Die Ziele der Großen Koalition sind abgesteckt: Union und SPD wollen sich in der zweiten Hälfte der Legislaturperiode vor allem der deutschen Wirtschaft widmen. Der Aufschwung soll gestärkt und niemand soll zurückgelassen werden, sagte Kanzlerin Merkel.
Union und SPD haben sich für die zweite Hälfte ihrer Regierungszeit die Steigerung von Wachstum und Wohlstand in Deutschland zum Ziel gesetzt.
Bild vergrößern
Hohe Ziele: Müntefering, Merkel. (© Foto: dpa)
Anzeige
"Wir wollen die Grundlagen des Aufschwungs stärken", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Abschluss der zweitägigen Kabinettsklausur in Meseberg.
Auf der Tagung wurden fünf Arbeitsschwerpunkte mit rund 50 Unterpunkten verabschiedet. Vizekanzler Franz Müntefering sprach von einer guten Zusammenarbeit in der Koalition.
Merkel betonte bei der Abschlusspressekonferenz in Berlin, die Stärkung des Aufschwungs sei eine Aufgabe, die nur gemeinsam von Bund und Ländern gemeistert werden könne.
"Wir wollen den Aufschwung stärken und niemand zurücklassen", sagte sie. "Wenn wir das schaffen, ist auch die Globalisierung politisch gestaltbar", erklärte die CDU-Vorsitzende. "Aus unserer Sicht ist das die staatspolitische Aufgabe der großen Parteien."
Besonders wichtig sei, zu erkennen, dass es sich bei den vor der Regierung liegenden Aufgaben um "Teilstücke" handele, "die sich nur zu einem großen Bild formen, wenn man es als Gesamtaufgabe versteht". Diese stelle sich der gesamten Gesellschaft und habe Auswirkungen auch auf Länder und Kommunen.
Die Bundesregierung "wird darauf drängen, dass Standards und Vergleichbarkeiten innerhalb der Bundesrepublik gegeben sind", sagte Merkel. Das sei die Aufgabe der Regierung des Bundes, das erwarteten die Bürger. "In diesem Sinne haben wir eine Menge zu tun und haben intensiv gearbeitet."
Merkel betonte mit Blick auf das Dauerstreitthema Mindestlohn, es sei klar, "dass unterschiedliche Parteien auch unterschiedliche Konzepte haben". Aber wo man zusammen gehen können, werde man das auch tun.
Ähnlich äußerte sich Arbeitsminister Müntefering. "Es ist ganz klar, dass es unterschiedliche Meinungen zu unterschiedlichen Themen gibt", sagte er. Er glaube, dass man einen Mindestlohn haben müsste. Dazu gebe es in der Union aber andere Meinungen, "aber deswegen stellen wir unsere Arbeit nicht ein."
Der Respekt voreinander sei da und bleibe gewahrt. So einigte sich das Kabinett darauf, im Zuge der Liberalisierung des Postmarktes die Branche der Postdienstleistungen noch in diesem Jahr in das Arbeitnehmerentsendegesetz aufzunehmen. Müntefering sagte, er gehe davon aus, dass die notwendige 50-Prozent-Quote der Unternehmen mit Tarifbindung gegeben sei.
Beschlossen wurde auch ein umfassendes Energie- und Klimaschutzprogramm, das nach Worten von Merkel und Müntefering auch die Chance auf neue, innovative Arbeitsplätze bietet. Mit dem 30-Punkte-Programm soll es möglich sein, den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) bis 2020 um 35 bis 36 Prozent zu verringern.
Das Kabinett einigte sich zudem darauf, dem wachsenden Fachkräftemangel schnell zu begegnen. Möglichst schon ab Oktober soll der Zuzug von Elektro- und Maschinenbauingenieuren aus den EU-Beitrittsländern in Osteuropa stark erleichtert werden.
Auch sollen Ausländer, die an deutschen Hochschulen ihren Abschluss gemacht haben, künftig leichter in der Bundesrepublik einen Job annehmen können. Sie haben ein Jahr Zeit, sich einen Job zu suchen, und müssen Deutschland nach drei Jahren verlassen, wie Müntefering erklärte.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(AP)
Aufschwung! Wachstum! Wohlstand! =Opium fürs Volk
leider nimmt der Server - trotz mehrfacher Versuche - meine Antwort nicht an
(z.B. Uni-Giessen - oder Boekler-Stift.)
In erster Linie Herrn Kohl haben wir es zu verdanken, dass dieser Kreis seine Rente (gegen die ich keinen Einwand habe) nicht aus einem Finanztopf, sondern aus den Rentenkassen erhält. (obwohl sie nichts eingezahlt haben)
Wie beschrieben werden dafür 93 Milliarden herausgenommen und "Münte" legt nur (2006) 60 Mill. dafür rein.
Meinen ersten Fehler bitte ich nochmals zu entschuldigen.
Dass Schweden 90% des letzten Nettos zahlt kann ich fast nicht glauben. www.dia-vorsorge.de/downloads/df050322.pdf sagt, dass Deutschland auf Platz 3 bei Rentenaufwand in Relation zum Bruttoinlandsprodukt liegt. In diesem Fall wäre zu untersuchen, wieso Schweden bei geringerem volkswirtschaftlichen Aufwand deutlich höhere Renten zahlen kann. Ich weigere mich Ihrer Argumentation mit "versicherungsfremden Leistungen" in der genannten Höhe zu folgen, da diese Gruppen - wenn Sie denn damals eingezahlt hätten - auch einen Anspruch erworben hätten, bekanntlich kein Kapitalstock existiert und sich daher exakt nichts an der heutigen Misere geändert hätte.
Im Gegensatz zu Ihnen hoffe ich im nächsten Jahr dem Schuldensozialismus die Rote Karte zeigen zu könne. Auch wenn ich mich wiederhole - wenn die 70 Mrd Euro Zinsen nicht oder nur in weit geringerer Höhe anfallen würden, wäre es kein Thema Hartz-IV Leistungen auf 500 Euro Cash zu erhöhen und nebenbei jedem Rentner etwa 125 Euro BAT (Bar auf Tatze) zu geben. Leider wurde in der Vergangenheit vieles über Schulden finanziert und wir sitzen halt in der Tinte. Ich mecker über die irrsinnig hohen Steuern mit brutal früh einsetzender Progression (von 100 Euro Bonus kommen keine 40 bei mir an), der Hartz-IVler, dass er mehr Monat als Geld hat und der Rentner kann sich etwas ungeplant von seinem früheren Lebensstandard verabschieden. Immerhin haben heutige Rentner noch eine positive Rendite auf Ihre Beiträge, ich werde dieses Glück definitiv nicht haben.
Toller Kommentar. Schließe mich in allen Punkten an. Eine Bewertung kommt auch von mir.
Paging