Spätestens von 2011 an muss Finanzminister Schäuble strikt sparen - oder mehr Geld einnehmen. Ein hoher Regierungsbeamter sagt "massive Verteilungskonflikte" voraus.
Die Bundesregierung muss ihre jährlichen Ausgaben bis 2016 um bis zu 70 Milliarden Euro reduzieren oder die Einnahmen entsprechend erhöhen. Das ergibt sich aus dem Haushaltsentwurf für 2010, den das Kabinett am Mittwoch beschließen will. Er sieht für kommendes Jahr ein um Konjunktureinflüsse bereinigtes Defizit von 70 Milliarden Euro vor, das binnen sechs Jahren um 60 Milliarden Euro verringert werden muss.
Mehr einnehmen oder mehr einsparen - Finanzminister Wolfgang Schäuble steht in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen. (© Foto: ddp)
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Hinzu kommt das für 2011 geplante zweite Steuersenkungspaket, das - sollte es in vollem Umfang umgesetzt werden - den Bundeshaushalt noch einmal mit mindestens zehn Milliarden Euro pro Jahr belasten wird. Gelingt der Defizitabbau nicht, würde der Bund gegen die neue Verschuldungsgrenze des Grundgesetzes und den EU-Stabilitätspakt verstoßen.
Im Jahr 2010 will Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ausweislich seines Etatentwurfs noch ein letztes Mal auf Einsparungen verzichten, um den wirtschaftlichen Aufschwung nicht zu torpedieren. Deshalb steigt die Nettokreditaufnahme im Vergleich zum laufenden Jahr unbereinigt von 37,5 auf 85,8 Milliarden Euro. Das ist mehr als doppelt so viel wie der bisherige Schuldenrekord Theo Waigels (CSU) aus dem Jahr 1996.
Schuld daran sind vor allem Steuermindereinnahmen in Höhe von 43,5 Milliarden, Mehrausgaben für den Arbeitsmarkt von 23,3 Milliarden sowie ein zusätzlicher Steuerzuschuss an die gesetzliche Krankenversicherung von 10,2 Milliarden Euro. Die ursprüngliche Idee, die beiden letzten Posten in einen Schattenhaushalt auszulagern, gab die Koalition wegen vielfältiger Proteste nun endgültig auf.
Immer wieder neu sparen
Mit Gesamtausgaben von 325,4 Milliarden Euro wächst das Haushaltsvolumen im Vergleich zu 2009 um gut sieben Prozent. Nur 28,7 Milliarden Euro davon sind Investitionen. Größter Einzelposten bleibt der Sozialetat, dessen Anteil am Gesamtbudget weiter zunimmt.
Im laufenden Jahr wird der Bund voraussichtlich mit Ausgaben von 294,5 Milliarden und einer Neuverschuldung von 37,5 Milliarden Euro auskommen. Das sind neun beziehungsweise knapp zwölf Milliarden Euro weniger als vor wenigen Monaten befürchtet. In Regierungskreisen hieß es, die wirtschaftliche Lage sei "nicht ganz so schlimm wie erwartet, aber noch schlimm genug".
Wie das konjunkturbereinigte Defizit bis 2016 von jetzt 70 auf zehn Milliarden Euro reduziert werden soll, geht aus den Unterlagen nicht hervor. Aus Regierungskreisen verlautete, die schwarz-gelbe Koalition wolle die Steuerschätzung im Mai kommenden Jahres abwarten, um exakter beurteilen zu können, wie sich die finanzielle Lage darstellt.
Laut Grundgesetz gilt von 2016 an für das strukturelle Defizit im Bundeshaushalt ein Grenzwert von 0,35 Prozent der Wirtschaftsleistung. Das entspricht der Summe von gut zehn Milliarden Euro. Von 2011 an bis zum Inkrafttreten des Grenzwerts muss der Bund den Fehlbetrag in etwa gleich großen Schritten reduzieren, was bedeutet, dass die Regierung nach dauerhaften Einsparmöglichkeiten in einer Größenordnung von ebenfalls zehn Milliarden Euro suchen muss - und zwar jedes Jahr aufs Neue. Das wird kaum gehen, ohne die großen Ausgabenblöcke im Sozialbereich anzutasten oder Steuern und Abgaben zu erhöhen.
Die wirtschaftliche Entwicklung wird der Koalition entgegen vielen anderslautenden Aussagen vor allem aus der FDP kaum helfen, denn rein konjunkturell bedingte Steuermehreinnahmen werden bei der Ermittlung des strukturellen Defizits nicht berücksichtigt.
Erst wenn sich ein Aufschwung als so nachhaltig erweist, dass die langfristige Leistungsfähigkeit der Wirtschaft, das sogenannte Wachstumspotential, steigt, wird ein Teil der Steuermehreinnahmen als strukturell eingestuft. Das kann aber Jahre dauern. Ein hoher Regierungsbeamter sagt deshalb für die Zeit ab 2011 "massive Verteilungskonflikte" voraus.
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(SZ vom 14.12.2009/mati/gal)
Bilder des Tages
Der Schäuble schafft bewußt - mit Billigung der Merkel - ein Klima von Angst und Einschüchterung. Seit 2005 hat sich die Menschenrechtslage in Deutschland - nicht zuletzt durch das BKA-Gesetz - drastisch verschlechtert, die Bürgerrechtsverletzungen schwerster Art werden - mit Billigung der Merkel - unverändert fortgesetzt. Hinzu kommt, dass die Merkel systematisch die Strafverfolgung der dafür verantwortlichen Rechtsbrecher hintertreibt.
