Wo lernen Jugendliche am besten Brutalität? In Gefängnissen, die zum Teil noch aus der Kaiserzeit stammen.
Als in den Siebzigern erstmals in der Bundesrepublik ein Strafvollzugsgesetz verabschiedet werden sollte, gab es einen Konsens darüber, dass die Gefangenen nur dann befähigt werden können, "künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen" (so das offizielle Ziel des Vollzugs), wenn ihnen selbst ebenfalls in sozialer Verantwortung begegnet wird.
JVA Siegburg: Noch immer sind in manchen Abteilungen mehr als die Hälfte der Gefangenen ohne Beschäftigung. (© Foto: ddp)
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Für die Haft wurden daher drei Grundsätze formuliert: Der Angleichungsgrundsatz besagt, dass das Leben hinter den Mauern den allgemeinen Lebensverhältnissen so weit wie möglich angeglichen werden solle.
Der Gegenwirkungsgrundsatz betont die Notwendigkeit, den schädlichen Wirkungen der Haft entgegenzuwirken. Und im Eingliederungsgrundsatz heißt es, dass dem Gefangenen dabei zu helfen ist, sich in das Leben in Freiheit einzugliedern.
Damit wurde an die Reformdebatte der Weimarer Republik angeknüpft, als der Justizminister Gustav Radbruch äußerte, dass wir keine besseren Gefängnisse, sondern etwas Besseres als das Gefängnis brauchen. Was sich die Reformer erhofften, nämlich, dass Formen des Offenen Vollzuges künftig zum Regelvollzug würden - das ist nicht eingetreten.
Das Gegenteil ist der Fall. Haftstrafen sind länger geworden, die Gefängnisse sind überfüllt, das Klima hinter den Mauern wurde rauer.
Übergriff Zelle
Waren früher in den Jugendgefängnissen doppelte Gitter an den Fenstern der Zellenhäuser nur vereinzelt zu sehen, so sind sie heute in Nordrhein-Westfalen die Regel. Die jungen Gefangenen leben den Widerspruch zwischen dem, was mit ihnen gemacht wird, und dem, was eigentlich geschehen sollte. Bei einem Besuch in der Justizvollzugsanstalt Siegburg sagte mir ein Gefangener: "Was mit uns gemacht wird, ist Mittelalter."
Angesichts des durch neuere Studien bekannt gewordenen Umfangs der Gewalt unter den Gefangenen wurde zum Schutz vor Übergriffen das Recht auf Einzelunterbringung betont, ohne Gefühl dafür, dass jede Zelle selbst ein Übergriff ist - und dieser Übergriff findet zudem in einem Raum statt, der auch schon im Kaiserreich, in der Weimarer Zeit und im Nationalsozialismus dazu diente, junge Leute festzuhalten. (Diese Problematik ist sowieso kaum jemandem bewusst).
Ein schwäbisches Sprichwort sagt, dass der Raum der dritte Lehrer ist; nach den anderen Kindern und dem Lehrer. In der Diskussion um die Jugendstrafvollzugsgesetze wird der Raum - hier also die Zelle - in seiner Bedeutung als "Lehrer" überhaupt nicht reflektiert.
Allenfalls hört man Empfehlungen über die Zahl der maximalen Haftplätze in einer JVA oder über die Größe von Wohngruppen. Aber selbst hier werden die Ratschläge von Fachleuten ignoriert.
In Nordrhein-Westfalen werden Jugendgefängnisse mit 500 Haftplätzen konzipiert, in denen allein diese große Zahl zu rein bürokratischer Verwaltung führen muss; der ideale Nährboden für das Fortleben von Subkulturen mit der sattsam bekannten Gewalt.
Heimlicher Lehrplan
In Köln sind die Jugendlichen in einem Hochsicherheitsgefängnis untergebracht, das in den sechziger Jahren gebaut wurde - die Diskussion um die Käfighaltung von Tieren ist heute weiter, als es damals die Überlegungen zur Unterbringung von Gefangenen waren. Es ist weder für die Menschen, die dort zwangsweise sind, noch für die Menschen, die dort arbeiten, ein akzeptabler Ort.
Die Unterbringung in diesen Zellenhäusern trägt dazu bei, dass bis zu achtzig Prozent der Jugendlichen rückfällig werden, dass sie brutalisiert werden. Das ist quasi der heimliche Lehrplan solcher Einrichtungen.
Es gibt Menschen, deren Bewegungsfreiheit vorübergehend eingeschränkt werden muss, weil sie für sich oder andere eine Gefahr sind. Aber das sollte in Häusern mit Zimmern geschehen, in Räumen, deren Türen innen eine Klinke haben, die sie folglich verlassen können, wenn sie in Angstzustände geraten. Und sie sollten vor der Zimmertür immer jemanden treffen, mit dem sie sprechen können.
