Jugendschutz "Wir sehen uns alles an"

Rechtsradikale werben um Jugendliche - im Internet, mit Kinderbüchern und sogar mit Fan-Artikeln für die Kleinsten: Der Slogan auf dem T-Shirt, bei einem Nazi-Fest im vorpommerschen Pasewalk angeboten, spielt auf das beliebte Comic-Kätzchen "Hello Kitty" an.

(Foto: Adam Berry/getty)

Martina Hannak, Chefin der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, über rechten Extremismus, neue Gefahren im Internet und Bilder, die lange im Kopf bleiben.

Interview von Ulrike Heidenreich

SZ: Welches war das erste - und welches das letzte Medium, das die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert hat?

Martina Hannak: In der ersten Sitzung am 9. Juli 1954 wurde das Comic-Heft "Der kleine Sheriff" indiziert, es war Band zwölf mit dem Untertitel "Verwegene Jagd". Das Gremium begründete dies mit einer sittlichen Gefährdung. In allen Heften der Reihe werde Kampf als Selbstzweck dargestellt. Eine besondere Gefahr sahen die Prüfer auch darin, dass die Hefte hauptsächlich bei Schülern verbreitet waren und ...