In Deutschland sind die Bürgerrechte schon vollständig ausgehöhlt und die letzten Restbestände der Verfassung faktisch außer Kraft gesetzt. Und immer noch leugnen CDU-Politiker - wider besseren Wissens - die drastische Verschlechterung der Menschenrechtslage und die fortgesetzte Missachtung von Bürgerrechten schwerster Art in Deutschland.
Wer Bürgerrechte verletzt, darf kein öffentliches Amt mehr bekleiden. Der Schäuble muss weg.
Deutschland in der Schuldenfalle. Schäuble wird Theo Waigel als Rekordhalter der Staatsverschuldung ablösen, und zwar gleich mit 100% mehr.Das alles wissen diese Selbstbedienungsherren schon heute.Dennoch muß auf Biegen und Brechen ein neues Steuergeschenk in zweistelliger Milliardenhöge durchgepaukt werden.Zuerst hatte es noch den Anschein, einige Ministerpräsidenten würden den Wahnsinn nicht mitmachen. Doch seit heute weiß man, auch ein Peter Harry Carstensen ist ein typischer Parteipolitiker ohne jedwedes Rückgrad. Obwohl sein Land schon jetzt hoffnungslos verschuldet ist, wird er sich mit einigen von Merkel hingeworfenen Brosamen begnügen und dem Gesetz zustimmen.Ausbaden werden es, und schon sehr bald, Städte und Kommunen und natürlich der gute Ottonormalverbraucher, der so gerne als Leistungsträger bezeichnet wird. Auch für Rentner, Hartz IV - Empfänger wird es eng werden. Ausgaben für Kultur können wir vergessen, Kommunale Abgaben wie zum Beispiel Müllbeseitigung und Investitionen in das marode Straßennetz auf kommunaler Ebene können wir getrost abhaken.Das alles und noch viel mehr werden wir ertragen müssen, weil eine kleine, profilsüchtige Klientelpartei es so will. Man sagte bisher, die Sozis hätten von Finanzpolitik keine Ahnnung, das wäre die Domäne der CDU.Was jetzt und in der nahen Zukunft abläuft, sollte eigentlich auch den Letzten vom Gegenteil überzeugen.
Also Herr Schäuble Sie wollen Sparen und brauchen Einnahmen um die Gläubiger zu bezahlen, denn das ist das oberste Gebot.
Dann fangen Sie einmal mit dem Sparen im Parlament an Herr Schäuble.
Denn die Zahl der Mitglieder unseres Parlaments im Verhältnis zur Einwohnerzahl lässt Rückschlüsse auf die Selbstbedienungsmentalität der politischen Klasse zu.
Deutschland sitzt dank unserer Politischen Eliten in der Schulden-Falle.
Was würde passieren es könnte zu Zahlungsstockungen kommen. Renten, Sozialhilfe, Arbeitslosengeld, Steuererstattungen, Bezüge und Pensionen der Beamten: Der Staat könnte außer Stande sein, pünktlich und vollständig zu zahlen. Das Geld käme zum Beispiel 10 Tage zu spät und nur in Höhe von 90%.
Finanzierungsprobleme führen dazu, dass einige Gesetze nur noch auf dem Papier stehen; dem Staat entgleitet teilweise die Kontrolle. Aus verbreiteter Schwarzarbeit entwickelt sich eine komplette Schattenwirtschaft. Zudem wird das staatliche Gewaltmonopol durch mafiose Strukturen ausgehöhlt. Italien in den 80er Jahren.
Die ausländischen Gläubiger der Staatsanleihen zweifeln, ob die laufenden Anleihen pünktlich und vollständig zurückgezahlt werden können. Die Zinsen schießen in die Höhe, Währung und Börsenkurse stürzen ab. Es kommt zu Zahlungsstockungen. Argentinien 2001/2002. Island 2008.
Die Störung greift auf die private Wirtschaft über. Konkurswelle, Massenentlassungen. Deutschland Ende der 20er Jahre.
Gigantische Einnahmeausfälle machen es dem Staat unmöglich, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Verelendung des Teils der Bevölkerung, der sein Einkommen vom Staat bezieht: Rentner, Beamte, Soldaten, Arbeitslose, die Beschäftigten im Gesundheitswesen. Begünstigt werden radikale, autoritäre politische Strömungen. Zunehmende Bereitschaft zur Anwendung von Gewalt nach innen und außen. Deutschland Anfang der 30er Jahre; Russland Mitte der 90er Jahre.
Hier unter der Rubrik 13.12.2009 "Heute bei Anne Will" steht eine kurze Erläuterung der wichtigsten Steuermaßnahmen:
http://gespraechskreis.twoday.net/
Dieser Inhalt wurde von einem sehr erfahrenen, ehemaligen Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Dipl. Kaufmann eingestellt.
Mich wundert es nicht, dass sich unser Land an einem finanziellen Abgrund mittels Finanz- und Steuerpolitik - und verursacht durch leichtfertige Politiker, die die Finanzkrise mit zu verantworten haben, steht.
Eine Währungsreform wird auf uns zukommen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit!
Der Staatshaushalt muss ausgeglichen sein.
Die öffentlichen Schulden müssen verringert werden.
Die Arroganz der Behörden muss gemäßigt und kontrolliert werden.
Die Zahlungen an ausländische Regierungen müssen reduziert werden, wenn der Staat nicht Bankrott gehen will.
Der Staatsdienst muss zum Nutzen derer geführt werden, die ihm anvertraut sind, nicht zum Nutzen derer, denen er anvertraut ist.
Marcus Tullius Cicero
1 Jahrh. vor Chr.
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