Die USA finden den Einsatz Pakistans gegen das Terrornetzwerk al-Qaida zu lasch - nun drohen sie, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

Die Vereinigten Staaten schließen einen Einsatz der US-Streitkräfte in Pakistan gegen das Terrornetzwerk al-QKaida nicht aus. Die "vorrangige Aufgabe" sei "der Schutz des amerikanischen Volkes", sagte die Anti-Terror-Beauftragte von US-Präsident George W. Bush, Fran Townsend dem Fernsehsender CNN.

US-Soldaten in Afghanistan: Werden sie bald ins nahegelegene Pakistan abkommandiert? (© Foto: AFP)

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"Wir werden alle unsere Instrumente nationaler Macht einsetzen, um effizient zu sein." Es sei "keine Frage, dass wir jedes verfügbare Instrument einsetzen, um das Problem Osama bin Laden, Aiman al-Zawahiri und al-Qaida zu lösen", fügte sie hinzu. Zawahiri gilt als Stellvertreter bin Ladens an der Spitze der Terrororganisation.

US-Geheimdienste hatten berichtet, bin Laden sei noch am Leben und verstecke sich im Westen Pakistans an der Grenze zu Afghanistan. "Meiner Ansicht nach lebt er noch. Und ich glaube, er ist in der Stammesregion von Pakistan", sagte der Koordinator der US-Geheimdienste, Michael McConnell, dem Fernsehsender NBC.

McConnell machte die pakistanische Regierung dafür verantwortlich, dass sich al-Qaida neu gruppieren konnte. Schuld sei vor allem ein umstrittenes Friedensabkommen mit Stammesführern im vergangenen September, das die Region entlang der Grenze zu Afghanistan zu einem weitgehend gesetzlosen Gebiet gemacht habe.

"Entschlossenheit Pakistans nicht zu bezweifeln"

"Anstatt al-Qaida herauszudrängen haben sie einen sicheren Rückzugsort für Training und Rekrutierung geschaffen", sagte McConnell. Dennoch bliebe Pakistans Präsident Pervez Musharraf ein wichtiger Verbündeter.

Die pakistanische Regierung wies die Aussagen McConnells zurück. Osama bin Laden halte sich nicht in Pakistan auf, sagte Innenminister Aftab Sherpao der Nachrichtenagentur AFP in Islamabad. "Wer Informationen (über den Aufenthaltsort) hat, sollte sie an uns weitergeben, damit wir ihn fassen können."

Außenminister Khurshid Kasuri sagte dem Fernsehsender CNN, die Entschlossenheit Pakistans im Antiterrorkampf könne nicht angezweifelt werden. Er forderte die USA auf, seinem Land handfeste Geheimdiensterkenntnisse zu geben, damit es handeln könne.

Unterdessen sind bei einem Bombenanschlag im Nordwesten Pakistans fünf Soldaten verletzt worden. Wie die Behörden mitteilten, explodierte der Sprengsatz am Straßenrand und traf ein Fahrzeug, das die Sicherheitskräfte transportierte.

Der Anschlag habe sich etwa 40 Kilometer südlich der Stadt Miranshah in der Unruheregion Nord-Waziristan ereignet. Nur wenige Stunden zuvor hatte es zwei Raketenangriffe auf einen Stützpunkt der Sicherheitskräfte in einem nahe gelegenen Ort gegeben.

Nord-Waziristan liegt an der Grenze zu Afghanistan. Das Gebiet galt lange Zeit als sicherer Rückszugsort für Taliban-und al-Qaida-Anhänger. Zuletzt verschärfte sich die Sicherheitslage dort, nachdem die Extremisten am vergangenen Sonntag ein Friedensabkommen mit der Regierung aufgekündigt hatten.

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(AFP/Reuters)