Kämpfe in Syrien Dutzende Tote und Verletzte nach Luftangriff
Anzeige
Bei einem Angriff der syrischen Luftwaffe wurden dutzende Zivilisten getötet. Ein Hubschrauber soll eine Bombe auf eine Tankstelle, an der sich viele Zivilisten versammelt hatten, abgeworfen haben. Auch im Rest des Landes geht das Blutvergießen weiter.
Bei einer Explosion in der nordsyrischen Provinz Al-Rikka sind nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation mindestens 30 Menschen getötet worden. 25 Menschen sollen zum Teil schwer verletzt worden sein, berichtet die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Zeugen hätten berichtet, dass sie mindestens 30 Leichen gesehen hätten, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdul Rahman. Die Gruppe hat ihren Hauptsitz in Großbritannien.
Die Regierungsgegner meldeten, ein Militärhubschrauber habe über der Tankstelle in dem Dorf Ain Issa nahe der türkischen Grenze eine Bombe abgeworfen. Die Zahl der Opfer sei so hoch gewesen, weil dies die einzige Tankstelle in dem Gebiet gewesen sei, in der noch Benzin zu haben war, berichteten Gegner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad. Die Tankstelle liegt in der Nähe eines Grenzpostens, der vor wenigen Tagen von den Aufständischen eingenommen worden war.
Auch im Rest des Landes wird weiter heftig gekämpft. In der Hauptstadt Damaskus stünden der Außenbezirk Al Hadschar al-Aswad und ein Lager palästinensischer Flüchtlinge unter Dauerbeschuss, sagte ein Aktivist der Nachrichtenagentur dpa. Seit Wochenbeginn fielen nach Oppositionsangaben Hunderte Menschen dem Konflikt zum Opfer.
Um die Gewalt in Syrien zu stoppen, wollen die Vereinten Nationen nach Angaben von Generalsekretär Ban Ki Moon in naher Zukunft einen neuen Friedensplan vorlegen. Bis zur UN-Vollversammlung in der kommenden Woche in New York "könnte" der Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi "eine Strategie" entwickeln, sagte Ban am Mittwoch.
Anzeige
Brahimi, der am Wochenende Damaskus besucht hatte, bezeichnete die Situation als "vollwertigen Bürgerkrieg". In einem Interview mit dem englischsprachigen Dienst des Nachrichtensenders Al-Dschasira sagte er, er glaube nicht daran, dass eine Seite gewinnen werde - weder jetzt noch zu einem späteren Zeitpunkt. Die Vereinten Nationen wollen bei ihrer anstehenden Vollversammlung in New York über die Krise und mögliche Lösungswege beraten.
Ban beklagte, die Regierung von Präsident Baschar al-Assad und die Rebellen seien entschlossen, den Konflikt militärisch zu entscheiden. Er glaube aber, "dass militärische Mittel keine Lösung bringen". Stattdessen brauche es einen "politischen Dialog, der die ursprünglichen Hoffnungen und Wünsche der syrischen Bevölkerung berücksichtigt", sagte Ban.
In dem seit Monaten schwelenden Konflikt zwischen Aufständischen und den Regierungstruppen wurden laut der Beobachtungsstelle für Menschenrechte bislang mehr als 29.000 Menschen getötet.