Kämpfe in Syrien Assad soll Streubomben gegen Kinder eingesetzt haben

Kämpfer der Freien Syrischen Armee bei einem Gefecht nahe der Stadt Aleppo.

(Foto: AFP)

Aktivisten melden heftige Kämpfe aus Syrien. Einem Offizier der Freien Syrischen Armee zufolge bereiten sich die Revolutionäre auf die Schlacht um die Hauptstadt Damaskus vor. Die syrische Luftwaffe wird beschuldigt, Streumunition gegen Kinder einzusetzen.

In Syrien haben sich Armee und Rebellen in mehreren Städten heftige Kämpfe geliefert. Bei einem Luftangriff auf eine Fabrik nahe der Stadt Idlib seien mindestens zwanzig Menschen getötet und viele weitere verletzt worden, teilten die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die örtlichen Koordinationskomitees mit. Bei den Opfern habe es sich um Zivilisten gehandelt.

Gefechte gab es der Opposition zufolge auch in der Hauptstadt Damaskus. Im Vorort Sejjida Seinab unweit des Flughafens lieferten sich Rebellen demnach heftige Kämpfe mit den Soldaten von Präsident Baschar al-Assad. Im Umland von Aleppo sollen die Regimegegner eine Luftabwehrstellung überrannt haben. Ein Offizier der Freien Syrischen Armee (FSA) sagte dem TV-Sender Al-Arabija, die Revolutionäre bereiteten sich auf die Schlacht um Damaskus vor.

In Al-Faisija, einem Dorf in der Provinz Homs, sollen sieben Kinder ums Leben gekommen sein, als Angehörige der Regierungstruppen zusammen mit Milizionären aus einem Nachbardorf angriffen. Insgesamt starben an diesem Dienstag nach Angaben der Opposition mindestens 69 Menschen bei Kämpfen und Angriffen der Luftwaffe.

Wie jetzt in einem einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) bekannt wurde, sollen syrische Kampfflugzeuge bereits am Sonntag international geächtete Streubomben nahe der Hauptstadt Damaskus abgeworfen haben. Dabei wurden dem Bericht zufolge mindestens elf Kinder getötet.

Die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos warf der syrischen Armee vor, Flüchtlinge mit Granatenfeuer am Verlassen des Landes zu hindern. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte Amos am Dienstag im jordanischen Flüchtlingslager Saatari, sie habe in der Nacht die nahe gelegene Grenze zu Syrien besucht. Gesehen habe sie dabei "eindeutig Granatbeschuss auf der syrischen Seite der Grenze als Versuch, die Menschen an der Überquerung zu hindern".

Amos forderte eine Vereinbarung unter allen Konfliktparteien des syrischen Bürgerkriegs, keine Flüchtlinge anzugreifen. Die Lage werde nach 20 Monaten jeden Tag schlimmer. Im Lager Saatari leben 30.000 Menschen, die Hälfte von ihnen Kinder.

Seit März vergangenen Jahres sind bei den Kämpfen zwischen den Soldaten von Präsident Baschar al-Assad und Aufständischen nach Oppositionsangaben mehr als 40.000 Menschen getötet worden.