Gutgemeintes Käfigverbot mit fatalen Folgen: Weil hierzulande die Eier knapp werden, kaufen viele Deutsche importierte Produkte aus Käfighaltung - ohne es zu wissen.
Die Deutschen essen immer mehr Eier, deutsche Hennen kommen mit dem Legen kaum noch hinterher. Deshalb werden schon seit Jahren Unmengen Eier aus dem Ausland importiert; im vergangenen Jahr waren es immerhin zehn Milliarden.
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(© Foto: dpa)
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Der Grund ist eine tierschützerische Wohltat aus Berlin, deren positiver Effekt sich allerdings derzeit ins Gegenteil verkehrt: Bis vor kurzem war der Lebensraum der deutschen Hühner meist nicht größer als ein DIN-A4-Blatt, dicht gedrängt und über mehrere Stockwerke gestapelt fristeten die Tiere in Käfigen ihr Dasein für die Eierproduktion.
Seit Anfang des Jahres aber ist damit Schluss, Hennen dürfen in Deutschland nicht mehr in konventionellen Käfigen gehalten werden. Die Folge: Weniger deutsche Eier von glücklichen Hühnern, mehr Importware von - möglicherweise - unglücklichen Hühnern.
Denn seit der gutgemeinten Reform steht der Betrieb auf vielen Höfen still: Weil sich die Bauern auf die strengeren Regeln vorbereiten mussten, brach die Eierproduktion im Inland schon vor einem halben Jahr ein. Deutsche Hennen haben 2009 nach Schätzungen des Branchendienstes MEG zwei Milliarden weniger Eier gelegt als 2008.
Bis vor kurzem hielten die Bauern noch 60 Prozent der Legehennen in Käfigen; bis zum Jahreswechsel mussten sie ihre Ställe nun auf eine artgerechtere Haltung umbauen. Die meisten entschieden sich für die Bodenhaltung.
Doch während der Umstellung sind die Ställe leer, die Betriebe liefern keine Eier. Einigen Bauern war die Umstellung zu teuer, andere hatten ihre Anträge bei der Baubehörde nicht rechtzeitig gestellt und mussten ihre Produktion schließen - das deutsche Ei wird knapp. Und nach Ansicht des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft wird sich das in diesem Jahr auch nicht ändern.
Doch wegen des großen Appetits der Deutschen auf das Ei - im vergangenen Jahr verspeiste jeder Deutsche im Durchschnitt 214 Stück - müssen die Eierproduzenten für Nachschub sorgen. Und den holen sie sich vermehrt aus dem Ausland.
Mittlerweile kommt schon fast jedes zweite Ei von jenseits der Grenze. Viele davon kommen aus Käfighaltung, klagt der Bauernverband, denn außer in Deutschland, Österreich und Schweden bleibt die konventionelle Käfighaltung in der EU bis Ende 2011 erlaubt.
Eigentlich wollte der Gesetzgeber ja Schluss machen mit den Eiern aus Legebatterien. Aber zum Beispiel die Niederländer erschweren die Umsetzung dieses Plans: Im vergangenen Jahr lieferten sie etwa 4,9 Milliarden Eier und damit eine Milliarde mehr als 2008. Aber knapp 44 Prozent der niederländischen Legehennen leben in Käfigen - und auch ihre Eier gelangen nun vermehrt nach Deutschland.
Das Problem für die Hühnerfreunde unter den Verbrauchern: Auf den ersten Blick erkennen sie die Herkunft nicht. Nur, weil auf dem Karton zum Beispiel DE für Deutschland aufgedruckt ist, können sie sich trotzdem nicht darauf verlassen, dass keine Käfigeier darin stecken - die kommen dann eben aus dem Ausland.
Denn wenn deutsche Produzenten etwa niederländische Eier kaufen, dürfen sie gleichwohl ihr deutsches Etikett auf die Verpackung kleben. Konsumenten sollten sich daher nicht täuschen lassen, warnen Verbraucherschützer. Wer ein Freund glücklicher holländischer Hühner aus Freilandhaltung ist, der muss also in den Karton und direkt aufs Ei schauen. Ist dort 1-NL aufgestempelt, dann ist alles gut.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 12.02.2010/liv)
Ob Käfig-, Boden- oder Freilandhaltung, jede Form bedeutet Versklavung und Ausbeutung. 250-300 Eier jährlich legt ein, auf Leistung qualgezüchtetes "Legehuhn", normal wären bis zu 10 Eier pro Jahr. Das führ u.a. zu Calciummangel und anderen Krankheiten.
Um Verletzungen untereinander vorzubeugen, werden die Schnäbel gestutzt.
Nach 1,5 Jahren werden die Hühner ermordet, da ihre Legeleistung abnimmt und somit auch die Wirtschaftlichkeit, normal würden sie etwa 8 Jahre alt.
