun haben.
@Dave-Kay
Da haben Sie natürlich vollkommen Recht. Normalerweise heißt es ja immer: Und nun folgt ein Kommentar von ... . Das, was er da macht, aber geht schon in den Bereich von Agitation und das ist ja wohl das Letzte, was unser geschichtsbelastetes Land wiederbeleben sollte.
Es ist schon mehr als seltsam, auf welche Art und mit welcher Schnelligkeit der Fall Kauss angegangen, vom eifrigen Staatsanwalt kommentiert, und abgehandelt, d.h. "kurzer Prozess" gemacht wurde und mit welcher affenartigen Geschwindigkeit nun die Kinderprostitution im Netz gemäß den Wünschen von Traummami von der Leyen bekämpft werden soll. Wer da noch an Zufall denkt, ist entweder extrem naiv oder führt nichts Gutes im Schilde. Kann man allein auch darin sehen, dass hier nicht mit offenen Karten gespielt wird, sondern Sachverhalte hergenommen werden, um die wahren Absichten zu verschleiern.
Hier sind Instrumenalisierer am Werk, denen jedes Mittel Recht ist, um ihre Generalüberwachung für alle hinzukriegen.
Wahrscheinlich ist die Sau "internationaler Terrorismus" mittlerweile tatsächlich zu Tode getrieben worden, und es lässt sich nicht mehr ausreichend diffuse Angst mit ihr hervorrufen. Nun muss ein neues Tier herhalten. Schade, daß es KiPo ist, dafür ist das Thema eigentlich zu ernst.
Aber vor irgendwas muss der Wähler ja Angst haben. Sonst kommt es noch soweit, daß Sicherheitspolitik in Zukunft auch noch erklärt und evtl. sogar in einem demokratischen Konsens gutgeheißen werden muss.
kann man so sehen wie sie, tue ich aber nicht.
Ich denke nicht, dass er das so darf. So kann er mit seinen Kumpels am Stammtisch grölen, aber nicht im Radio und wenn er es doch tun will, muss es als Meinung so deklariert sein, wie eben dieser Artikel hier auch klar als meinung kenntlich gemacht ist.
Oder was meinen sie, was wäre hier los, wenn oben nicht "ein Kommentar von.." drüber stehen würde?
Paging