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Youtube-Hit aus USA
Giovanni di Lorenzo, der Chefredakteur der ZEIT, schreibt:
Leider reagieren Linke und Liberale auf die Gewalt junger Ausländer reflexhaft falsch
Dieser Aussage und dem ganzen Artikel ist nichts hinzuzufügen außer: Danke!
Was ändern Zeilen des Mitgefühls für die Opfer an der Gefahrensituation? Die Täter sind es, um die wir uns kümmern müssen, wenn wir weitere Opfer verhindern wollen.
Und wenn sich wissenschaftlich herausstellt, dass es weniger Opfer zukünftig geben kann, wenn man "vergleichsweise lieb" zu den Tätern ist, dann muss die Gesellschaft auch "vergleichsweise llieb" zu den Tätern sein. Die milde Strafe mag dem einen oder anderen Opfer als zu mild vorkommen. Aber auf dumpfe Rachegefühle der Opfer kann keine Rücksicht genommen werden, da dies die Gesellschaft teuer bezahlen würden.
Wichtig ist es, Wege zu finden, um die Zahl der Opfer insgesamt zu verringern. Dass dazu eine Käfighaltung wenig beitragen kann, erscheint plausibel - auch wenn dies nicht alle wahrhaben wollen!
Die Redaktion der Süddeutschen Zeitung betreibt meines Erachtens seit Wochen Wahlkampf gegen Koch. Anstatt den vorhandenen Problemen auf den Grund zu gehen, wird die "Berichterstattung" immer einseitiger. Billige Meinungsmache, mit dem Deckmäntelchen der Aufklärung umhüllt man ist sich für nichts zu schade.
Zu dumm, das die Fälle von Jugendgewalt, die man früher im Lokalteil abhandeln konnte, nun auf überregionaler Ebene berichtet werden müssen, weil man sonst den letzten Rest an journalistischer Glaubwürdigkeit verlieren würde. Jüngster Fall: Hamburg. Drei Jugendliche haben einen 55-jährigen Frührentner brutal zusammengeschlagen. Das war an Neujahr.
Nun ist es der Polizei gelungen, die drei Täter festzunehmen. Die haben sich nicht etwa gestellt, sondern sie ließen sich brav daheim abholen. Wahrscheinlich haben sie sich aber schon längst furchtbare Gewissensbisse gemacht. Nun kann der Staat endlich mit der Resozialisierung beginnen und den armen Schlägern die Hilfe zuteil werden lassen, die sie brauchen. Jugendknast kommt natürlich nicht in Frage. Da werden sie ja noch krimineller.
Welche Art von Fürsorge muss der Staat diesen drei Straftätern angedeihen lassen? Darf man solche Jugendliche überhaupt als Straftäter bezeichnen, als Kriminelle abstempeln? Ist das nicht Diskriminierung von jungen Leuten, denen man nur endlich die Chancen geben muss, die sie verdienen?
Vom Opfer ist natürlich wieder einmal nicht die Rede. Was muss dieser Mensch auch den betrunkenen Jugendlichen über den Weg laufen! Selber schuld!
LINKS = Gut, freundlich menschlich, Multi-Kulti
RECHTS = Schölecht, unfreundlich, unmenschlich, Ausländerhasser
Führt Roland Koch einen Wahlkampf im Hessen der geistig Behinderten?
Dieser Eindruck könnte entstehen wenn man dieses seit Wochen andauernde unsägliche, populistische Gebabbel unseres MP's liest.
Wir Hessen sind offensichtlich so blöd, dass wir diesem Brandstifter für seine scheinheiligen Brände auch noch den Segen erteilen, indem wir ihn wieder wählen.
Die wenigsten Richter, die längsten Gerichtsverfahren, zuwenig Strafanstalten, das alles ist in Hessen Standard. Für Prestigeobjekte jeglicher Art haben wir Geld ohne Ende, für Schulen und Kindergärten weder Lehrmaterial noch qualifizierte Lehrer. Klassen ab 30 Schüler aufwärts und zu 40% Lehrer über der Schallgrenze. Unser Kinder werden in der Schule weder motiviert noch individuell gefördert. Ersatzweise machen wir die Klassen größer, weil Lehrer ja so teuer sind.
Und dann sowas. Eine solche stupide, proletenhafte Debatte losz treten immer darauf bauend, dass wir Hessen Ihn ja trotzdem wählen werden.
Unsere hessischen Synonyme sind Frau Babisch und Frau Struwwelisch.
Nein wir brauchen keine Synonyme, wir sind wirklich so, denn sonst hätten wir längst einen anderen Ministerpräsidenten.
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