Bei der Zucht weitere Legehühner werden die männlichen Kücken nach dem schlüpfen 'gesext', d.h. sie werden nach Geschlecht eingeteilt. Da die männlichen Kücken keinen wirtschaftlichen Wert haben werden diese entweder Vergast oder Zermust.
Artgerecht ist nur die Freiheit.
Daher bitte ich jeden sich mit dem Thema vegan auseinanderzusetzen und die Tierausbeutung nicht weiter zu unterstüten. Werden sie vegan!
"Ansonsten esse ich keine Eiernudeln, kaufe auch sonst keine Waren, die irgendetwas mit Eiern zu tun haben."
Ähm, auch keinen Kuchen? Ja ich weiss, macht man lieber selber. Aber manchmal hat man einfach keine Lust dazu, will ab unbedingt Kuchen essen, z.B. die von Coppenrath und Wiese, denn keiner schmeckt so wie diese :-)
Schon 1999 entscheid unser Bundesverfassungsgericht, dass die Haltungsverordnung,d ie die Käfighaltung erlaubte, nicht mit dem TschG. (§2, Abs. 2) in Einklang zu bringen sei. Diese Verordnung war also 20 Jahre lang rechtswidrig - wie auch jeder denkende mensch, der die Gesetze kennt, selbst hätte merken können, wenn er es denn gewollt hätte.
Schon 2001 erging das Käfigverbot - mit Übergangsfristen bis Ende 2006 (!), die uns Tierschützern viel zu lang erschienen.
Jetzt schreiben wir das Jahr 2010 (!!!) und die Großagrarier, die durch allerlei Schachzüge und ihren Lobbyeinfluss dafür gesorgt hatten, dass 2005 Seehofer den umstrittenen Kleingruppen-Käfig wieder erlaubte, der den Tieren der Enge wegen kaum Verbesserungen bringt (die meisten sitzen weiterhin auf Gitterboden oder Plastikstangen,d ie Fußballenschäden verursachen, Körperpflege und artgerechte Bewegung sind nicht möglich). Schon damals warnte Prof. Fölsch vor der mangelnden Artgerechtheit der damals "Kleinvoliere" genannten "Kleingruppenhaltung, hinter der sich ein Käfig für 60 Hennen verbirgt, dessen Ausstattung eher Alibifunktion erfüllt.
Lange genug haben die Betriebe Zeit zum Umstellen gehabt. Doch sie zogen es vor, wiederholt das Recht zu brechen und immer neue "Ausnahmegenehmigungen" zu erwirken. Da solche aber nicht ewig erteilt werden können, unkt man Jahr um Jahr und malt Schreckensszenarein an die Wand.
Fakt ist, dass in Österreich der Käfig gänzlich verboten ist, ohne dass dort die Eierversorgung zusammenbräche - im Gegenteil! In Österreich ist das Schnabelkürzen verboten - im Gegensatz zu Deutschland, wo man diese schmerzhafte Maßnahme besonders für die Bodenhaltung durchführt. Kleinere Herden a ca. 1.000 Tiere, Aufzucht im selben System und struktureirte Ausläufe mit ausreichend Unterschlupfen oder Mais/Luzerne-Bewuchs, von denen es ruhig auch mehrere in einem Bestand geben dürfte, auch in Verbindugn mri "Hühnermobilen" könnten das Problem lösen. In Österreich, wo diese Kriterien berücksichtigt werden, gibt es zudem viel seltener Federpicken und Kannibalismus unter den Tieren - es geht also.
Auch die Fläche ist durchaus vorhanden: 40 Millionen Legehennen benötigen eine Fläche von 20 x 20 km bei einer sehr großzügig gerechneten Fläche von 10 m2 pro Huhn - diese Flächen sind vorhanden, besonders in den neuen Bundesländern!
Ich kann nur an Verbraucher appellieren, dem Gejammere der Industriellen keinen Glauben zu schenken und das zu essen, was auch aus hygienischer Siche
"Seit Anfang des Jahres aber ist damit Schluss, Hennen dürfen in Deutschland nicht mehr in konventionellen Käfigen gehalten werden. Die Folge: Weniger deutsche Eier von glücklichen Hühnern, mehr Importware von - möglicherweise - unglücklichen Hühnern. "
Was ist denn die SZ für ein Laden, dass man hier schon wieder Artikel vom Einzelhandelsverband zukaufen muss? Wieso lässt man überhaupt solche Redaktuere hier schreiben?
Falls ich überhaupt Eier kaufe, dann nur Bio-Eier! Bei ihnen gehe ich davon aus, dass die Tiere entsprechend gehalten werden - das mache ich seit Jahren so.
Ansonsten esse ich keine Eiernudeln, kaufe auch sonst keine Waren, die irgendetwas mit Eiern zu tun haben.
Bei Eiern, Fleisch - wegen der Haltung - und Fisch (Überfischung) bin ich schon kritisch und gebe lieber mehr aus, wobei ich alles nicht regelmäßig und/oder häufig zu mir nehme!
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