Religionswissenschaftler Rauf Ceylan über das Männerbild junger Muslime, ihre Abgrenzung von der deutschen Gesellschaft und welche Rolle Imame dabei spielen.
Rauf Ceylan ist Professor für Religionswissenschaft an der Universität Osnabrück. Vor kurzem hat er das Buch "Prediger des Islam" veröffentlicht, das die Imame in Deutschland kritisch beleuchtet.
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Die Merkez-Moschee in Rauf Ceylans Heimatstadt Duisburg. Der Wissenschaftler weiß: "Selbst Jugendliche in der dritten Generation werden noch als Ausländer wahrgenommen." Wer seinen muslimischen Glauben lebt, müsse an vielen Stellen damit rechnen, dass er in Deutschland nicht mehr dazugehört. (© ag.dpa)
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SZ: Haben Sie persönlich schon einmal Bekanntschaft gemacht mit muslimischen Macho-Jugendlichen?
Ceylan: Ich selbst komme aus Duisburg-Wanheim, einem Stadtteil mit Bildungsarmut und Problemfällen, meine Eltern aus der Türkei waren Analphabeten. Wo wir wohnten, in der "Zigeunersiedlung", das war unterste Schicht. Natürlich gab es dort Macho-Gehabe. Für uns Jugendliche war es normal, dass geprügelt wurde, das war eine Möglichkeit, von den anderen anerkannt zu werden.
SZ: Haben Sie selbst zugeschlagen?
Ceylan: Ich war da auf beiden Seiten. Später konnte ich diese Linie durchbrechen, das haben aber nur wenige aus meinem Viertel geschafft, sie blieben leider in der Armut stecken.
SZ: Die aktuelle Studie sieht vor allem bei muslimischen Jugendlichen ein Problem mit Gewaltbereitschaft und der Integration. Für Sie nachvollziehbar?
Ceylan: Die Ergebnisse machen mich jedenfalls nachdenklich. Andererseits gibt es auch Untersuchungen, etwa die der Bertelsmann-Stiftung, die eine große Toleranz unter Muslimen zeigen.
SZ: Welche Ergebnisse der jetzigen Studie können Sie bestätigen?
Ceylan: Dass die Identifikation mit Deutschland sinkt, je religiöser die Jugendlichen sind. Denn der Islam gilt in Deutschland nach wie vor als eine Ausländerreligion, obwohl die meisten Muslime mehr als fünfzig Jahre hier leben.
SZ: Und deshalb fühlen sich die meisten muslimischen Jugendlichen nicht als Deutsche, obwohl sie hier geboren sind?
Ceylan: Muslime und Gesellschaft grenzen sich voneinander ab. Viele junge Menschen wurden durch die Anschläge 2001 muslimisiert. Seitdem werden Bilder von außen an sie herangetragen, wie Muslime angeblich sind - gläubig, kämpferisch -, und sie übernehmen diese Bilder. Sie stärken so ihre eigene Identität.
SZ: Und offenbar auch das Risiko, dass sie mal zuschlagen. Wo liegt das Problem: im Koran, seiner Auslegung oder an ganz anderer Stelle?
Ceylan: Das kann man nicht auf den Koran zurückführen, es geht vielmehr um die Qualität religiöser Erziehung, vor allem aber um Gewalt zu Hause.
SZ: Für die religiöse Erziehung sind weitgehend die Imame verantwortlich. Vermitteln die ein Recht des Mannes, Frauen, Kinder oder wen auch immer zu schlagen?
Ceylan: Ein Großteil der Imame ist zwar konservativ, aber zur Gewalt wird nicht aufgerufen. Allerdings werden Bilder der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern vermittelt, dem Mann wird die dominierende Rolle zugesprochen.
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Das in großen Teilen abartige westliche, materialistisch-egomanische System passt ganz klar nicht zu dieser Religion. Auch zu keiner anderen Religion oder auch nicht zu einer anderen hohen Wert- und Weltbetrachtung.
Der Westen als verachtenswert. Und genau diese seine Führung schleust Menschen mit religiösen Gefühlen in den Westen hinein (vor allem in Deutschland, weitaus weniger in England).
Wahrscheinlich um diese Länder von innen her zu sprengen. Da werden schon wieder Menschen aus dem Vorderen Orient für eine dreiste Sache in Anspruch genommen. Nachdem man ihre dortigen Kulturen zerstört hatte.
Perfider geht es zwar noch. Aber nicht mehr sehr viel.
Die jungen Muslimen müssen diesen Westen als krank bewerten. Und sie haben recht. Er ist krank. Es verwundert, wenn sich Muslime überhaupt in diesen westlichen Ländern niederlassen. ______ r.kendel
Verehrter @moritzstudent,
ich erlaube mir darauf hin zu weisen, dass 47 % der jugendlichen Intensivtäter in Berlin arabischstämmig sind und über 30 % türkischstämmig. Das heißt: drei von vier jugendlichen Intensivtätern sind Muslime.
Das ist sehr alarmierend und wir sollten alle darüber nachdenken, was man tun kann. Es hilft nicht, wenn man die Realität leugnet.
Wer Prof. Pfeiffer einen solche Plattform bietet, will wohl unbedingt die Stammtischhoheit sicherstellen. Nach Egoshootern, Jugendzentren, Ehemännern hat er jetzt junge Muslime als Brutstätte der Kriminalität ausgemacht - und das mit Steuergeldern unterstützt! Man darf gespannt sein welche Sau er demnächst reitet - sicher nicht die Fussballrowdies - wir sind ja WM.
"Wir müssen den islamischen Religionsunterricht flächendeckend einführen und Imame in Deutschland ausbilden, um eine moderne Islamauslegung zu lehren. Und wir müssen die Bildungsarmut bekämpfen."
Genau das ist es! Und wer es dennoch anders haben will, sollte in ein Umfeld gesetzt werden, in dem es ihm möglich ist, seine Vorstellungen zu leben.
Verehrte(r) troubadour, die Diskussion über diese Dinge ist sehr dringend notwendig. Aber wenn man wie Sie die Fakten nicht hören will, dann kann es keine Diskussion geben, sondern es wird alles noch schlechter werden.
Ich bitte Sie, diesen Artikel zu lesen, dann sehen Sie, dass Herr Pfeiffer die Wahrheit sagt.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/junge-intensivtaeter-bleiben-auch-als-erwachsene-kriminell/1712318.html
Paging