Kampf gegen Islamisten Ecowas benötigt 375 Millionen Euro für Mali-Einsatz

Die internationale Unterstützung läuft nur schleppend an. Doch schon jetzt wird klar, dass der Einsatz in Mali für die westafrikanischen Staaten teuer werden könnte. Die Staatengemeinschaft Ecowas geht von Kosten von bis zu 375 Millionen Euro aus. Und fordert die internationale Gemeinschaft zur Hilfe auf.

Die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas geht von Kosten für ihren Einsatz gegen Islamisten in Mali von 500 Millionen US-Dollar (etwa 375 Millionen Euro) aus. Dabei handele es sich um eine erste Schätzung, sagte Ecowas-Kommissionspräsident Désiré Kadré Ouédraogo dem ivorischen Fernsehsender RTI. Dies könne sich je nach den "Gegebenheiten vor Ort" noch ändern.

Bislang waren die Kosten für die Internationale Unterstützungsmission für Mali (Misma) auf 150 bis 200 Millionen Euro geschätzt worden. Die Europäische Union will sich mit 50 Millionen Euro daran beteiligen.

Ouédraogo forderte die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung auf. Am 29. Januar findet eine Geberkonferenz in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba statt. Die Eingreiftruppe der Ecowas soll Frankreich ablösen, das am 11. Januar militärisch in Mali eingegriffen hatte. Paris wollte damit verhindern, dass islamistische Milizen aus dem von ihnen kontrollierten Norden des Landes weiter nach Süden vordringen. Bis zum Wochenende wurden 2000 französische Soldaten in das westafrikanische Land gebracht, ihre Zahl soll rasch weiter auf 2500 steigen.

Die Misma läuft nur schleppend an. Eigentlich sollte sie bis zum 26. Januar schon 2000 Soldaten vor Ort haben. Bis Sonntag waren es aber erst 150. Langfristig soll die Eingreiftruppe 5800 Mann stark sein.