Nach zwei Anschlägen auf Touristen in Kairo hat die ägyptische Polizei vorübergehend rund 200 Menschen in den Heimatorten der Attentäter festgenommen.

Bei den Angriffen in der Nähe des Ägyptischen Museums und auf einen Reisebus wurden am Samstag neun Menschen verletzt, darunter vier Ausländer. Erst vor dreieinhalb Wochen waren in Kairo bei einem Selbstmordanschlag zwei Franzosen und ein Amerikaner getötet worden. Von einem Wiederaufleben des islamistischen Terrors wie in den 90er Jahren wollten die ägyptischen Behörden aber nichts wissen.

Polizeisperren um das Ägyptische Museum in Kairo. (© Foto: Reuters)

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Die Behörden erklärten, die Angriffe vom Samstag seien die Folge der intensiven Verfolgung der Hintermänner des Anschlags vom 7. April gewesen. Einer der Attentäter vom Samstag, Ehab Jusri Jassin, stand auf der Fahndungsliste und sprang während einer Verfolgung durch die Polizei in der Nähe des Luxushotels Ramses Hilton am Ägyptischen Museum von einer Brücke.

Bei der Explosion seines Sprengsatzes wurde er getötet. Bei den Verletzten handele es sich nach Angaben von Gesundheitsminister Mohammed Awad Tag Eddin um drei Ägypter, ein israelisches Paar im Alter von 55 Jahren sowie einen 28 Jahre alten Schweden und eine 26-jährige Italienerin.

Letztere sind nach Angaben des schwedischen Außenministeriums verlobt. Der Angriff zwei Stunden später auf einen Reisebus wurde von einer Schwester und der Verlobten von Jassin verübt.

Die beiden verschleierten Frauen eröffneten im alten koptischen Viertel im Süden Kairos das Feuer. Sie sollen sich danach selbst das Leben genommen haben. Augenzeugen zufolge könnte eine der Frauen aber auch von der Polizei erschossen worden sein. Die Touristen im Bus blieben unverletzt.

Bekenner-Brief in Internet

Im Internet bekannten sich zwei Gruppen zu den Anschlägen - die Mudschahedin Ägyptens und die Abdullah-Assam-Brigaden. Letztere erklärten, es handele sich um Racheakte für den Tod der Islamisten, die im vergangenen Oktober Bombenanschläge auf der Sinai-Halbinsel verübt hätten.

Die Brigaden bekannten sich auch zu diesen Anschlägen. Die ägyptischen Behörden hatten erklärt, die Anschläge stünden im Zusammenhang mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt und hätten keinen innenpolitischen Bezug.

In den 90er Jahren verübten Islamisten in Ägypten mehrere Anschläge auf Touristen, um eine der wichtiges Einnahmequelle des Landes auszutrocknen und die Regierung damit unter Druck zu setzen.

Bei einer Schießerei im Pharaonentempel der Hatschepsut bei Luxor wurden im November 1997 insgesamt 58 ausländische Touristen und vier Ägypter getötet. Zwei Monate zuvor fielen neun deutsche Touristen und ihr Fahrer vor dem Ägyptischen Museum in Kairo einem Anschlag auf ihren Reisebus zum Opfer. Im Oktober vergangenen Jahres verübten Attentäter Bombenanschläge auf der Sinai-Halbinsel.

Dabei kamen 34 Menschen ums Leben, mehr als 100 erlitten Verletzungen. Unter den Toten waren 10 israelische Touristen. Die Polizei erklärte, der Drahtzieher sei ein Palästinenser.

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(sueddeutsche.de/AP)