Kämpfe im Gazastreifen Israelische Armee tötet sechs Palästinenser

Im Gazastreifen eskaliert die Gewalt: Bei israelischen Angriffen sind am Wochenende sechs Menschen getötet worden. Zuvor hatten militante Palästinenser einen Militär-Jeep beschossen.

Im Gazastreifen ist die Gewalt am Wochenende exskaliert. Am Samstag wurden fünf Palästinenser getötet und vier israelische Soldaten verletzt, wie beide Seiten mitteilten. Die israelische Luftwaffe griff in der Nacht zum Sonntag sechs Mal Ziele im Gazastreifen an. Dabei wurde nach palästinensischen Angaben ein Palästinenser getötet. Damit stieg die Zahl der seit Samstagnachmittag im Gazastreifen durch israelische Soldaten getötete Palästinenser auf fünf.

Zuvor wuden am Samstagnachmittag bei einem israelischen Artillerieangriff vier Palästinenser im Alter zwischen 15 und 20 Jahren getötet und etwa 30 verletzt. Das gab der Gesundheitsdienst der im Gazastreifen regierenden Hamas bekannt.

Augenzeugen zufolge hatten zuvor palästinensische Kämpfer vom Gazastreifen aus eine Rakete auf ein nahe der Grenze fahrendes israelisches Militärfahrzeug abgefeuert. Die Soldaten hätten das Feuer erwidert, vier von ihnen seien verletzt worden, erklärte die israelische Armee.

Zu dem Angriff bekannte sich am Abend der bewaffnete Arm der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP). Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak sagte, die Armee habe bereits "hart zurückgeschlagen", und in den kommenden Tagen seien "zusätzliche Antworten" zu erwarten.

Die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Israel und bewaffneten Palästinensergruppen im Gazastreifen nahmen in jüngster Zeit wieder deutlich zu. Israel droht regelmäßig mit einem Militäroffensive gegen das Palästinensergebiet nach dem Modell der "Operation gegossenes Blei" vom Dezember 2008 / Januar 2009. Dabei waren auf palästinensischer Seite mehr als 1400 Tote zu beklagen, darunter viele Frauen und Kinder. Auf israelischer Seite gab 13 Tote, unter ihnen zehn Soldaten.